Examensarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Fragestellung und Vorgehensweise
2 MIGRATION UND INTEGRATION
2.1 Die Arbeitsmigration in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2 Einwanderungsgeschichte der türkischen Bevölkerung
2.3 Integration als Begriff der Migrationsforschung
2.4 Das Integrationskonzept nach Esser
2.4.1 Systemintegration
2.4.2 Vier Bereiche sozialer Integration
2.4.3 Sozialintegration von Migranten
2.4.4 Systemintegration: Multiethnische Gesellschaft oder strukturelle Assimilation
2.4.5 Zusammenfassung
2.5 Systemintegration der türkischen Bevölkerung
2.6 Soziale Integration der türkischen Bevölkerung
2.6.1 Zusammenhang zwischen den Integrationsbereichen – Theorie und Realität
2.7 Zwischenfazit
3 SOZIALISATION
3.1 Theorien zur Sozialisation
3.1.1 Strukturfunktionalistischer und rollentheoretischer Ansatz
3.1.2 Entwicklungsbezogener, psychodynamischer Ansatz
3.1.3 Reflexiv-handlungstheoretischer Ansatz
3.1.4 Systemtheoretisch-ökologischer Ansatz
3.1.5 Zusammenfassung
3.2 Sozialisation in der Familie
3.2.1 Was ist eine Familie?
3.2.2 Familienspezifische Umwelt türkischer Jungen – sozio-ökonomische Daten
3.2.2.1 Erwerbstätigkeit und berufliche Stellung
3.2.2.2 Einkommen
3.2.2.3 Wohnsituation
3.2.2.4 Soziales Umfeld
3.2.2.5 Außerfamiliäre Anregungen
3.2.3 Innerfamiliäres Sozialisationsgeschehen in türkischen Familien
3.2.3.1 Erziehungsziele
3.2.3.2 Erziehungsstil
3.2.3.3 Sprache
3.2.4 Zusammenfassung
3.3 Sozialisation in der Schule
3.3.1 Funktionen der Schule
3.3.2 Rollenan-und Überforderung des Schülers
3.3.3 Bildungsabschlüsse türkischer Jugendlicher
3.3.4 Institutionelle Benachteiligung
3.3.4.1 Eintritt in die Grundschule
3.3.4.2 Überweisung auf eine Sonderschule
3.3.4.3 Übergang zu weiterführenden Schulen
3.3.4.4 Ebenen der institutionellen Diskriminierung
3.3.5 Verschlungene Bildungspfade
3.3.6 Zusammenfassung
3.4 Sozialisation und Geschlecht
3.4.1 Gleichberechtigte Verhältnisse oder traditionelle Geschlechtsrollen?
3.4.2 Freizeitaktivitäten
3.4.3 Mitschüler oder Türke?
3.4.4 Berufliche und private Lebensentwürfe
3.4.5 Trotziger Außenseiter, Familienmann oder Bildungsaufsteiger?
3.4.6 Zusammenfassung
4 FAZIT
Die Arbeit analysiert die Sozialisationsbedingungen türkischer Jungen in Deutschland und untersucht deren Einfluss auf den (Miss-)Erfolg im deutschen Schulsystem, wobei sie bestehende soziologische Konzepte auf die Lebensrealität türkischstämmiger Jugendlicher anwendet.
3.2.1 Was ist eine Familie?
Nach Peter Zimmermann gibt es derzeit keine allgemeingültige Definition des Begriffs Familie, weder in der Wissenschaft noch in der Alltagssprache (vgl. Zimmermann 2006, 2006). Geprägt von der strukturfunktionalen Sichtweise Parsons, galt die Familie lange Zeit als unabdingbare Voraussetzung gelingender Sozialisation, da ihr zwei wesentliche Funktionen zugesprochen wurde: Sie sollte einerseits als primäre Sozialisationserfahrung auf die Einführung der Kinder in gesellschaftliche Rollen einwirken und andererseits stabilisierend für die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden wirken. Das Familienbild von Talcott Parson ist heute nicht mehr aktuell, jedoch haben seine genauen Analysen der Familienbeziehungen ziemlich deutlich erklärt, wie sich Rollen in der Familie differenzieren bzw. strukturieren und damit im engen, funktionalen Zusammenhang mit anderen Teilsystemen der Gesellschaft stehen (vgl. Zimmermann 2006, S. 84).
Die Familie, wie der Begriff heute in der Sozialisationsliteratur verwendet wird, lässt sich nach der Soziologin Rosemarie Nave-Herz durch drei Merkmale kennzeichnen. Erstens nimmt die Familie durch ihre biologisch-soziale Doppelnatur eine Funktion zur Reproduktion und Sozialisation ein; zweitens ist sie geprägt durch Generationsdifferenzierungen (Urgroßeltern, Großeltern, Eltern, Kind) und die daraus sich als drittes Kennzeichen ergebenden, besonderen Kooperations- und Solidaritätsbeziehungen sowie Rollendefinitionen zwischen den Familienmitgliedern (vgl. Nave-Herz 2004, S.30). Unter dieser weiten Definition von Familie ist eine Vielzahl von Ausprägungen vorstellbar. Sie eignet sich daher für die Untersuchung bestehender als auch zukünftiger Familienformen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik durch die Debatte um Thilo Sarrazin und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 MIGRATION UND INTEGRATION: Historischer Rückblick auf die Arbeitsmigration nach Deutschland und theoretische Fundierung durch das Integrationskonzept von Hartmut Esser, angewendet auf die türkische Bevölkerung.
3 SOZIALISATION: Zentrale Analyse der Sozialisationsbedingungen von türkischen Jungen, unterteilt in familiale Einflüsse, schulische Erfahrungen und geschlechtsspezifische Rollenbilder.
4 FAZIT: Zusammenführende Beantwortung der Ausgangsfragen unter Berücksichtigung der untersuchten Zusammenhänge zwischen Herkunft, Sozialisation und Bildungserfolg.
Sozialisation, Migration, Integration, türkische Jungen, deutsches Schulsystem, Esser, Bildungsabschluss, Identität, Geschlechterrolle, institutionelle Diskriminierung, Familie, Schulerfolg, Akkulturation, Migrationshintergrund, Erziehung.
Die Arbeit untersucht, welche sozialen Faktoren die Sozialisation türkischer Jungen in Deutschland beeinflussen und warum diese Gruppe im deutschen Bildungssystem häufiger Schwierigkeiten aufweist als andere.
Die Themen umfassen Migrationstheorien, Konzepte der Integration (insb. Hartmut Esser), Sozialisationstheorien sowie die spezifischen Bedingungen in Familie und Schule, inklusive der Geschlechterrollen.
Das Ziel ist ein differenzierter Blick auf die Bildungsbiografien türkischer Jungen, der über die übliche defizitorientierte Darstellung in den Medien hinausgeht und strukturelle sowie individuelle Aspekte beleuchtet.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse soziologischer Theorien und wertet empirische Daten aus verschiedenen Studien (z.B. vom Zentrum für Türkeistudien) aus, um die theoretischen Modelle zu validieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Integration und Sozialisation, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Lebenswelt türkischer Jungen, ihrer Familienstrukturen und der institutionellen Hürden im Schulsystem.
Wesentliche Begriffe sind Sozialisation, Integration, Migration, Identität, Bildungserfolg und institutionelle Diskriminierung.
Laut der Arbeit wirken institutionelle Mechanismen wie Selektion und die Bewertung nach Normen, die oft nicht auf die Ausgangslage von Migrantenkindern abgestimmt sind, häufig benachteiligend.
Die Arbeit zeigt, dass traditionelle Männlichkeitsbilder und die Rolle als "Familienernährer" eine hohe Relevanz für türkische Jungen haben, was sich teils hemmend auf den Bildungsaufstieg auswirken kann, wenn es zu einem Rollenkonflikt zwischen Schule und privatem Umfeld kommt.
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