Bachelorarbeit, 2025
44 Seiten, Note: 1,3
Die vorliegende Arbeit analysiert den tiefgreifenden Wandel des Personalmanagements durch den Einsatz KI-gestützter Technologien und People Analytics. Sie untersucht, wie diese das Rollenbild und die Entscheidungsprozesse im HR-Management verändern und wie Unternehmen diesen Wandel erfolgreich gestalten können, um die Personalabteilung zu einer datengetriebenen Entscheidungsinstanz zu transformieren.
2. Theoretische Fundierung und situative Einordnung
Im Personalmanagement bezeichnet Künstliche Intelligenz (KI) vor allem Softwaresysteme, die automatisiert HR-Entscheidungen treffen oder Entscheidungsträger Empfehlungen geben. Typische Einsatzfelder sind beispielsweise die Zuordnung von Beschäftigten zu Gruppen wie „produktiv“ oder „zuverlässig“. Anders als klassische HR-Systeme greift KI dabei nicht nur auf intern anfallende Buchhaltungs- oder Produktivitätsdaten zurück, sondern verarbeitet ebenso Daten aus Wearables oder sozialen Interaktionen. Mit diesen heterogenen Datenquellen lassen sich unter Anderem optimaler Personalbedarf, Fluktuationswahrscheinlichkeiten, Schichtpläne, individualisierte Job-Angebote sowie Lern- und Talentförderungen berechnen.
Ein KI-System wird hier verstanden als Software, die maschinelles Lernen, Inferenzmechanismen oder statistische Optimierungsverfahren nutzt, um menschendefinierte Ziele zu erreichen und daraus Inhalte, Vorhersagen oder Entscheidungen für das jeweilige Interaktionsumfeld abzuleiten. Dieses Potenzial markiert einen Paradigmenwechsel im HR-Mangement: KI kann Unternehmensleistung steigern, wirft aber zugleich erhebliche technologische und ethische Fragen auf, wie etwa zum Arbeitsplatzersatz, zur Mensch-KI-Kollaboration oder zu Fairness im Recruiting. Entsprechend intensiv befassen sich Forschung und Praxis mit den Auswirkungen auf Training, Entscheidungsprozesse und die Substitution menschlicher Arbeit in traditionell interaktiven Funktionen.
People Analytics (PA) – auch HR-, Workforce- oder Human-Resource-Analytics genannt – ist die systematische Analyse von HR-Daten in Kombination mit strategisch relevanten Unternehmens- und Umfelddaten. Ziel ist es, aktuelle Organisationsfragen datenbasiert zu beantworten und so Geschäftsprobleme zu lösen. Methodisch betrachtet handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, der Personaldaten in organisationsrelevante Erkenntnisse überführt. Er stützt sich auf deskriptive, visuelle und inferenzstatistische Auswertungen von Prozess-, Humankapital- und Leistungsdaten – ergänzt um externe Benchmarks –, um die Wirkung personalwirtschaftlicher Entscheidungen transparent zu machen.
Die HR-Fachliteratur unterscheidet heute vier zentrale Digitalisierungsbegriffe. Digitization beschreibt die rein technische Umwandlung analoger Informationen in digitale Form, etwa das Scannen von Bewerbungsunterlagen. Digitalization geht darüber hinaus: Sie verbindet technische Digitalisierung mit operativen oder begrenzt strategischen Zielen und berücksichtigt dabei menschliche Aufgaben und Zwecke. Digital Transformation zielt schließlich auf eine tiefgreifende, strategische Neu-Ausrichtung der gesamten Organisation ab, die auf dem Wertschöpfungspotenzial digitaler Technologien basiert; HR-Analytics gilt hier als Keimzelle entsprechender Strategien.
Kapitel 1: Einführung in das Thema und Aufbau der Arbeit: Dieses Kapitel stellt die Relevanz der Digitalisierung im Personalmanagement dar und identifiziert zentrale Problemstellungen sowie Forschungslücken, die zur Ableitung der Forschungsfragen führen.
Kapitel 2: Theoretische Fundierung und situative Einordnung: Es werden grundlegende Begriffe wie KI, People Analytics, e-HRM und Digital HRM definiert, relevante theoretische Modelle vorgestellt und der empirische Forschungsstand samt bestehender Forschungslücken aufgearbeitet.
Kapitel 3: Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt das systematische Literatur-Review nach dem PRISMA-2020-Standard und die Qualitätssicherungsinstrumente, die zur Analyse der Literatur und zur Herleitung der Ergebnisse verwendet wurden.
Kapitel 4: Technologische Einflüsse auf Entscheidungsprozesse und Rollenwandel im Personalmanagement: Hier wird der Wandel von HR-Rollen und Kompetenzprofilen im Zeitalter datenbasierter Technologien sowie die strukturell-funktionale Transformation von Entscheidungsprozessen durch KI und People Analytics analysiert.
Kapitel 5: Herausforderungen und Handlungsempfehlungen: Dieses Kapitel identifiziert zentrale Herausforderungen bei der Einführung datenbasierter HR-Ansätze und leitet konkrete Handlungsempfehlungen zur erfolgreichen Implementierung dieser Technologien ab.
Kapitel 6: Fazit und Ausblick: Die abschließende Beantwortung der Hauptforschungsfrage erfolgt hier, indem die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt, Limitationen diskutiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe gegeben wird.
Digitalisierung, Personalmanagement, Künstliche Intelligenz (KI), People Analytics, HR-Transformation, Datengetriebene Entscheidungsfindung, Kompetenzprofile, Ethische Leitlinien, Change Management, Reifegradmodelle, Datenkompetenz, HR-Strategie, Prozessoptimierung, Human Resources, Evidenzbasierte Entscheidungen
Die Arbeit befasst sich mit dem tiefgreifenden Wandel im Personalmanagement, der durch die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und People Analytics ausgelöst wird, und untersucht die damit verbundenen Implikationen für HR-Rollen, Kompetenzen und Entscheidungsprozesse.
Die zentralen Themenfelder umfassen den Wandel von HR-Rollen und Kompetenzprofilen, die strukturelle Transformation von Entscheidungsprozessen, die theoretische Fundierung der HR-Digitalisierung sowie Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für die Implementierung datenbasierter HR-Ansätze.
Das primäre Ziel ist es, die Hauptforschungsfrage zu beantworten: "Wie verändern KI und People Analytics das Rollenbild sowie die Entscheidungsprozesse im HR-Management und wie können Unternehmen diesen Wandel erfolgreich gestalten?"
Die Arbeit basiert auf einem systematischen Literatur-Review nach dem PRISMA-2020-Standard, ergänzt durch qualitätssichernde Instrumente wie ROBIS- und CASP-Checklisten, um eine nachvollziehbare Herleitung der Ergebnisse zu gewährleisten.
Der Hauptteil analysiert die technologischen Einflüsse auf das Personalmanagement, den Wandel von HR-Rollen und Kompetenzprofilen, die Transformation von Entscheidungsprozessen im datenbasierten HRM sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Digitalisierung, Personalmanagement, Künstliche Intelligenz (KI), People Analytics, HR-Transformation, Datengetriebene Entscheidungsfindung und Ethische Leitlinien.
Digitization ist die rein technische Umwandlung analoger in digitale Informationen (z.B. Scannen von Dokumenten). Digitalization verbindet technische Digitalisierung mit operativen oder strategischen Zielen. Digital Transformation zielt auf eine tiefgreifende, strategische Neuausrichtung der gesamten Organisation basierend auf dem Wertschöpfungspotenzial digitaler Technologien ab.
Ethische Aspekte und Datenschutz sind entscheidend, da KI-Systeme Fragen bezüglich algorithmischem Bias, mangelnder Transparenz, Fairness im Recruiting und dem Umgang mit sensiblen Personaldaten aufwerfen. Ein ethisch fundierter Rahmen und klare Governance-Strukturen sind unerlässlich.
Die Literatur identifiziert Kernkompetenzen wie Beratung, Forschung und Entdeckung, Storytelling und Kommunikation, sowie technisches Wissen, das digitale Fertigkeiten, Statistik- und Zahlenkenntnisse sowie Geschäftssinn umfasst.
Partizipative Change-Kommunikation ist entscheidend, um Widerstände zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen. Studien zeigen, dass Akzeptanz dann am höchsten ist, wenn der Wandel als gemeinsamer Lernprozess verstanden und gestaltet wird, insbesondere bei sensiblen Themen wie Leistungsmessung oder Automatisierung.
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