Diplomarbeit, 2003
92 Seiten, Note: 1,7
1 GRUNDLEGUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 DIE DEUTSCHE BAHN AG
2.1 Geschichte der Deutschen Bahn AG
2.1.1 Die Deutsche Bundesbahn 1949 – 1993
2.1.2 Bahnreform 1994 bis heute
2.2 Rechtliche Grundlagen des Schienenverkehrs
2.2.1 Bundesgesetzgebung
2.2.2 Eisenbahnneuordnungsgesetz (ENeuOG) 1994
2.2.3 Zuständige Institutionen
2.2.4 Sonderstellung der DB Netz AG
2.2.4.1 Monopoltheoretische Aspekte
2.2.4.2 Die Finanzierung der Deutschen Schienenwege
2.2.5 Wirtschaftliche Ergebnisse der DB AG
2.2.5.1 Prognosen
2.2.5.2 Entwicklung der Marktanteile im Personenverkehr
2.2.5.3 Ergebniskennzahlen der DB AG
2.2.5.4 Zusammenfassung
3 DIE NEUE PREISSTRUKTUR IM PERSONENFERNVERKEHR DER DB AG
3.1 Alte und neue Preisstruktur im Vergleich
3.1.1 Grundlegende Änderungen
3.1.2 Der Grundpreis bzw. Normalpreis
3.1.3 Die Bahncard
3.1.4 Die Rabattsysteme
3.1.5 Fallbeispiele
3.1.6 Rabattstufen und Preisvielfalt
3.2 Die neue Preisstruktur unter dem Aspekt der Preisdiskriminierung
3.2.1 Definition Preisdiskriminierung
3.2.2 Preisdiskriminierung im alten Preissystem
3.2.3 Die neue Preisstruktur als Preisdiskriminierung 2. Grades
3.2.3.1 Heterogene Präferenzen bei den Bahnkunden
3.2.3.2 Die Bahncard als Two-part-tariff
3.2.3.3 Vollkommen Nichtlineare Preise und Price-Quality-Packages
3.2.3.4 Priority Servicing
3.2.3.5 Arbitrage und ihre Verhinderung durch Gebühren
3.2.4 Wohlfahrtstheoretische Aspekte von Preisdiskriminierungen
3.2.5 Ergebnisse
4 WETTBEWERBSPOLITISCHE ANALYSE DES TRANSPORTMARKTES
4.1 Ziele der Wettbewerbspolitik
4.2 Der intermodale Wettbewerb auf dem Transportmarkt
4.2.1 Marktabgrenzung
4.2.1.1 Marktdefinition
4.2.1.2 Marktabgrenzung nach dem Industriekonzept
4.2.1.3 Marktabgrenzung nach dem Substitutionskonzept
4.2.1.4 Ergebnisse
4.2.2 Wettbewerbstests
4.2.3 Ergebnisse
4.3 Der intramodale Wettbewerb auf der Schiene
4.3.1 Allgemeines
4.3.2 Marktabgrenzung
4.3.2.1 Industriekonzept
4.3.2.2 Substitutionskonzept
4.3.2.3 Produktionsflexibilitätskonzept
4.3.2.4 Ergebnis der Marktabgrenzung
4.3.3 Wettbewerbstests
4.3.3.1 Strukturtest
4.3.3.2 Test des Wettbewerbsprozesses
4.3.3.3 Test der Wettbewerbsergebnisse
4.3.4 Ergebnisse
5 WETTBEWERBSRECHTLICHE PRÜFUNG
5.1 Feststellung des prüfungsrelevanten Sachverhalts
5.2 Nachweis der Marktbeherrschung
5.3 Nachweis des Ausbeutungsmissbrauchs
5.3.1 Die Problematik des Konzepts des Missbrauchs
5.3.2 Die Auswahl des räumlichen Vergleichsmarktes
5.3.3 Die Determinanten des Vergleichsmarktes Schweiz
5.3.3 Das Angebot der SBB und ihre Preisstruktur
5.4 Ergebnis
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit analysiert das Preissetzungsverhalten der Deutschen Bahn AG nach der Einführung ihrer neuen Preisstruktur im Jahr 2002. Dabei wird untersucht, ob dieses Verhalten eine wettbewerbsrechtlich unzulässige Ausbeutung der Bahnkunden durch Preisdiskriminierung darstellt und inwiefern die Deutsche Bahn AG eine marktbeherrschende Stellung im Schienenpersonenfernverkehr innehat.
3.2.3.2 Die Bahncard als Two-part-tariff
Der günstigere Preis der neuen Bahncard und ihre gleichzeitig niedrigere Rabattwirkung reflektiert eine veränderte Wahrnehmung der Bahnkunden durch die DB AG bzgl. ihrer Heterogenität und ist nach wie vor ein wichtiges Mittel der Preisdiskriminierung. Sowohl alte als auch neue Bahncard kennzeichnen sich durch die (pro Periode) einmalige Zahlung eines fixen Betrags und die dadurch erworbene Reduzierung der variablen Fahrtkosten um einen bestimmten Prozentsatz aus und wirken daher wie ein Mengenrabatt. Da sich sowohl alte als auch neue Bahncard bereits ab einer relativ geringen Nutzungsintensität lohnen, wird hier vor allem die Kombination von Anschaffungspreis und Preis pro Einheit besprochen. Zweigeteilte Tarife sind als Preisdiskriminierung 2. Grades einzuordnen, da sich der durchschnittlich gezahlte Preis mit der Nutzungsintensität ändert. Daher zahlt der Kunde mit einer geringeren Nachfrage nach Bahnfahrten mehr pro einzelne Fahrkarte als der Kunde mit einer starken Nachfrage. Dies zwingt den Konsumenten zur Offenbarung seiner Nutzungsintensität und marginalen Zahlungsbereitschaft.
1 GRUNDLEGUNG: Einleitung in die Problematik der neuen Preisstruktur der DB AG und Erläuterung des Gangs der Untersuchung.
2 DIE DEUTSCHE BAHN AG: Historischer Abriss der Bahnreform sowie rechtliche und ökonomische Analyse der Konzernstruktur.
3 DIE NEUE PREISSTRUKTUR IM PERSONENFERNVERKEHR DER DB AG: Detaillierte Darstellung der neuen Preisstruktur und theoretische Einordnung als Preisdiskriminierung 2. Grades.
4 WETTBEWERBSPOLITISCHE ANALYSE DES TRANSPORTMARKTES: Untersuchung des intermodalen und intramodalen Wettbewerbs auf Basis der Marktabgrenzung und wettbewerblicher Kriterien.
5 WETTBEWERBSRECHTLICHE PRÜFUNG: Rechtliche Prüfung des Ausbeutungsmissbrauchs nach dem GWB unter Einbeziehung eines Vergleichs mit dem Schweizer Schienenverkehr.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit zur Preisstruktur und zum Misserfolg der Bahnreform hinsichtlich der Wettbewerbsförderung.
Deutsche Bahn AG, Preisstruktur, Preisdiskriminierung, Bahncard, Wettbewerbspolitik, Schienenpersonenfernverkehr, Marktbeherrschung, Ausbeutungsmissbrauch, Bahnreform, Transportmarkt, Monopol, Rabattsysteme, Nutzwert, Tarifgestaltung, Regulierung.
Die Arbeit untersucht das Preissetzungsverhalten der Deutschen Bahn AG nach der Einführung ihrer neuen Preisstruktur im Jahr 2002 und dessen Vereinbarkeit mit dem deutschen Wettbewerbsrecht.
Die zentralen Themen sind Preisdiskriminierung, Marktstrukturanalyse, wettbewerbsrechtliche Missbrauchskontrolle und die Effekte der Bahnreform auf den Wettbewerb.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die neue Preisstruktur eine ungesetzliche Ausbeutung der Bahnkunden darstellt und ob eine marktbeherrschende Stellung der DB AG vorliegt.
Es wird eine wettbewerbspolitische und wettbewerbsrechtliche Analyse durchgeführt, unterstützt durch mikroökonomische Modelle der Preisdiskriminierung und einen internationalen Vergleich mit dem Schweizer Schienensystem.
Der Hauptteil befasst sich mit der Struktur der DB AG, der detaillierten Beschreibung der neuen Preissysteme, der ökonomischen Theorie der Preisdiskriminierung sowie der praktischen Prüfung der Marktmacht und des möglichen Ausbeutungsmissbrauchs.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Preisdiskriminierung, Marktbeherrschung, Bahnreform, Ausbeutungsmissbrauch und Wettbewerbsrecht charakterisieren.
Die Schweiz wird herangezogen, weil sie Ähnlichkeiten in der Durchführung der Bahnreform und in den heutigen Strukturen der ehemaligen Staatsmonopolisten aufweist, bei gleichzeitig höherer Wettbewerbsintensität.
Das Fazit lautet, dass die neue Preisstruktur eine erhebliche Preisdiskriminierung 2. Grades darstellt, die für viele Kunden zu Preiserhöhungen führt, ohne dabei eine echte Belebung des Wettbewerbs zu fördern.
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