Examensarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlegendes zum Problemhorizont
2.1 Zum heutigen Verhältnis der islamischen und westlichen Welt
2.2 Islam - eine vielschichtige Religion
2.3 „Heiliger Krieg?“ – der mittelalterliche Kreuzzugsbegriff und der Dschihad
2.4 Muslimische und christliche Quellen zu den Kreuzzügen im Vorderen Orient
3 Bisherige Studien zur Darstellung und Berücksichtigung des Islams
4 Zur Methodik
4.1 Zum Untersuchungsgegenstand Schulgeschichtsbuch
4.2 Begriffserklärung: Stereotyp und Vorurteil
4.3 Multiperspektivität und Kontroversität als Leitidee der Untersuchung
4.4 Verfahrensweise und Kategorien
5 Analyse der ausgewählten Schulgeschichtsbücher
5.1 „Zeiten und Menschen“ (1980) und „Zeiten und Menschen“ (2001) im Vergleich
5.1.1 Benennung der Kapitel und deren Umfang
5.1.2 Zum Vorverständnis: Die Religion und Ausbreitung des Islams
5.1.3 Ursachen, Anlass und Verlauf der Kreuzzüge
5.1.4 Kulturaustausch, Beurteilung und Gegenwartsbezug
5.2 „Das waren Zeiten“ (1997) und „Das waren Zeiten“ (2009) im Vergleich
5.2.1 Benennung der Kapitel und deren Umfang
5.2.2 Zum Vorverständnis: Die Religion und Ausbreitung des Islams
5.2.3 Ursachen, Anlass und Verlauf der Kreuzzüge
5.2.4 Kulturaustausch, Beurteilung und Gegenwartsbezug
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Islams im Kontext der Kreuzzüge und der Gegenwart in Schulgeschichtsbüchern der Sekundarstufe I. Ziel ist es, den Umgang mit Vorurteilen und Stereotypen kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, inwiefern moderne Lehrwerke durch multiperspektivische und quellenorientierte Ansätze zu einem differenzierten Geschichtsbewusstsein beitragen können, um Ethnozentrismus entgegenzuwirken.
2.3 „Heiliger Krieg?“ – der mittelalterliche Kreuzzugsbegriff und der Dschihad
Die mittelalterlichen Kreuzzüge haben in der Forschung im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Wertungen erfahren. Man hat sie als eine erste große Massenbewegung Europas gesehen - Ausdruck abendländischen Gemeinschaftsbewusstseins auf seinem Höhepunkt und zugleich schon Ende der Vorstellungen von einer christlich-abendländischen Einheit. Man hat den Aspekt der kolonialen Landnahme betont, aber auch die religiösen Motive hervorgehoben oder die materiellen Interessen der Teilnehmer und den Machtanspruch des Papsttums in den Vordergrund gerückt.
Wie jede Historiographie unterliegt auch die Geschichtsschreibung über die Kreuzzüge den Einflüssen der jeweiligen weltanschaulich-politischen Zeitvorstellungen und Zeitströmungen. Schon früh, im Humanismus, wird die Geschichte der Kreuzzüge mit einem nationalen, hier einem französischen, Vorzeichen versehen. Die Aufklärung hat mit ihrer scharfen Kritik an den undisziplinierten Teilnehmern und einem machtlüsternen Papsttum ein Zerrbild der Unternehmungen entworfen und damit in gewissem Sinne eine bereits von der protestantischen Historiographie vorgezeichnete Linie weitergeführt und verschärft. Dabei liegt auf der Hand, dass es zur Zeit der Aufklärung kaum ein Verständnis für die religiösen Motive der Beteiligten gab. In der Romantik bestimmten wiederum nationale Sichtweisen die Urteile.
1 Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz des Themas angesichts der wachsenden Zahl muslimischer Schüler in Deutschland und der Notwendigkeit einer vorurteilsfreien historischen Auseinandersetzung.
2 Grundlegendes zum Problemhorizont: Es werden grundlegende Begriffe, die Geschichte des Islam, das Verhältnis zur westlichen Welt sowie die Konzepte von Kreuzzug und Dschihad historisch und wissenschaftlich eingeordnet.
3 Bisherige Studien zur Darstellung und Berücksichtigung des Islams: Ein Überblick über bisherige fachdidaktische Forschungen zu Islamthemen in Schulgeschichtsbüchern und Lehrplänen der Bundesrepublik.
4 Zur Methodik: Erläuterung der qualitativen Inhaltsanalyse und des Kriterienkatalogs, die zur Untersuchung der Schulgeschichtsbücher und deren Eignung für modernen Geschichtsunterricht herangezogen werden.
5 Analyse der ausgewählten Schulgeschichtsbücher: Eine detaillierte Untersuchung und Gegenüberstellung älterer und neuerer Auflagen der Lehrbuchreihen hinsichtlich ihrer Darstellung des Islam, der Kreuzzüge und der verwendeten Quellen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Analyse, das positive Entwicklungen in neueren Lehrwerken hervorhebt und weitergehende Empfehlungen für eine multiperspektivische Unterrichtsgestaltung gibt.
Schulgeschichtsbuch, Islam, Kreuzzüge, Dschihad, Vorurteil, Stereotyp, Multiperspektivität, interkulturelles Lernen, Geschichtsbewusstsein, Quellenanalyse, Geschichtsdidaktik, Mittelalter, Religion, Toleranz, Integrationspolitik.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Repräsentation und Darstellungsweise des Islams in deutschen Schulgeschichtsbüchern für die Sekundarstufe I, speziell im Kontext der mittelalterlichen Kreuzzüge und deren Wahrnehmung in der heutigen Zeit.
Die zentralen Felder sind die historische Darstellung des Islams, die Konzepte der Kreuzzüge und des Dschihad sowie die kritische Analyse, wie Schulbücher Stereotype und Vorurteile gegenüber dem Islam abbilden oder hinterfragen.
Das Ziel ist es, durch einen systematischen Vergleich von älteren und neueren Schulbuchausgaben positive Entwicklungen bei der Darstellung des Islams aufzuzeigen und Strategien für einen differenzierteren Geschichtsunterricht zu erarbeiten.
Die Verfasserin nutzt ein Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse kombiniert mit einer quantitativen Raumanalyse, um den Umgang der Schulbücher mit dem Thema Islam und Kreuzzüge fachwissenschaftlich zu bewerten.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse und dem Vergleich der Lehrbuchreihen „Zeiten und Menschen“ und „Das waren Zeiten“. Dabei werden Aspekte wie Kapitelaufbau, Quellenauswahl, Begriffsverwendung und die Einbeziehung des Gegenwartsbezugs untersucht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schulgeschichtsbuch, Multiperspektivität, Vorurteil, Dschihad und interkulturelles Lernen.
Die Autorin betont, dass jede Schulbuchdarstellung eine Reduktion der komplexen Realität vornehmen muss. Sie kritisiert jedoch, dass diese Reduktion nicht dazu führen darf, dass religiöse Begriffe unzureichend erklärt werden oder ein einseitiges Bild des Islams entsteht.
Sie stuft den Begriff als irreführend ein, da es sich historisch nicht um einen geplanten Kreuzzug von Kindern handelte, sondern um heterogene Gruppen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, was in vielen Lehrbüchern ungenau dargestellt wird.
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