Masterarbeit, 2010
111 Seiten, Note: 5.2
A. Einleitung
1.1. Motivation und Hypothese der Arbeit
1.2. Methodik
1.3. Akteure
B. Einflusstheorie der NPÖ
2.1. Grundlage
2.2. Erweiterung der Einflusstaxonomie
2.3. Direkter Einfluss
2.4. Indirekter Einfluss
2.5. Zusammenfassung direkter und indirekter Einfluss
C. Fallstudie Österreich
3.1. Österreichs Einfluss im GATT
3.2. Österreichs Einfluss in der WTO
D. Schlussfolgerungen
E. Ausblick auf die Schweiz
Die Arbeit untersucht, wie sich der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union im Jahr 1995 auf dessen Einflussmöglichkeiten innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) ausgewirkt hat. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Österreich durch die EU-Mitgliedschaft an Einfluss gewonnen hat, wobei der Einflussbegriff in eine direkte (formelle) und eine indirekte (informelle) Komponente unterteilt wird.
3.2.1. Direkter Einfluss: Agenda-Bestimmung
Um auf die Agenda der Kommission Einfluss zu nehmen, muss der österreichische Koordinationsausschuss 207 seine Interessen auf die Traktandenliste des europäischen 207 Komitees bringen. Dieser wiederum diskutiert u.a. die österreichischen Interessen mit dem AStV, welcher dann mit dem Rat die Verhandlungsposition aushandelt.
Die Agenda-Bestimmung durch Österreich ist am ehesten möglich, wenn es sich um ein Thema genereller Natur handelt, welches mehrere Mitglieder interessiert. Generelle Themen, welche nicht nur Österreich betreffen, sind zum Beispiel das Hormonfleisch, Chlorhühner oder gentechnisch veränderte Nahrungsmittel. Partikularinteressen von Österreich haben es dagegen schwer, auf die Agenda eines Sub-Komitees, geschweige denn auf die der Kommission zu kommen.
A. Einleitung: Motivation und Hypothese der Arbeit werden vorgestellt, wobei die zentrale Annahme lautet, dass Österreich durch den EU-Beitritt seinen Einfluss in der WTO steigern konnte.
B. Einflusstheorie der NPÖ: Es werden theoretische Grundlagen aus der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ) erarbeitet, um direkten und indirekten Einfluss analytisch voneinander abzugrenzen.
C. Fallstudie Österreich: Hier findet die empirische Analyse statt, bei der die Einflusssituation Österreichs im GATT (vor 1995) mit derjenigen in der WTO (nach 1995) verglichen wird.
D. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse aus Theorie und Fallstudie werden zusammengeführt, um die juristischen sowie polit-ökonomischen Auswirkungen des EU-Beitritts zu bewerten.
E. Ausblick auf die Schweiz: Abschließend wird untersucht, ob sich die für Österreich gewonnenen Erkenntnisse auf die Schweiz übertragen lassen.
Österreich, WTO, EU, GATT, Handelspolitik, Einfluss, Agenda-Bestimmung, Verhandlungsmacht, Interessensvertretung, Koalitionsbildung, Europäische Integration, NPÖ, Wettbewerbsfähigkeit, Marktzugang, Außenwirtschaft.
Die Publikation untersucht den Einfluss Österreichs auf die internationale Handelspolitik innerhalb der WTO, unter besonderer Berücksichtigung des Wandels durch den EU-Beitritt 1995.
Themen sind Machtverteilung in internationalen Organisationen, die Rolle der EU als handelspolitischer Akteur und die Handlungsspielräume von Kleinstaaten.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich der EU-Beitritt auf die Durchsetzung nationaler Interessen in der WTO ausgewirkt hat.
Es handelt sich um eine empirisch-qualitative Fallstudie, die primär auf Experteninterviews und der Analyse institutioneller Rahmenbedingungen basiert.
Im Hauptteil wird der Wandel der Einflussmöglichkeiten von einer GATT-basierten, weitgehend autonomen Position hin zu einer EU-integrierten Interessenwahrnehmung detailliert untersucht.
Die Arbeit fokussiert auf Konzepte wie direkter und indirekter Einfluss, Agenda-Setting, Koalitionsbildung und das institutionelle Gefüge der EU-Handelspolitik.
Während im GATT direkte, oft materielle Einflussfaktoren dominierten, ist in der WTO die indirekte Einflussnahme über die EU und kollektive Koalitionen zentral geworden.
Die EU fungiert für Österreich als Verstärker, indem sie einerseits Kapazitäten bündelt und andererseits durch die Zollunion ein größeres Gewicht in Handelsverhandlungen bietet.
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