Bachelorarbeit, 2024
153 Seiten, Note: 1,3
Diese Bachelorthesis zielt darauf ab, die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) in der Immobilienbewertung zu erforschen und ihre Auswirkungen auf Effizienz und Effektivität im Vergleich zu traditionellen Methoden zu untersuchen. Im Fokus steht die Frage, inwieweit KI-basierte Tools den Bewertungsprozess vereinfachen und verbessern können.
2.2.4 Allgemeine Schwachstellen menschlicher Immobilienbewertung
Immobilienbewerter arbeiten in einer informationsreichen und komplexen Umgebung, welche von unvollständigen oder ungenauen Marktdaten geprägt ist. Außerdem arbeiten sie oft an einer Mehrzahl von Bewertungen in unterschiedlichen Phasen der Immobilienbewertung. Sie werden zudem von verschiedenen externen Einflüssen wie Transaktionspreisen, Kundenfeedback oder weiteren Expertenmeinungen beeinflusst. Angesichts dieses komplexen Umfelds greifen Gutachter häufig auf Heuristiken zurück, um effizient arbeiten zu können. Diese sind mentale Abkürzungen, die schnelle Urteile ermöglichen, indem sie die Informationsverarbeitung vereinfachen. Dadurch helfen sie, die Beschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses zu überwinden, welches nur eine begrenzte Menge an Informationen simultan verarbeiten kann. Dies geschieht, indem sich Gutachter auf bestimmte Informationsstücke konzentrieren oder Schritte im Bewertungsprozess überspringen. Das ermöglicht ihnen, schneller und gezielter auf relevante Datenpunkte zuzugreifen und Entscheidungen zu treffen. Obwohl Heuristiken eine effiziente Informationsverarbeitung ermöglichen, können sie auch zu systematischen Mängeln führen.93 Im Folgenden werden mögliche Fehlerquellen erläutert.
1. Inkonsistenz in der Modellanwendung: Immobiliengutachter folgen nicht immer den vorgeschriebenen Bewertungsmodelle. Eine inkonsistente Anwendung durch die Immobiliengutachter führt zu Schwankungen in der Genauigkeit der Bewertungen. Diese Inkonsistenzen stellen abgesehen von Szenarien, in denen sie sich gegenseitig ausgleichen können, wie etwa in großen Portfolios, eine signifikante Schwachstelle dar.94 Darüber hinaus, neigen Gutachter auf ihre Erfahrung und Faustregeln, also heuristisches Verhalten, zurückzugreifen, anstatt strikt formale Verfahren zu befolgen.95
2. Verankerungs- und Anpassungsheuristik: Menschen neigen dazu, sich früh im Rahmen eines Bewertungsprozesses auf einen Ausgangswert oder Ankerwert festzulegen und suchen dann nach Daten, die diese erste Einschätzung bestätigen. Dies trifft auch auf Gutachter zu und kann zu Verzerrungen führen, insbesondere wenn diese sich auf den Verkaufspreis eines laufenden Vertrags oder Kundenmeinungen verankern und dadurch die Auswahl vergleichbarer Verkäufe einschränken. Dies kann zur Folge haben, dass sie ihre Schätzung nur unzureichend anpassen und letztendlich die Schätzung des Endwerts beeinflusst.96
3. Geografische Vertrautheit: Die Vertrautheit mit einem Gebiet ist ein wichtiger Faktor im Verhalten von Gutachtern. Speziell bei Arbeiten außerhalb ihres Fachgebiets sind diese anfälliger für potenzielle Ankereffekte und Verzerrungen.97
4. Satisficing: Das Konzept des Satisficing (z. Dt. Genügen) beschreibt die Tendenz von Gutachtern, welche Bewertungen durchführen, die als „gut genug“ gelten, anstatt die bestmögliche und genaueste Bewertung zu verwenden. Dies kann besonders in Situationen unter Zeitdruck oder bei unzureichenden Informationen relevant sein.98
Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Künstlichen Intelligenz in der Immobilienbewertung ein, beleuchtet die Relevanz der Forschungsfrage und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Kapitel 2: Grundlagen der Immobilienbewertung: Hier werden die Besonderheiten von Immobilien und des Immobilienmarktes sowie traditionelle Bewertungsmethoden und ihre menschlichen Schwachstellen detailliert dargestellt.
Kapitel 3: Künstliche Intelligenz: Das Kapitel bietet eine Einführung in die Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Deep Learning, erläutert wichtige ML-Modelle und präsentiert relevante Studienergebnisse zur Vorhersagegenauigkeit.
Kapitel 4: Automatisierte Immobilienbewertung: Dieses Kapitel definiert automatisierte Bewertungsmodelle (AVMs), untersucht deren Einsatzgründe, potenzielle Anwendungsbereiche und diskutiert deren Vor- und Nachteile.
Kapitel 5: Empirische Untersuchung: Die Methodik der Datenerhebung, der Versuchsaufbau mit Hypothesen und die Beschreibung der Stichproben werden erläutert, gefolgt von der Analyse und Interpretation der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich Effizienz und Effektivität von KI-Anwendungen.
Kapitel 6: Diskussion und Limitation: Die Ergebnisse der empirischen Studie werden diskutiert, wobei die signifikante Reduzierung der Bewertungszeit und die geringere Varianz der KI-basierten Methoden hervorgehoben, aber auch Limitationen der Studie erörtert werden.
Kapitel 7: Schlussbetrachtung: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Potenziale und Herausforderungen des KI-Einsatzes in der Immobilienbewertung und gibt Ausblicke für zukünftige Forschung.
Künstliche Intelligenz, Immobilienbewertung, Machine Learning, Deep Learning, Automatisierte Bewertungsmodelle (AVM), Effizienz, Effektivität, Ertragswertverfahren, Vergleichswertverfahren, Sachwertverfahren, Neuronale Netze, ChatGPT, Large Language Models (LLM), Entscheidungsbaum-Ensembles, Random Forest, XGBoost.
Die Arbeit untersucht, wie Künstliche Intelligenz (KI) in der Immobilienbewertung eingesetzt werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Effizienz und Effektivität des Bewertungsprozesses im Vergleich zu herkömmlichen Methoden hat.
Zentrale Themenfelder sind die Grundlagen der Immobilienbewertung, die verschiedenen Arten von KI-Modellen (Machine Learning, Deep Learning, Large Language Models), automatisierte Bewertungsmodelle (AVMs) und eine empirische Untersuchung zum Leistungsvergleich von KI-basierten und traditionellen Bewertungsmethoden.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob KI-Modelle in der Immobilienbewertung die Effizienz und Effektivität im Vergleich zu konventionellen Wertermittlungsverfahren verbessern können.
Die Arbeit nutzt eine gemischte Methodik aus experimentellem Design für quantitative Daten und einer Fragebogenerhebung für qualitative Einblicke, um kausale Zusammenhänge zu untersuchen und Nutzererfahrungen zu erfassen.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Immobilienbewertung und deren Schwachstellen, eine detaillierte Einführung in Künstliche Intelligenz und spezifische ML-Modelle, die Funktionsweise und Anwendung von automatisierten Bewertungsmodellen sowie die Durchführung und Ergebnisse einer empirischen Untersuchung.
Immobilienbewertung, Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Effizienz, Effektivität, Automatisierte Bewertungsmodelle, Ertragswertverfahren, ChatGPT, Datenanalyse.
Menschliche Fehler, wie Inkonsistenz in der Modellanwendung, Verankerungs- und Anpassungsheuristiken, geografische Vertrautheit und "Satisficing" (Genügen), führen zu Unsicherheiten, Ungenauigkeiten und subjektiven Verzerrungen in der traditionellen Immobilienbewertung.
LLMs wie ChatGPT oder JLL-GPT können die Immobilienbewertung durch automatisierte Textanalyse (z.B. Mietverträge), effiziente Datensammlung und -verarbeitung, Reduzierung von Fehlern und verbesserte Berichterstattung unterstützen, was zu einer Steigerung der Effizienz und Objektivität führt.
Bedenken umfassen die mangelnde manuelle Nachprüfbarkeit, die Sorge um die Genauigkeit bei komplexen Fällen, Fragen der Haftung, Datenschutzverletzungen, eine potenzielle politische Färbung der Ergebnisse und die Angst vor dem Verlust menschlicher Arbeitsplätze.
Die Expertenmeinungen deuten darauf hin, dass KI die Rolle menschlicher Gutachter nicht ersetzen, sondern vielmehr als unterstützendes Instrument dienen wird, um standardisierte Prozesse zu beschleunigen und als Erstmeinung oder erste Analyse eingesetzt zu werden, die dann vom Menschen verfeinert wird.
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