Bachelorarbeit, 2025
79 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von sozialer Unterstützung auf die seelische Belastung im Trauerprozess. Das primäre Ziel ist es herauszufinden, inwiefern sich die psychische Belastung im Trauerprozess im Verhältnis zur Anzahl der Bezugspersonen verhält, und ob Trauernde mit vielen Bezugspersonen eine geringere seelische Belastung empfinden als diejenigen mit wenigen.
Die verschiedenen Trauerprozesse
Die Abgrenzung unterschiedlicher Trauerprozesse ist von essenzieller Bedeutung. In der Praxis kommt es oft vor, dass Bezeichnungen für die verschiedenen Trauerprozesse zeitgleich und in überlappender Bedeutung verwendet werden. Dies kann bei Betroffenen zu Verwirrung führen. (Paul, 2011) Gemäß Paul dient die Verwendung unterschiedlicher Termini der Identifizierung von Stolpersteinen im Trauerprozess, um darauf aufbauend eine adäquate Unterstützung anbieten zu können. Dies ist insbesondere deshalb von Relevanz, da Trauernde vermehrt nach Antworten auf die Frage nach der Einordnung ihres Trauerprozesses suchen. Um ein tieferes Verständnis für die unterschiedlichen Trauerprozesse zu erlangen, ist es von entscheidender Bedeutung, die von Freud (2025) als Trauerarbeit bezeichnete Verarbeitung des Verlustes zu betrachten. Er beschreibt die Trauerarbeit als eine lebens- und selbsterhaltende seelische Funktion, die sich ausschließlich auf die Verarbeitung von Trauer konzentriert. In diesem Kontext treten andere Absichten und Interessen in den Hintergrund. Die allgemeinen Aufgaben des Trauerprozesses liegen nach Flüeler und Forstmeier (2013) in der Akzeptanz des Verlustes und dem Wahrnehmen des Trauerschmerzes. Außerdem erfassen sie die Anpassung an eine neue Umwelt, die Neuordnungen der Beziehungen zu anderen Hinterbliebenenen und der Zuwendung zum gegenwärtigen Leben. Steinig und Kersting (2015) beschreiben den Trauerprozess als einen Übergangszustand zwischen dem Wissen um den Tod eines wichtigen Menschen und der Akzeptanz dieses Verlustes. Trauerprozesse können in Abhängigkeit von ihrer Ausprägung und Intensität in psychischen oder physischen Erkrankungen enden und weisen darüber hinaus ein erhöhtes Mortalitätsrisiko auf.
2.1.1 Nicht erschwerte Trauer
Paul (2011) formuliert nicht erschwerte Trauer als einen Trauerprozess, der nicht durch äußere Umstände behindert wird und seinen natürlichen Verlauf nehmen kann. Der Zeitraum erstreckt sich von der Vorbereitung auf einen Verlust bis zu mehreren Jahren nach dem Ableben eines geliebten Menschen. (Paul, 2011) Es ist festzustellen, dass circa 80 % der andauernden Trauerprozesse als nicht erschwert anerkannt werden. Zudem werden von Paul (2011) Voraussetzungen für die nicht erschwerte Trauer benannt. Eine grundlegendene Voraussetzung ist das Vorhandensein eines unterstützenden Umfeldes, in dem Familienangehörige, Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen eine einfühlsame, verständnisvolle und ermutigende Haltung gegenüber dem Trauernden zum Ausdruck bringen.
Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Trauer ein, beleuchtet deren interkulturelle Bedeutung und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss von Bezugspersonen auf die seelische Belastung im Trauerprozess vor.
Kapitel 2: Trauer: Hier werden verschiedene Trauerprozesse, wie nicht erschwerte, erschwerte, komplizierte und traumatische Trauer, detailliert erläutert und deren Abgrenzung sowie diagnostische Einordnung behandelt. Zudem werden gängige Modelle der Trauerverarbeitung und psychologische Messmethoden vorgestellt.
Kapitel 3: Die Rolle der sozialen Unterstützung: Dieses Kapitel definiert soziale Unterstützung, beschreibt ihre verschiedenen Formen und beleuchtet deren Wirkung auf den Trauerprozess, die Relevanz von Familie und Freundeskreis sowie empirische Befunde und Herausforderungen.
Kapitel 4: Methodik: Es werden das quantitative Forschungsdesign, der Forschungsablauf mittels Online-Fragebogen und die Datenauswertung unter Berücksichtigung der Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität detailliert beschrieben.
Kapitel 5: Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Resultate der quantitativen Studie, die den Zusammenhang zwischen der Anzahl von Bezugspersonen, innerer Stärke, Schuldempfindung und der psychischen Belastung im Trauerprozess aufzeigen.
Kapitel 6: Diskussion: Die Ergebnisse der Studie werden kritisch reflektiert, in den bisherigen Forschungsstand eingeordnet, Limitationen der Arbeit erörtert und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen gegeben.
Trauer, soziale Unterstützung, psychische Belastung, Trauerbewältigung, Bezugspersonen, Trauerprozess, quantitative Studie, Resilienz, Trauermodelle, komplizierte Trauer, Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Wordens Traueraufgaben, Duales Prozessmodell, Messinstrumente.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von sozialer Unterstützung und engen Bezugspersonen auf die seelische Belastung und den Verlauf der Trauerbewältigung bei Personen, die einen Verlust erlitten haben.
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Formen von Trauer, verschiedene Modelle der Trauerverarbeitung, die psychologische Messung von Trauer, die Rolle und Wirkung sozialer Unterstützung sowie deren empirische Befunde und Herausforderungen.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Bezugspersonen auf die seelische Belastung im Trauerprozess empirisch zu untersuchen. Die Forschungsfrage lautet: "Inwiefern unterscheidet sich die psychische Belastung im Trauerprozess zwischen Personen mit und ohne enge soziale Bezugspersonen?"
Es wurde eine quantitative Feldstudie in Form eines erweiterten Online-Fragebogens durchgeführt, um Daten zu Trauerreaktionen, dem sozialen Umfeld und psychischen Belastungen zu erheben.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen der Trauer, verschiedene Trauerprozesse, Modelle der Trauerverarbeitung (Worden, Duales Prozessmodell), psychologische Messinstrumente für Trauer, die Definition und Wirkung sozialer Unterstützung sowie die Relevanz von Familie und Freundeskreis.
Trauer, soziale Unterstützung, psychische Belastung, Trauerbewältigung, Bezugspersonen, Trauerprozess, quantitative Studie, Resilienz, Trauermodelle, komplizierte Trauer.
Die Studie zeigt einen signifikant negativen Zusammenhang: Je mehr Bezugspersonen ein Trauernder zur Seite hat, desto geringer ist die empfundene Verzweiflung im Trauerprozess.
Innere Stärke und Selbstwirksamkeit sind signifikante Ressourcen im Trauerprozess. Eine höhere innere Stärke ist mit einer geringeren Verzweiflung verbunden und fördert eine gesündere Anpassung an den Verlust.
Die Arbeit unterscheidet zwischen nicht erschwerter Trauer, erschwerter Trauer, komplizierter Trauer (einschließlich Depression und Posttraumatischer Belastungsstörung als Störungsbilder) und traumatischer Trauer.
Die Studie fokussierte auf die allgemeine Trauerreaktion und soziale Unterstützung, was die Anwendbarkeit auf spezifische erschwerte Trauerverläufe einschränkt. Zudem basiert sie auf einer relativ kleinen Stichprobe von 75 Probanden, was die Generalisierbarkeit der Ergebnisse begrenzt.
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