Bachelorarbeit, 2023
61 Seiten, Note: 1,3
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Hauptziel, den potenziellen Nutzen des Recovery-Konzepts für die Soziale Arbeit im Arbeitsfeld der Sozialpsychiatrie zu untersuchen und aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern bietet das Recovery-Konzept einen Nutzen für die Soziale Arbeit im Arbeitsfeld der Sozialpsychiatrie? Dazu werden die Soziale Arbeit und das Recovery-Konzept miteinander verglichen, um Gemeinsamkeiten und neue Perspektiven zu identifizieren.
3. Recovery
Nachdem nun einige grundlegende Aspekte zur Sozialen Arbeit im Kontext der Sozialpsychiatrie dargestellt wurden, wird in diesem Kapitel das Recovery-Konzept vorgestellt. Es werden die wesentlichen Grundzüge des Recovery-Konzepts erläutert, darunter zwei unterschiedliche Definitionen von Recovery, das zugrunde liegende Gesundheitsverständnis sowie einige relevante Komponenten des Recoveryprozesses.
Der Begriff,Recovery' kann mit ,Genesung' oder der ,Wiedererlangung von Gesundheit' ins Deutsche übersetzt werden, wenngleich ein eindeutig treffender deutscher Begriff noch nicht gefunden wurde (vgl. Knuf, 2016, S. 36). Der Recovery-Ansatz entstand in den 1990er-Jahren aus der Bewegung von Psychiatrieerfahrenen (vgl. Ehlers & Giertz, 2022, S. 121-122). So waren die ersten Vertreter*innen von Recovery Betroffene, die von Fachleuten als „austherapiert' oder „chronisch psychisch krank' abgestempelt wurden. Sie fanden sich aber mit dieser negativen Prognose nicht ab und konnten entgegen den Erwartungen genesen. Die Betroffenen schlossen sich zusammen, um sich gegen den demoralisierenden Pessimismus der Psychiatrie zu erheben und um nach Bedingungen zu suchen, die es langzeitkranken Menschen ermöglichen, wieder ein erfülltes Leben zu führen. (vgl. Knuf, 2016, S. 36)
Die aktuelle Entwicklung im Gesundheitswesen basiert auf der zunehmenden Expertise und Bereitschaft innerhalb der Zusammenarbeit von Betroffenen, professionellen Helfer*innen und Planer*innen und ist eine Fortsetzung der Erfolge der Betroffenenbewegung. Die meisten konzeptuellen und politischen Überlegungen und Entscheidungen wurden durch die Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Professionellen und Politiker*innen getroffen. Eine recoverybasierte Praxis gründet auf der Synthese des Wissens von Berufserfahrung und gelebter Erfahrung und stellt nicht bloß einen Zusatz zur herkömmlichen Praxis dar. (vgl. Amering & Schmolke, 2012, S. 21-22) In englischsprachigen Ländern, wie z.B. England, Kanada, Australien und in den USA ist Recovery mittlerweile eine gesundheitspolitische Orientierung für die Psychiatrie (vgl. Amering, 2013, S. 342). Auch in Deutschland ist Recovery zu einem zentralen Anliegen einer nutzerorientierten psychiatrischen Versorgung geworden (vgl. Knuf, 2016, S. 36). So wird Recovery in den S3-Praxisleitlinien in Psychiatrie und Psychotherapie als Ziel formuliert. Demnach soll in allen Bereichen der psychosozialen Versorgung eine Recoveryorientierung verwirklicht werden. (vgl. DGPPN, 2019, S. 36)
Kapitel 1 (Einleitung): Dieses Kapitel führt in das Thema Recovery ein, beleuchtet dessen Bedeutung für die Sozialpsychiatrie und stellt die Forschungsfrage nach dem Nutzen für die Soziale Arbeit vor.
Kapitel 2 (Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie): Es werden die Grundlagen der Sozialen Arbeit im Kontext der Sozialpsychiatrie dargelegt, inklusive Definitionen, Handlungsfeldern, Zielgruppen, Gesundheitsverständnissen, Zielen, ethischen Prinzipien und dem Konzept des Empowerments.
Kapitel 3 (Recovery): Im Zentrum steht die detaillierte Vorstellung des Recovery-Konzepts, seiner Definitionen, des zugrunde liegenden Gesundheitsverständnisses sowie wichtiger Komponenten wie Empowerment, Hoffnung, Verbundenheit und der Umgang mit Stigmatisierung.
Kapitel 4 (Nutzen von Recovery für die Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie): Dieses Kapitel vergleicht Soziale Arbeit und Recovery hinsichtlich ihrer Ziele, Interventionsebenen, Werte und Gesundheitsverständnisse und untersucht den Nutzen des Recovery-Konzepts für die Praxis der Sozialen Arbeit, unter anderem in Bezug auf Hoffnung, Stigmatisierung und Peer-Support.
Kapitel 5 (Fazit): Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt einen Ausblick auf offene Forschungsfragen und zukünftige Perspektiven zur Implementierung des Recovery-Konzepts in der Sozialen Arbeit.
Recovery, Soziale Arbeit, Sozialpsychiatrie, psychische Erkrankungen, Genesung, Empowerment, Selbstbestimmung, Stigmatisierung, Peer-Support, Salutogenese, Gesundheitsverständnis, soziale Integration, Hilfe zur Selbsthilfe, Partizipation, Hoffnung.
Diese Arbeit untersucht den potenziellen Nutzen des Recovery-Konzepts für die Soziale Arbeit im Arbeitsfeld der Sozialpsychiatrie, indem sie Gemeinsamkeiten und neue Perspektiven aufzeigt.
Zentrale Themenfelder sind das Recovery-Konzept, die Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie, Gesundheitsverständnisse, Empowerment, Stigmatisierung und Peer-Support.
Das primäre Ziel ist es, die Soziale Arbeit und Recovery miteinander zu vergleichen, um die Vorteile des Recovery-Konzepts aufzuzeigen. Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern bietet das Recovery-Konzept einen Nutzen für die Soziale Arbeit im Arbeitsfeld der Sozialpsychiatrie?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und einem Vergleich der Konzepte der Sozialen Arbeit und Recovery, um deren potenziellen Nutzen zu ermitteln und zu diskutieren.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Sozialen Arbeit in der Sozialpsychiatrie erläutert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung des Recovery-Konzepts. Anschließend werden beide Konzepte miteinander verglichen und der Nutzen des Recovery-Konzepts für die Soziale Arbeit diskutiert.
Recovery, Soziale Arbeit, Sozialpsychiatrie, psychische Erkrankungen, Genesung, Empowerment.
Das Recovery-Konzept lehnt das gängige Verständnis von Gesundheit als Abwesenheit von Symptomen ab und betont stattdessen, dass ein zufriedenes, hoffnungsvolles und aktives Leben auch mit bestehenden Symptomen psychischer Erkrankungen möglich ist, ohne eine vollständige Heilung vorauszusetzen.
Empowerment ist ein zentrales handlungsleitendes Konzept in beiden Bereichen und zielt auf die (Wieder-)Erlangung von Selbstbestimmung über die eigene Lebensgestaltung ab. Es ist eine Schlüsselkomponente für die Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Peer-Support ist ein wesentliches Element der recoveryorientierten Praxis. Er kann Hoffnung, den Glauben an Genesung, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit und Empowerment fördern sowie Selbststigmatisierung reduzieren, indem Betroffene von genesenen Personen unterstützt werden.
Die Untersuchung weist auf die fehlende einheitliche Definition von Recovery als Einschränkung hin. Zudem wurden lediglich die Vorteile und nicht mögliche Nachteile oder Herausforderungen des Recovery-Konzepts beleuchtet. Auch die Frage nach der Balance von Nähe und Distanz bei der Einbringung eigener Krisenerfahrungen von Sozialarbeitenden bleibt offen.
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