Diplomarbeit, 2010
103 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
2.1. Grundlegendes zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
2.2. Zielsetzung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes
3. Theoretische Grundlagen der Steuerabgrenzung
3.1. Entstehung und Bedeutung latenter Steuern
3.2. Konzepte der Abgrenzung latenter Steuern
3.2.1. Timing-Konzept
3.2.2. Temporary-Konzept
3.2.3. Vergleich der Abgrenzungskonzepte
3.3. Methoden der Abgrenzung latenter Steuern
3.3.1. Deferred-Methode
3.3.2. Liability-Methode
3.4. Klassifizierung von Differenzen
3.4.1. Zeitlich begrenzte Differenzen
3.4.2. Quasi-permanente Differenzen
3.4.3. Permanente Differenzen
3.4.4. Erfolgsneutral entstandene Differenzen
4. Bilanzierung latenter Steuern im Einzelabschluss nach § 274 HGB
4.1. Bedeutung latenter Steuern nach BilMoG
4.2. Ansatz latenter Steuern
4.2.1. Anwenderkreis
4.2.2. Ermittlungskonzeption
4.2.3. Gesamtdifferenzbetrachtung
4.2.4. Aktivierungswahlrecht und Passivierungspflicht latenter Steuern
4.2.5. Latente Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie Steuergutschriften
4.2.5.1. Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge
4.2.5.2. Latente Steuern auf Steuergutschriften und Zinsvorträge
4.2.6. Ansatz latenter Steuern bei bestimmten Sonderfällen
4.2.7. Erfolgswirksame oder erfolgsneutrale Bildung und Auflösung latenter Steuern
4.3. Bewertung latenter Steuern
4.3.1. Relevanter Steuersatz
4.3.2. Abzinsung
4.4. Ausweis latenter Steuern
4.4.1. Ausweis in der Bilanz
4.4.1.1. Sonderposten eigener Art
4.4.1.2. Saldierungswahlrecht
4.4.2. Ausweis in der GuV
4.4.3. Ausweis im Anhang
4.5. Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB
4.6. Latente Steuern bei kleinen Kapitalgesellschaften und Nicht-Kapitalgesellschaften
4.7. Latente Steuern bei ertragsteuerlichen Organschaften
4.8. Abschließender Vergleich der Regelungen vor und nach BilMoG
5. Besonderheiten bei Personengesellschaften i.S.d. § 264a HGB
5.1. Steuerliche Besonderheiten bei Personengesellschaften
5.2. Auswirkungen der steuerlichen Besonderheiten auf die Ermittlung latenter Steuern
5.2.1. Abgrenzung latenter Steuern auf Ebene der Personengesellschaft
5.2.1.1. Relevanter Steuersatz
5.2.1.2. Ermittlung der temporären Differenzen
5.2.1.2.1. Auflösung der temporären Differenzen
5.2.1.2.2. Berücksichtigung der Gesamthandsbilanz
5.2.1.2.3. Einfluss der Ergänzungsbilanzen
5.2.1.2.4. Einfluss der Sonderbilanzen
5.2.2. Abgrenzung latenter Steuern auf Ebene der Mitunternehmer
5.2.2.1. Beschränkt haftende Personengesellschaft als Mitunternehmer
5.2.2.2. Kapitalgesellschaften als Mitunternehmer
6. Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach § 306 HGB
6.1. Ansatz latenter Steuern
6.1.1. Grundlagen
6.1.2. Abgrenzung latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen
6.1.2.1. Latente Steuern aus der Kapitalkonsolidierung nach § 301 HGB
6.1.2.2. Latente Steuern aus der Schuldenkonsolidierung nach § 303 HGB
6.1.2.3. Latente Steuern aus der Zwischenergebniseliminierung nach § 304 HGB
6.1.2.4. Latente Steuern aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung nach § 305 HGB
6.1.3. Ausnahmen vom Ansatz latenter Steuern
6.1.3.1. Geschäfts- oder Firmenwert bzw. passiver Unterschiedsbetrag
6.1.3.2. Outside basis differences
6.2. Bewertung latenter Steuern
6.3. Ausweis latenter Steuern
6.3.1. Ausweis in der Konzernbilanz
6.3.2. Ausweis in der Konzern-GuV
6.3.3. Ausweis im Konzernanhang
7. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) neu geregelte Bilanzierung latenter Steuern im handelsrechtlichen Einzel- und Konzernabschluss. Das Ziel besteht darin, die wesentlichen Neuerungen – insbesondere den Konzeptionswechsel zum Temporary-Konzept und die Berücksichtigung steuerlicher Verlustvorträge – zu analysieren und zu prüfen, ob diese Änderungen im Einklang mit den übergeordneten Zielsetzungen des BilMoG stehen.
3.1. Entstehung und Bedeutung latenter Steuern
Latente Steuern haben ihren Ursprung in der unterschiedlichen Ermittlung des handels- und steuerrechtlichen Jahresergebnisses aufgrund abweichender Gewinnermittlungsvorschriften. So führen steuerrechtlich abweichende Ansatz- und Bewertungsregeln ggü. der Handelsbilanz zu Differenzen zwischen den beiden Rechenwerken. Die Folge ist, dass der in der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ausgewiesene Steueraufwand nicht in einem sinnvollen Zusammenhang zum handelsrechtlichen Vor-Steuer-Ergebnis steht. Dem Gewinnausweis in der Handelsbilanz steht also entweder ein zu hoher oder zu niedriger Steueraufwand, in Relation zum Steuersatz, gegenüber.
Ist der Steueraufwand aus handelsrechtlicher Perspektive zunächst zu hoch und bei Umkehrung der Differenz zu niedrig, wird dies durch die erfolgswirksame Bildung eines aktiven latenten Steuerpostens ausgeglichen. Per Saldo wird dadurch in der GuV ein geringerer Steueraufwand, bestehend aus tatsächlichen und latenten Steuern, ausgewiesen. Für den umgekehrten Fall, dass der aus der Steuerbilanz übernommene Steueraufwand aus handelsrechtlicher Perspektive zu niedrig ist, ist eine passive latente Steuer zu bilden.
Das Beispiel hat gezeigt, dass latente Steuern zwei wesentliche Funktionen besitzen. So dient die Bilanzierung latenter Steuern einerseits der periodengerechten Erfolgsermittlung, da der „richtige“ Steueraufwand, d. h. der mit dem handelsrechtlichen Ergebnis korrespondierende und nicht der auf Basis der Steuerbilanz berechnete Steueraufwand, in der Handelsbilanz ausgewiesen wird. Der Steueraufwand wird durch die Bildung latenter Steuern in der Bilanz berichtigt. Andererseits sind latente Steuern zur Beurteilung der Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens von Bedeutung, da sie Informationen über voraussichtlich künftige Steuerbe- oder -entlastungen vermitteln. So signalisieren aktive latente Steuern eine zukünftige Steuerentlastung und passive latente Steuern eine künftige Steuerbelastung. Latente Steuern haben allerdings keine Wirkung auf die tatsächlichen Steuern, sondern stellen „lediglich“ einen reinen Informationsposten dar.
1. Einleitung: Erläutert die Problemstellung der Arbeit im Zuge des BilMoG und gibt einen Überblick über den Aufbau der Untersuchung.
2. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz: Analysiert die Hintergründe der Gesetzgebung sowie die zentralen Ziele des BilMoG zur Modernisierung der deutschen Rechnungslegung.
3. Theoretische Grundlagen der Steuerabgrenzung: Vermittelt die Systematik latenter Steuern, stellt verschiedene Abgrenzungskonzepte und -methoden gegenüber und klassifiziert Differenzarten.
4. Bilanzierung latenter Steuern im Einzelabschluss nach § 274 HGB: Der Schwerpunkt der Arbeit untersucht Ansatz, Bewertung und Ausweis latenter Steuern im Einzelabschluss nach den neuen Regelungen des BilMoG.
5. Besonderheiten bei Personengesellschaften i.S.d. § 264a HGB: Behandelt die spezifischen steuerlichen Besonderheiten bei Personengesellschaften und deren Auswirkungen auf die Ermittlung latenter Steuern.
6. Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach § 306 HGB: Analysiert die Vorgehensweise bei der Steuerabgrenzung im Konzernabschluss, insbesondere im Kontext von Konsolidierungsmaßnahmen.
7. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet kritisch, ob die Ziele des BilMoG hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern erreicht wurden.
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG, Latente Steuern, Temporary-Konzept, Timing-Konzept, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Verlustvorträge, Abgrenzungsmethoden, Ausschüttungssperre, Konzernabschluss, Personengesellschaften, Steueraufwand, Bilanzanalyse, Eigenkapitalquote.
Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Neuregelung der Bilanzierung latenter Steuern durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im deutschen Handelsrecht.
Zentrale Themen sind der Übergang vom Timing- zum Temporary-Konzept, der Ansatz aktiver und passiver latenter Steuern, die Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen sowie der Ausweis latenter Steuern in Bilanz, GuV und Anhang.
Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen der BilMoG-Neuerungen detailliert darzustellen und zu untersuchen, ob diese Änderungen zur Erreichung der Zielsetzungen des Gesetzes beigetragen haben.
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse der handelsrechtlichen Vorschriften vor und nach dem BilMoG, ergänzt durch theoretische Erläuterungen, Vergleichstabellen und praktische Anwendungsbeispiele.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Bilanzierung nach § 274 HGB im Einzelabschluss sowie auf den spezifischen Anforderungen bei Personengesellschaften und der Konzernrechnungslegung nach § 306 HGB.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie BilMoG, Latente Steuern, Temporary-Konzept, Verlustvorträge, Ausschüttungssperre und Bilanzierungspraxis charakterisiert.
Während das Timing-Konzept auf eine GuV-orientierte Betrachtung von Ergebnisdifferenzen abzielte, fokussiert das Temporary-Konzept auf bilanzorientierte Wertansatzdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz.
Die Aktivierung ist eine Ermessensentscheidung, die von Prognosen über zukünftige Gewinne abhängt; bei Nichteintritt dieser Gewinne droht eine ergebnismindernde Wertkorrektur, was in Unternehmenskrisen als "Brandbeschleuniger" wirken kann.
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