Wissenschaftliche Studie, 2010
15 Seiten, Note: "-"
Didaktik für das Fach Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen
I. Thomas Mann und sein Verhältnis zur Musik
II. Das Thema „Musik“ in den ‚Buddenbrooks’
III. Der Einfluss Richard Wagners
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Musik im Frühwerk von Thomas Mann, mit einem spezifischen Fokus auf den Roman „Buddenbrooks“. Dabei wird analysiert, inwiefern die Musik als leitmotivisches Element den Verfallsprozess der Kaufmannsfamilie widerspiegelt, beschleunigt und wie Mann dabei die Kompositionstechniken Richard Wagners literarisch adaptierte.
Die vierte Generation
Mit Hanno, dem letzten Nachkömmling der Familie Buddenbrook, vollendet sich der Verfallsprozess. Es ist ein Ende im wörtlichen Sinne, aber in einem weiteren Sinne auch Vollendung im Sinne von „Erfüllung“ einer schon seit langem angebahnten Entwicklung. In Hanno verbinden sich körperliche Schwäche (Kränklichkeit) mit großer Sensibilität und Empfänglichkeit für die Musik. Sein Schicksal treibt ihn unaufhaltsam in die düstere Welt des Wagnerschen „Tristan“, mit seiner Sehnsucht nach dem Tode als Erlösung vom Leiden des Lebens. Für Hanno ist das „gemeine Leben“ (BB, S. 702) eine Qual, die ihn überfordert und der er zu entfliehen sucht. Aber anders als Tristan und Isolde in Wagners Musikdrama hat er kein menschliches Gegenüber, mit dem er todessüchtig verschmelzen kann. Sein „erotisches Objekt“ ist die Musik. Sie versetzt ihn – ebenso wie das Meer – in einen Rauschzustand. Musik wird für ihn zur Droge, an der er schließlich zugrunde geht.
I. Thomas Mann und sein Verhältnis zur Musik: Dieses Kapitel beleuchtet die persönliche musikalische Biografie von Thomas Mann, von seinen frühen Kindheitserlebnissen bis hin zu seiner intensiven Beschäftigung mit Richard Wagner und der modernen Musikwiedergabetechnik.
II. Das Thema „Musik“ in den ‚Buddenbrooks’: Hier wird analysiert, wie sich die Rolle der Musik über vier Generationen hinweg wandelt, wobei sie zunehmend ihre verbindende Funktion verliert und als „feindselige Macht“ den Verfall der Familie symptomatisch begleitet.
III. Der Einfluss Richard Wagners: Dieses Kapitel untersucht die Übertragung der Leitmotivtechnik und der kompositionellen Struktur des Musikdramas auf die erzählerische Gestaltung der „Buddenbrooks“ und stellt Parallelen zwischen der Götterdämmerung und dem familiären Untergang her.
Thomas Mann, Buddenbrooks, Richard Wagner, Leitmotivtechnik, Verfall, Dekadenz, Hanno Buddenbrook, Musikdrama, Symbolik, Literaturgeschichte, Ästhetik, Familiensaga, Décadence, Musikalität, Instrumentalisierung.
Die Arbeit analysiert die fundamentale Rolle der Musik im Roman „Buddenbrooks“ von Thomas Mann und deren Bedeutung für das Verständnis der Verfallsthematik der Familie.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Einfluss Wagners, der Wandlung der Musik von der Unterhaltungskunst zur elitären Kunstform und der psychologischen Verknüpfung von Musik und Vitalitätsverlust.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Thomas Mann die Musik als zentrales, leitmotivisches Element nutzt, um den fortschreitenden Niedergang der Buddenbrooks literarisch zu strukturieren und zu kommentieren.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primäre Quellen (der Roman „Buddenbrooks“) mit biographischen Dokumenten und theoretischen Werken der Wagner- und Dekadenzforschung in Verbindung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des persönlichen Musikbezugs von Thomas Mann, die Analyse der vier Generationen der Buddenbrooks im Kontext ihrer Musikauffassung sowie die detaillierte Darstellung der Wagnerschen Einflüsse.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Leitmotivtechnik, Dekadenz, Verfall, Wagnersche Symphonie und symbolische Überhöhung.
Wird Musik in der ersten Generation noch als unverbindliche und dekorative Unterhaltung empfunden, entwickelt sie sich bei Hanno zur zerstörerischen, lebensabgewandten Leidenschaft, die ihn gesellschaftlich isoliert.
Hanno personifiziert die Übersteigerung einer sensiblen, künstlerischen Veranlagung, die jegliche bodenständige, kaufmännische Lebensfähigkeit untergräbt, was sein tragisches Ende zur zwangsläufigen Konsequenz macht.
Sie dient als „vor- und zurückdeutende magische Formel“, die nicht nur Personen und Situationen verknüpft, sondern den schleichenden Zerfall der Familie bereits im Vorfeld musikalisch und erzählerisch andeutet.
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