Diplomarbeit, 2010
121 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
0 Einleitung
1 Schulpflicht und Schulzwang als Bezugspunkt von Schulabsentismus
2 Schulabsentismus – theoretische Grundlagen und Forschungsstand
2.1 Zentrale Begriffssystematiken und Erscheinungsformen von Schulabsentismus
2.1.1 Schulabsentismus und schulaversives Verhalten
2.1.1.1 Schulschwänzen
2.1.1.2 Angstinduzierte Fernbleiben
2.1.1.3 Zurückhalten und das Zurückgehalten- werden
2.1.1.4 Unterrichtsabsentismus
2.1.1.5 Unterrichtsverweigerung
2.1.2 Schulschwänzen und Schulverweigerung
2.1.2.1 Steigerungsformen von Schulschwänzen nach Thimm
2.1.2.2 Steigerungsformen von Schulverweigerung
2.1.3 Gegenstandsbezogene Schlussfolgerungen
2.2 Größenordnung und Verteilung
2.3 Risikofaktoren und Entstehungsbedingungen von Schulabsentismus
2.3.1 Persönlichkeitsmerkmale
2.3.2 Alter
2.3.3 Geschlecht
2.3.4 Herkunftsfamilie
2.3.5 Migrationshintergrund
2.3.6 Schulische Faktoren
2.3.6.1 Bildungssystem
2.3.6.2 Schulform
2.3.7 Gleichaltrige bzw. Peer Groups
2.4 Folgen und Auswirkungen von Schulabsentismus
2.4.1 Psychosoziale Auswirkungen
2.4.2 Gesellschaftliche Auswirkungen
2.4.3 Delinquenz
2.4.4 Wirtschaftliche Folgen von Schulabsentismus
3 Schule und Jugendhilfe
3.1 Funktionale Differenzierung von Schule und Jugendhilfe
3.2 Merkmale und Auftrag der Schule
3.3 Merkmale und Auftrag der Jugendhilfe
3.4 Rechtliche Aspekte der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe
3.5 Über die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Jugendsozialarbeit und Schule im Zusammenhang von Schulabsentismus
3.6 Sozialpädagogische Jugendhilfe (Schulsozialarbeit)
3.6.1 Handlungsoptionen Schulsozialarbeit gegen Schulverweigerung
3.6.2 Mögliche Richtlinien Sozialer Arbeit gegen Schulverweigerung
3.6.3 Methoden Sozialer Arbeit
3.6.3.1 Empowerment
3.6.3.1.1 Grundprämissen eines Empowerment-Ansatzes
3.6.3.1.2 Empowerment in der Schulsozialarbeit
3.6.3.2 Case Management
3.6.3.2.1 Elf zentrale Bestandsteile des Verfahrens des Case Management nach Wendt:
3.6.3.2.2 Case Management in der Schule
3.6.3.3 Einzelfallhilfe
3.6.3.3.1 Merkmale der Einzelhilfe
3.6.3.3.2 Sechs grundlegende, allgemeine Prinzipien für Einzelfallhilfe
3.6.3.3.3 Einzelfallhilfe in der Schule
3.6.3.4 Gruppenarbeit
3.6.3.4.1 Der Begriff Gruppe
3.6.3.4.2 Gruppenpädagogik
3.6.3.4.3 Gruppenarbeit in der Schule
4 Bedingungen gelingender Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe
4.1 Vorort-Kooperation
4.1.1 Sozialraumorientierung als Brücke zwischen Schule und Jugendhilfe
4.1.2 Vernetzungsstrukturen in der Region entwickeln und pflegen
4.2 Fachliche Kooperation
4.2.1 Beide Professionen auf Augenhöhe
4.2.2 Gemeinsame Aufgaben der Jugendhilfe und Schule
4.2.2.1 Bildung
4.2.2.2 Erziehung
4.2.3 Gemeinsame Qualifizierung beider Berufsgruppen
4.2.4 Gemeinsame Ziele als Baustein gelingender Kooperation
4.3 Administrative Kooperation
4.3.1 Administrative Ebene des Jugendamtes
4.3.2 Politische Ebene des Jugendhilfeausschusses und Schulausschusses
5 Schulverweigerung – Die 2. Chance
5.1 Das Konzept
5.1.1 Das Ziel
5.1.2 Zielgruppe
5.2 Die Aufgaben der Koordinierungsstelle
5.2.1 Case Mangement als zentrale Methode des Projektes „Schulverweigerung – Die 2. Chance“
5.2.2 Netzwerkarbeit
5.2.3 Leitfaden für Kooperationspartner
5.2.4 Gender Mainstreaming und Cultural Mainstreaming
5.3 Zuwendungsempfänger
5.4 Beteiligung der jungen Menschen im Projekt
5.5 Finanzierung
6 Schlussbemerkungen
Diese Arbeit reflektiert die strukturellen Schwierigkeiten in der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule vor dem Hintergrund von Schulabsentismus. Das primäre Ziel ist es, Bedingungen aufzuzeigen, unter denen eine gelingende Zusammenarbeit möglich ist, um betroffene Kinder und Jugendliche effektiv zu unterstützen und deren schulische Integration zu fördern.
2.1.1.1 Schulschwänzen
Die Erziehungsberechtigten haben häufig keine Kenntnisse darüber, dass die Kinder die Schule schwänzen. Kinder gehen während der Unterrichtszeit häufig attraktiveren Beschäftigungen nach, meist außerhalb der elterlichen Wohnung (vgl. Schulze (2009), S. 138). Für manche dieser Schüler ist die elterliche Wohnung, beliebte Plätze der Stadt, Einkaufszentren oder der abgelegene Fußballplatz attraktive Alternativen zur negativ erlebten Unterrichts- und Schulsituation. Praktiker berichten zudem von Schülern, die zwar den Unterricht versäumen, sich jedoch auf dem Gelände der Schule, z. B. in der Raucherecke oder im Schulcafe aufhalten. Für sie spielt die Schule weniger als Bildungseinrichtung, denn als sozialer Raum eine Rolle, der Kontakt zu Gleichaltrigen ermöglicht (vgl. Ricking/Schulze/Wittrock (2009), S.16).
Schulschwänzen steht häufig in engem Zusammenhang mit schulischen Versagenserlebnissen, schlechten Zensuren und dem Sitzenbleiben (vgl. Schulze (2009), S. 138). Darüber hinaus wird Schulschwänzen in vielen Untersuchungen mit weiteren im Erziehungskontext problematischen Verhaltensweisen aus dem dissozialen Formenkreis in Verbindung gebracht. Drogenkonsum oder Delinquenz bilden sich mit höherer Wahrscheinlichkeit als bei regelmäßigen Schulgängern aus (vgl. Wilmers/Greve zit. n. Ricking/Schulze/Wittrock (2009), S. 16).
0 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des Schulabsentismus als ernstes Warnsignal und unterstreicht die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.
1 Schulpflicht und Schulzwang als Bezugspunkt von Schulabsentismus: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Rolle der Schulpflicht als Grundlage für die Definition von Schulabsentismus als Regelverletzung.
2 Schulabsentismus – theoretische Grundlagen und Forschungsstand: Hier werden zentrale Begriffsdefinitionen, Entstehungsbedingungen, Risikofaktoren und die Folgen von Schulverweigerung fundiert theoretisch aufgearbeitet.
3 Schule und Jugendhilfe: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis der beiden Systeme, ihre funktionalen Unterschiede sowie sozialpädagogische Methoden der Jugendhilfe, um Schüler in schwierigen Lagen zu unterstützen.
4 Bedingungen gelingender Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe: Der Hauptteil beschreibt praxisnahe Ebenen wie Vorort-, fachliche und administrative Kooperation, die für eine erfolgreiche Zusammenarbeit essenziell sind.
5 Schulverweigerung – Die 2. Chance: Anhand dieses ESF-Programms wird ein Praxisbeispiel reflektiert, das Konzepte wie Case Management zur Reintegration schulverweigernder Jugendlicher erfolgreich anwendet.
6 Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, schulische Unterstützung als eigenständiges Handlungsfeld direkt am Ort der Schule zu etablieren, um die Bildungschancen aller Kinder zu sichern.
Schulabsentismus, Schulverweigerung, Schulschwänzen, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Kooperation, Schulpflicht, Prävention, Intervention, Empowerment, Case Management, Bildungsbenachteiligung, Sozialraumorientierung, Reintegration, Schulerfolg.
Die Arbeit reflektiert die Bedingungen einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule, um dem zunehmenden Phänomen des Schulabsentismus effektiv entgegenzuwirken.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Ursachen von Schulabsentismus, die Kooperationsstrukturen der beteiligten Institutionen sowie sozialpädagogische Interventionsmethoden.
Ziel ist es, strukturelle Schwierigkeiten in der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe aufzuzeigen und Lösungsstrategien für eine bessere Vernetzung zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Auswertung aktueller Forschungsstände, Fachliteratur und der Reflexion eines konkreten Praxisbeispiels (Projekt "Die 2. Chance").
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Absentismus, eine Analyse der Schnittstellen zwischen Schule und Jugendhilfe sowie die Beschreibung praktischer Kooperationsmodelle und methodischer Handlungsoptionen.
Schulabsentismus, Schulverweigerung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Kooperation und Reintegration.
Sie fungieren als zentrale Anlaufstelle vor Ort, übernehmen das Case Management für betroffene Schüler und steuern die Vernetzung zwischen Schulen, Eltern und weiteren Akteuren.
Ohne eine Verankerung auf politischer und administrativer Ebene verlaufen Kooperationsprozesse oft zufällig und sind nicht dauerhaft oder verlässlich in den Strukturen verankert.
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