Masterarbeit, 2025
85 Seiten, Note: 1
Die vorliegende Studie zielt darauf ab, den Zusammenhang zwischen dem wahrgenommenen Führungsstil und der Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitenden in der bayerischen Sozialwirtschaft empirisch zu untersuchen und so einen wissenschaftlichen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von Führungskompetenzen in diesem Sektor zu leisten. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welcher Zusammenhang zwischen Führungsstil und Arbeitszufriedenheit in diesem spezifischen Kontext besteht.
Transformationale Führung
Transformationale Führung zählt nach Kauffeld et al. (S. 115-118) sowie Furtner und Baldegger (S. 162) zu den einflussreichsten Führungstheorien der letzten Jahrzehnte. Sie wird hauptsächlich im Kontext organisationaler Veränderung und der Mitarbeitendenmotivation als zentral angesehen. Im Gegensatz zur transaktionalen Führung setzt sie nach Kanning und Staufenbiel (2012, S. 253) nicht auf Elemente von Belohnung und Bestrafung. Sie baut vielmehr auf die emotionale Beeinflussung der Beschäftigten durch Motivation sowie einem respektvollen und vertrauensvollen Umgang. Da sie dennoch Bestandteile einer Austauschbeziehung enthält, sehen Kauffeld et al. darin eine Erweiterung des transaktionalen Konzeptes. Vorgesetzte haben, führen Kauffeld et al. weiter aus, die Aufgabe, eine Vision zu vermitteln. Laut Felfe (2006, S. 63) hat die transformationale Führung Einfluss auf die Einstellungen, Werte oder Ziele der geführten Personen. Die Intention ist laut Jachtchenko eine mentale Veränderung bei den Beschäftigten zu bewirken. Diese sollen nicht nur ihre individuellen Interessen verfolgen, sondern sich mit der Organisation identifizieren und den angestrebten Erfolg als intrinsische Belohnung verstehen. Mitarbeitende, berichtet Jachtchenko weiter, sollen sich unabhängig von der individuellen Leistung wohlfühlen. Sie sollen davon überzeugt sein, an einer sinnstiftenden Aufgabe mitzuwirken und an der Erfüllung einer ansprechenden Vision zu partizipieren. Anstelle kurzfristiger und egoistischer Zielsetzungen treten langfristige und altruistische Wertevorstellungen. Haben Beschäftigte diese positive Einstellung und wirken aus eigener Überzeugung auf diese Ziele hin, so wird dies als intrinsische Motivation bezeichnet. Dieser Ansatz fördert das Selbstvertrauen und trägt zur Zufriedenheit der Arbeitnehmenden bei. Dementsprechend wird die transformationale Führung, wie u.a. Furtner und Baldegger (S. 82) sowie Kauffeld et al. berichten, insbesondere durch die oberen Stufen der Bedürfnispyramide, nämlich Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung, das Flow-Erleben sowie die Motivatoren der Zwei-Faktoren-Theorie angesprochen.
Die Verhaltensmuster der transformationalen Führung basieren nach Kauffeld et al. (S. 116) auf vier Basisstrategien. Diese sind idealisierter Einfluss (Idealized Influence, II), inspirierende Motivation (Inspirational Motivation, IM), intellektuelle Stimulation (Intellectual Stimulation, IS) und individuelle Rücksichtnahme (Individualized Consideration, IC).
In der Strategie II, so erläutern Furtner und Baldegger (S. 166), erfolgt Führung aufgrund der Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit der charismatischen Leitungskraft. Diese ist nach Jachtchenko (S. 108) selbst motiviert und nimmt sich Zeit für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden. Felfe (S. 63) ergänzt, dass Vorgesetzte hohe Anforderungen an ihr Team stellen. Um den geforderten Erwartungen selbst gerecht zu werden, leben sie diese Ansprüche als Vorbild selbst vor. Das Vorgehen der Führungskraft ist dabei an ethischen und moralischen Prinzipien ausgerichtet. Sie genießt in besonderem Maße Bewunderung, Respekt und das Vertrauen ihrer Untergebenen.
Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Bedeutsamkeit der Thematik, erläutert die Zielsetzung und wissenschaftliche Fragestellung und beschreibt das methodische Vorgehen der Studie.
Kapitel 2 Theorie: Hier werden die theoretischen Hintergründe zur Forschung beleuchtet, beginnend mit der Definition und Charakterisierung der Sozialwirtschaft sowie einer Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zu Motivationstheorien und Führungsstilen.
Kapitel 3 Empirie: Dieses Kapitel skizziert das Forschungsdesign, stellt das Untersuchungsfeld und das Erhebungsinstrument vor und beschreibt die Durchführung der Untersuchung sowie das anschließende methodische Vorgehen.
Kapitel 4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Resultate der Untersuchung, beginnend mit der Beschreibung der Stichprobe, gefolgt von deskriptiven und inferenzstatistischen Analysen zu den Zusammenhängen zwischen Variablen.
Kapitel 5 Fazit und Ausblick: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse aus der Literaturanalyse und der empirischen Untersuchung zusammengetragen, kritisch gewürdigt und praxisorientierte Empfehlungen sowie Ansätze für weiterführende Forschungen aufgezeigt.
Führungsstil, Arbeitszufriedenheit, Transaktionale Führung, Transformationale Führung, Sozialwirtschaft, Positive Psychologie
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen verschiedenen Führungsstilen und der Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitenden in der bayerischen Sozialwirtschaft.
Die zentralen Themenfelder sind Führungsstile (insbesondere transformational, transaktional, Laissez-faire), Arbeitszufriedenheit sowie die bayerische Sozialwirtschaft als spezifischer Kontext.
Das primäre Ziel ist es, empirisch zu untersuchen, welcher Zusammenhang zwischen dem wahrgenommenen Führungsstil und der Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitenden in der bayerischen Sozialwirtschaft besteht.
Die Studie basiert auf einem vorwiegend deduktiven Erkenntnisgewinn und verwendet eine quantitative Umfrage als Primärerhebung, deren Daten deskriptiv und inferenzstatistisch analysiert werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Sozialwirtschaft, Arbeitszufriedenheit und Führungsstile, das empirische Forschungsdesign mit Stichprobe und Instrumenten sowie die detaillierten Ergebnisse der Datenerhebung und -analyse.
Die Arbeit wird charakterisiert durch die Schlüsselwörter: Führungsstil, Arbeitszufriedenheit, Transaktionale Führung, Transformationale Führung, Sozialwirtschaft, Positive Psychologie.
Transformationale Führung fördert intrinsische Motivation, Engagement und Sinnhaftigkeit, was in der Sozialwirtschaft mit ihrem sozialen Auftrag besonders wichtig ist und zu höherer Arbeitszufriedenheit beiträgt.
Die Studie ergab, dass Geschlecht und Alter nur einen moderaten Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit oder die Wahrnehmung von Führungsstilen haben; die Unterschiede sind gering und nicht immer signifikant.
Die Untersuchung ist auf die bayerische Sozialwirtschaft beschränkt, hat eine geringe Beteiligung bestimmter Organisationen und es wurde keine Reliabilität für die erzeugte Stichprobe ermittelt, trotz der Verwendung validierter Instrumente.
Führungskräfte sollten gezielt Kompetenzen in transformationaler Führung entwickeln, um Kreativität, Eigenverantwortung und Werteorientierung zu fördern, und rein transaktionale oder Laissez-faire-Stile vermeiden.
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