Examensarbeit, 2010
123 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gesellschaftliche Entwicklungen als Herausforderung für die Pädagogik
2.1 Gastarbeiter in Deutschland – vom Anwerbeabkommen zum Anwerbestopp
2.2 Aussiedler
2.3 Flüchtlinge
3. Die Lage im Bildungswesen
3.1 Aktuelle Forschungsergebnisse
3.2 Konsequenzen für das deutsche Schulsystem
4. Interkulturelle Pädagogik – Von der Duldung zum Dialog
4.1 Interkulturelles Lernen – Definition
4.2 KMK Empfehlung „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ (1996)
5. Interreligiöses Lernen – Bereicherung durch Begegnung?
5.1 Annäherung an das interreligiöse Lernen und seine Voraussetzungen
5.2 Ziele und Kompetenzen interreligiösen Lernens
5.3 Fünf Schritte interreligiösen Lernens
5.4 Ebenen des interreligiösen Lernens
5.5 Schule als geeigneter Ort für interreligiöses Lernen?
5.6 Theologische Grundlagen zum Religionsunterricht und zum interreligiösen Lernen
5.6.1 Die Würzburger Synode von 1974
5.6.2 Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen
5.7 Modelle für einen Dialog der verschiedenen Religionen
5.7.1 Exklusivismus
5.7.2 Inklusivismus
5.7.3 Pluralismus
6. Lehramtliche Aussagen zum interreligiösen Dialog
6.1 Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils
6.1.1 Lumen Gentium
6.1.2 Nostra Aetate
6.2 Die Päpstlichen Lehrschreiben
6.2.1 Redemptoris Missio
6.2.2 Exkurs: Worten folgen Taten: Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
6.3 Stellungnahmen der evangelischen Kirche zum interreligiösen Dialog
6.3.1 Ökumenischer Rat der Kirche
6.3.2 Die EKD (Evangelische Kirche Deutschlands)
7. Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien
7.1 Deutsche Bischofskonferenz und KMK Empfehlung
7.2 RRL für die Schuljahrgänge 7-10 im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien in Niedersachsen (2003)
8. Exemplarischer Schulbuchvergleich zum interreligiösen Lernen
8.1 Reli – Unterrichtswerk für Jahrgangsstufe 5 und 6
8.2 Reli – Unterrichtswerk für die Jahrgangsstufe 7 und 8
8.3 Religion vernetzt – Klasse 7
8.4 Das Kursbuch Religion für das 7./8. Schuljahr
8.5 Suchen und Glauben für das 5./6. Schuljahr
8.6 Fazit
9. Unterrichtseinheit zum interreligiösen Lernen in Bezug auf Christentum und Islam
9.1 Unterrichtsequenz Christen – Muslime
9.2 Ziele der Unterrichtseinheit
9.3 Spezifische Lernwege für das interreligiöse Lernen in Bezug auf diese Unterrichtseinheit - eine Ideenbörse
9.4 Eine synoptische Darstellung – Einordnung in die Unterrichtssequenz
9.5 Entwicklungspsychologische Aspekte
9.6 Vergleich: „Die Josefsgeschichte“ in Bibel und Koran
9.6.1 Sachanalyse
9.6.2 „Josef“ - Bibel und Koran als Thema in einer Unterrichtsstunde – Didaktische Analyse
9.6.3 Methodische Analyse
9.6.4 Geplanter Unterrichtsverlauf
10. Chancen und Grenzen interreligiösen Lernens im schulischen Religionsunterricht
11. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das interreligiöse Lernen im Kontext der Unterrichtspraxis des katholischen Religionsunterrichts an Gymnasien. Ziel ist es, den Nutzen und die Chancen dieses Lernprozesses in einer pluralistischen Gesellschaft zu reflektieren und methodische Ansätze für den Religionsunterricht zu erarbeiten.
1. Einleitung
„Hat von Euch jeder seinen Ring von seinem Vater: So glaube jeder sicher seinen Ring Den echten. – Möglich; dass der Vater nun Die Tyrannei des einen Rings nicht länger In seinem Hause dulden wollen! – Und gewiss; Dass er euch alle drei geliebt, und gleich Geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen, Um einen zu begünstigen. – Wohlan! Es eifre jeder seiner unbestochenen Von Vorurteilen freien Liebe nach!“
In dem Drama „Nathan der Weise“ spricht Nathan diese Verse im Gespräch mit dem Muslim Saladin. Mit seiner Ringparabel versucht Lessing die Frage nach der einen, wahren Religion zu lösen, indem er absichtlich dieser scheinbar unlösbaren Frage aus dem Weg geht. Es gehe nicht um die einzelnen Religionen als Religionsgemeinschaften, sondern allein um den jeweiligen Menschen, wie Nathan dem Tempelherrn zu verstehen gibt. Lessing versteht es also, sich um ein Ideal des Zusammenlebens zu bemühen, das durch Toleranz, Vernunft, Gleichberechtigung und Menschlichkeit geprägt ist und bei dem nicht der transzendente Gehalt und die Wahrheit der Religion im Vordergrund stehen.
Seit ein paar Jahren sticht ein schillernder Begriff in der Religionspädagogik immer stärker hervor: interreligiöses Lernen. Was ist jedoch genau damit gemeint? Wie kann man sich einen solchen Lernprozess vorstellen?
1. Einleitung: Einführung in die Thematik durch die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ und Hinführung zur Forschungsfrage nach der Relevanz des interreligiösen Lernens im katholischen Religionsunterricht.
2. Gesellschaftliche Entwicklungen als Herausforderung für die Pädagogik: Analyse der migrationsbedingten Veränderungen in der Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf das Bildungswesen.
3. Die Lage im Bildungswesen: Darstellung aktueller Forschungsergebnisse zu den Herausforderungen für Schüler mit Migrationshintergrund und Konsequenzen für das deutsche Schulsystem.
4. Interkulturelle Pädagogik – Von der Duldung zum Dialog: Historische Einordnung und Begriffsdefinition der interkulturellen Pädagogik im Kontext der Schulentwicklung.
5. Interreligiöses Lernen – Bereicherung durch Begegnung?: Definition des interreligiösen Lernens, seiner Voraussetzungen, theologischen Grundlagen und der verschiedenen Modelle des interreligiösen Dialogs.
6. Lehramtliche Aussagen zum interreligiösen Dialog: Analyse der kirchlichen Positionen, angefangen beim Zweiten Vatikanischen Konzil über päpstliche Lehrschreiben bis hin zu evangelischen Stellungnahmen.
7. Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien: Untersuchung der institutionellen Verankerung durch die Deutsche Bischofskonferenz und die niedersächsischen Rahmenrichtlinien.
8. Exemplarischer Schulbuchvergleich zum interreligiösen Lernen: Vergleich moderner Unterrichtswerke mit einer älteren Ausgabe zur Identifizierung von Akzentverschiebungen in der religionspädagogischen Vermittlung.
9. Unterrichtseinheit zum interreligiösen Lernen in Bezug auf Christentum und Islam: Konkretisierung der theoretischen Erkenntnisse durch beispielhafte Unterrichtsentwürfe und methodische Analysen.
10. Chancen und Grenzen interreligiösen Lernens im schulischen Religionsunterricht: Kritische Reflexion der Möglichkeiten und potenziellen Hürden bei der praktischen Umsetzung im schulischen Kontext.
11. Schluss: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit und Komplexität eines authentischen interreligiösen Dialogs im schulischen Rahmen.
Interreligiöses Lernen, Interkulturelle Pädagogik, Religionsunterricht, Islam, Christentum, Dialog, Migration, Bildungsstandards, Schulbuchvergleich, Perspektivwechsel, Didaktik, Begegnung, Wahrheitsanspruch, Ökumene, Identität.
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und methodischen Umsetzung von interreligiösem Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien unter Berücksichtigung einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft.
Die zentralen Felder umfassen die interkulturelle Pädagogik, die Theologie der Religionen, offizielle kirchliche Dokumente zum interreligiösen Dialog sowie die praktische Analyse von Lehrplänen und Schulbüchern.
Das Ziel ist die Untersuchung des Nutzens und der Chancen interreligiösen Lernens in der Unterrichtspraxis, um Schülern einen kompetenten und respektvollen Umgang mit anderen Religionen – insbesondere dem Islam – zu ermöglichen.
Die Arbeit verbindet theoretische Grundlagenarbeit mit einer vergleichenden Analyse von Lehrplänen und einer exemplarischen Untersuchung von Schulbüchern (Schulbuchvergleich) sowie der didaktischen Aufbereitung von Unterrichtseinheiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des interreligiösen Lernens, die kirchlichen Positionen, die schulische Verankerung und eine praktische Analyse von Schulbuchinhalten sowie einen beispielhaften Unterrichtsentwurf.
Interreligiöses Lernen, Interkulturelle Pädagogik, Religionsunterricht, Islam, Dialog, Schulentwicklung und Didaktik der Religionen.
Die Josefsgeschichte dient als konkretes Fallbeispiel für eine synoptische Arbeit im Unterricht, da sie sowohl in der Bibel als auch im Koran vorkommt und sich somit ideal für einen inhaltlichen Vergleich zwischen Christentum und Islam eignet.
Der Vergleich dient dazu, die Entwicklung der religionspädagogischen Vermittlung nachzuzeichnen und zu prüfen, ob und wie Schulbuchverlage auf gesellschaftliche Veränderungen und die Notwendigkeit des interreligiösen Lernens reagiert haben.
Als "Königsweg" wird die direkte persönliche Begegnung mit Angehörigen anderer Religionen bezeichnet, da sie nachhaltiger wirkt als das rein kognitive Studieren von Texten.
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