Diplomarbeit, 2007
71 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Wissenschaftliche Einordnung
2 Führungssystem im Krankenhaus
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Drei Säulensystem der Führung
2.1.2 Führungssystem in der Pflege
2.2 Führungsstil in der Pflege
2.3 Anspruch und Kritik
3 Menschenbild
3.1 Begriffsbestimmung
3.1.1 Menschenbild
3.1.2 Menschenbilder in der Führung
3.2 Menschenbild in der Pflege
3.3 Anspruch und Kritik
4 Führung und Menschenbild
4.1 Bezugsrahmen
4.2 Kernaussagen der Anthropologie
4.3 Hypothese zur Analyse und Kritik in der Pflege
5 Analyse und Kritik von Führungsbildern in der Pflege
5.1 Prüfraster nach Matthiesen
5.2 Anwendung des Prüfrasters
5.3 Analyse der Führungsbilder in der Pflege
5.3.1 Christlich-pflegerisches Führungsbild
5.3.2 Kartesianisch-pflegerisches Führungsbild
5.3.3 Ganzheitlich-pflegerisches Führungsbild
5.4 Humanitätsdefizite und ihre Folgen für die Pflege
5.5 Vergleich mit den Menschbildtypologien nach Schein
5.6 Anspruch und Wirklichkeit
6 Fazit und Orientierung für die Pflege
6.1 Interpretation der Humanitätsdefizite
6.2 Führungsethik nach Ulrich
6.3 Schlussfolgerungen
6.4 Kritische Würdigung
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Führungsverständnis in der beruflichen Krankenpflege in Bezug auf die dort vorherrschenden Menschenbilder theoretisch zu durchdringen. Basierend auf Kernaussagen der philosophischen Anthropologie wird untersucht, ob und wie diese Menschenbilder die professionelle Entwicklung von Pflegekräften beeinflussen und welche Humanitätsdefizite aus tradierten Führungsstilen resultieren.
Christlich-pflegerisches Führungsbild
Das Führungsbild in der Pflege entwickelte sich aus der christlichen Tradition der Armen und Krankenpflege und wurde durch „Kirche, Klöster und Orden“ (FRERICH/FREY 2003, 7) geprägt. Damit dominierte im wesentlichen ein klerikales (geistliches, kirchliches) Führungsverständnis. Dieses Führungsverständnis wurde gleichwohl auf die, sich neu etablierten Pflegeorden im 19. Jahrhundert übertragen; als Basis galt nicht mehr das Kloster, sondern das Mutterhaussystem, dem eine Oberin vorstand (vgl. RIEDER 1999, 23). Die Grundzüge eines kirchlichen Führungsbildes blieben im Wesentlichen erhalten, als Beispiel sei Vinenz von Paul erwähnt, Begründer des katholischen „Ordens der Barmherzigen Schwestern“, indem er für die Pflegenden im Sinne einer Klosterdisziplin formuliert, als Klausur dient ihnen „… der Gehorsam, als Habit die Furcht Gottes und als Schleier die Bescheidenheit“ (SEIDLER 1993, 134). Gleichwohl unter den evangelischen Diakonissen heißt es: „Die Vorsteherin, die der Direktion […] untergeordnet ist, hat […] dahin zu wirken, daß[!] jedes Glied der Anstalt in Einigkeit und pünktlichem, willigen Gehorsam harmonisch zum Wohl des Ganzen wie seiner selbst wirke“ (STICKER 1960, 248). Die nachfolgenden Zitate, sollen nun als Annahmen das christlich-pflegerische Führungsbild idealtypisch charakterisieren, um sie für die Analyse auszuwerten.
1 Einleitung: Legt das Problem des autoritären Führungsverständnisses in der Krankenpflege dar und definiert das Ziel, dieses durch die anthropologische Brille zu untersuchen.
2 Führungssystem im Krankenhaus: Analysiert historische und gegenwärtige Leitungsstrukturen sowie die Bedeutung von Pflegesystemen für den Führungsstil.
3 Menschenbild: Definiert den Begriff des Menschenbildes und stellt zentrale Typologien aus der Management-Forschung sowie spezifisch pflegerische Ausprägungen vor.
4 Führung und Menschenbild: Erstellt einen wissenschaftlichen Bezugsrahmen durch die philosophische Anthropologie und leitet die analytische Hypothese der Arbeit ab.
5 Analyse und Kritik von Führungsbildern in der Pflege: Modifiziert ein anthropologisches Prüfraster, um das christliche, kartesianische und ganzheitliche Führungsbild kritisch auf Humanitätsdefizite zu untersuchen.
6 Fazit und Orientierung für die Pflege: Interpretiert die Ergebnisse, stellt Bezüge zur Führungsethik nach Ulrich her und leitet Schlussfolgerungen für eine moderne Führungskultur ab.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und identifiziert weiteren Forschungsbedarf für die pflegerische Managementpraxis.
Führung, Menschenbild, Krankenpflege, Anthropologie, Führungsstil, Humanitätsdefizite, Krankenhausmanagement, Pflegeethik, Autorität, Identität, Autonomie, Reziprozität, Weltoffenheit, Organisationsstruktur, professionelle Entwicklung.
Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Verbindung von Menschenbildern und Führungsstilen in der beruflichen Gesundheits- und Krankenpflege im Krankenhaus.
Die zentralen Felder sind die Geschichte des pflegerischen Führungsverständnisses, die anthropologische Analyse von Menschenbildern und die ethische Fundierung von Führung.
Das Ziel ist die theoretische Aufbereitung und Kritik der Führungsbilder in der Pflege unter Anwendung der philosophischen Anthropologie, um Humanitätsdefizite aufzudecken.
Es wird ein anthropologisch basiertes Prüfraster nach Matthiesen genutzt, um die Entwicklungsfähigkeit von Pflegenden innerhalb verschiedener Führungsmodelle zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert detailliert drei Führungsbilder (christlich, kartesianisch, ganzheitlich) und vergleicht diese mit theoretischen Menschbildtypologien.
Wichtige Begriffe sind Führung, Menschenbild, Krankenpflege, Anthropologie, Humanitätsdefizite und Pflegeethik.
Während das christliche Modell stark auf religiösen Gehorsam setzt, ist das kartesianische Modell durch ein mechanistisches, wissenschaftlich-medizinisches Verständnis geprägt, das den Fokus auf technische Kontrolle legt.
Obwohl es mehr Autonomie verspricht, sieht der Autor die Gefahr einer neuen normativen Zwangslage, in der die Pflegenden durch hohe ethische Ansprüche und ständige Selbstverpflichtung unter Druck geraten.
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