Masterarbeit, 2011
121 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Public Private Partnerships in der Entwicklungszusammenarbeit
1.1 Der entwicklungspolitische Kontext
1.2 Public Private Partnerships in der Entwicklungszusammenarbeit
1.2.1 Das Konzept
1.2.2 Definition und Abgrenzung
1.2.3 Akteure und Zielsetzungen
1.2.4 Partnerschaft und Zielkonflikte
1.2.5 Kritik
1.3 Public Private Partnership in der österr. Entwicklungszusammenarbeit
1.3.1 Entstehungshintergrund
1.3.2 Das Instrument
1.3.3 Status Quo
2. Organisationsoziologische Verortung von Public Private Partnerships
2.1 Organisationssoziologie als Disziplin
2.2 Organisationssoziologische Perspektiven
2.2.1 Agenturtheorie
2.2.2 Neoinstitutionalistische Organisationstheorie
2.2.3 Negotiated Order Theory
3. Methodik
3.1 Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
3.2 Stand der Forschung
3.3 Methodisches Vorgehen
3.3.1 Methodologische Positionierung im Interpretativen Paradigma
3.3.2 Das qualitative Interview
3.3.3 Die Themenanalyse
3.3.4 Das Forschungsdesign
4. Empirik
4.1 Der empirische Prozess
4.2 Das empirische Feld
4.2.1 Das Instrument der Wirtschaftspartnerschaft
4.2.2 Ablauf der Antragstellung
4.2.3 Anforderungen an Wirtschaftspartnerschaften
4.3 Die Akteure des empirischen Felds
5. Ergebnisse
5.1 Handlungsmotivationen
5.1.1 Gründe für die Zusammenarbeit
5.1.2 Projekt-Typen
5.2 Konfliktfelder
5.2.1 Interorganisationale Konflikte
5.2.2 Intraorganisationale Konflikte
5.3 Strategien der Aushandlung
5.3.1 Einhaltung formaler Kriterien als Voraussetzung
5.3.2 Voranpassung
5.3.3 Verwendung einer gemeinsamen Sprache
5.3.4 Perspektivenübernahme
5.3.5 Gegenseitige Akzeptanz und neues Rollenverständnis
5.3.6 Inklusion externer Berater
5.4 Wirtschaftspartnerschaften als Negotiated Order
6. Reflexion
Die Arbeit untersucht das Phänomen Public Private Partnerships in der Entwicklungszusammenarbeit aus einer organisationssoziologischen Perspektive. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie privatwirtschaftliche und öffentliche Akteure trotz unterschiedlicher Handlungsprämissen und Organisationsziele erfolgreich kooperieren, ihre Interessen in kollektiv akzeptierte Lösungen integrieren und interorganisationale Aushandlungsprozesse bewältigen können.
1.1 Der entwicklungspolitische Kontext
Die sozialen, ökonomischen und politischen Veränderungsprozesse der letzten Jahrzehnte haben auch auf die Strukturen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gewirkt. Die hohen entwicklungspolitischen Ansprüche, denen sich die internationale Gemeinschaft verschrieben hat, erfordern neue Formen der Kooperation und machen Allianzen zwischen unterschiedlichsten Akteuren notwendig. Neben Regierungen, Entwicklungsinstitutionen und zivilgesellschaftlichen Initiativen haben sich so nach und nach privatwirtschaftliche Unternehmen zu bedeutenden Akteuren der internationalen Entwicklungspolitik gewandelt.
Dabei ist die Einbindung des privaten Sektors in Agenden der Entwicklungszusammenarbeit – in Form von so genannten Public Private Partnerships (siehe Definition Kap. 1.2.2) – als Produkt jahrzehnterlanger Strukturveränderungen und als Resultat einer Kette aufeinander folgender entwicklungspolitischer Paradigmen zu verstehen (vgl. Eberlein 2005: 146).
Die internationale Entwicklungspolitik fokussierte nach dem Zweiten Weltkrieg über vier Jahrzehnte hinweg auf die Stärkung nationaler Regierungen in der Dritten Welt, die durch technische und finanzielle Hilfe in der effizienten Gestaltung ihrer Aufgaben unterstützt werden sollten. Entwicklung wurde in diesem Kontext als Modernisierungsprozess konzipiert, der die Umwandlung traditionaler in moderne Gesellschaften ermöglichen und somit die Verbesserung der sozio-ökonomischen Bedingungen in den betroffenen Ländern beschleunigen sollte. Zentraler Akteur in diesem Prozess war der Staat, die Bevölkerung und deren Organisationen wurden lediglich als Träger traditioneller Werte, als Modernisierungshemmnisse und damit als „Nicht-Akteure“ von Entwicklung betrachtet (vgl. Lapeyre 2005: 25).
Anfang der 1980iger Jahre wurde diese Sichtweise – und mit ihr die zentrale Stellung des Staates in der Entwicklungspolitik – durch die neoliberale Wende nachhaltig erschüttert und durch ein neues Paradigma ersetzt. Nachdem die kreditfinanzierten Entwicklungsbestrebungen der Länder der Dritten Welt nicht zum erhofften wirtschaftlichen Aufschwung und dem Anschluss an die Industrienationen geführt hatten, sondern ganz im Gegenteil diese – durch hohe und vielmals ineffizient eingesetzte Kredite – gestützte Vorgehensweise den Beginn einer weltweiten Schuldenkrise markierte, wurde durch den von Weltbank und IWF propagierten Washington-Konsensus mit Beginn der 1980iger Jahre ein neues Paradigma der Entwicklungspolitik eingeführt (vgl. Eberlein 2005: 149).
1. Public Private Partnerships in der Entwicklungszusammenarbeit: Dieses Kapitel stellt das Konzept der Public Private Partnerships in den entwicklungspolitischen Kontext und beschreibt das spezifische Instrument der österreichischen Wirtschaftspartnerschaften.
2. Organisationsoziologische Verortung von Public Private Partnerships: Hier werden relevante organisationstheoretische Ansätze vorgestellt und für die Analyse des Untersuchungsgegenstandes evaluiert, wobei die Negotiated Order Theory als zentrales Analyseinstrument begründet wird.
3. Methodik: Das Kapitel erläutert das explorativ-qualitative Forschungsdesign, die Vorgehensweise bei den Experteninterviews sowie die angewandte Themenanalyse zur Auswertung der erhobenen Daten.
4. Empirik: Dieser Teil beschreibt den praktischen Forschungsprozess, das empirische Feld der Wirtschaftspartnerschaften sowie die Auswahl der untersuchten Fälle und Akteure.
5. Ergebnisse: Hier werden die Resultate der empirischen Studie präsentiert, insbesondere die Handlungsmotivationen, die Konfliktfelder sowie die identifizierten Aushandlungsstrategien der Akteure.
6. Reflexion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf weiterführende Forschungsbedarfe.
Public Private Partnerships, Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaftspartnerschaften, Organisationssoziologie, Negotiated Order Theory, Aushandlungsprozesse, Konfliktmanagement, österreichische Entwicklungszusammenarbeit, interorganisationale Kooperation, qualitative Sozialforschung, Wirtschaftsakteure, Wirkungsanalyse, Stakeholder, Governance, internationale Entwicklungspolitik
Die Arbeit analysiert das Phänomen der "Public Private Partnerships" im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit aus einer organisationssoziologischen Perspektive, wobei das österreichische Programm der Wirtschaftspartnerschaften als empirisches Untersuchungsfeld dient.
Zentrale Themenfelder sind die interorganisationale Kooperation zwischen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren, das Management von divergierenden Organisationszielen sowie die praktische Aushandlung von Projekten in einem dynamischen Umfeld.
Die zentrale Forschungsfrage ist, wie privatwirtschaftliche und öffentliche Akteure trotz unterschiedlicher Handlungsprämissen erfolgreich zusammenarbeiten und ihre organisationsspezifischen Interessen in eine kollektiv akzeptierte, erfolgreiche Kooperation integrieren können.
Es wird ein explorativ-qualitativer Ansatz gewählt, der auf der interpretativen Sozialforschung basiert. Die Datenerhebung erfolgt durch qualitative Interviews, die Auswertung mittels Themenanalyse nach Froschauer und Lueger.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch organisationsoziologische Perspektiven (insb. Negotiated Order Theory), eine methodische Vorbereitung, eine empirische Analyse des Feldes sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich Aushandlungsstrategien.
Wichtige Begriffe sind Public Private Partnerships, Entwicklungszusammenarbeit, Negotiated Order Theory, Aushandlungsprozesse, Wirtschaftspartnerschaften und organisationale Kooperation.
Die Unterscheidung betrifft die Notwendigkeit der Förderung: Intrinsische Projekte entstammen aus dem operativen Kerngeschäft und fänden auch ohne Förderung statt, während extrinsische Projekte explizit für das Förderinstrument Wirtschaftspartnerschaft entworfen werden und ohne diese nicht existieren würden.
Die Theorie ist ideal, um die hohe soziale Komplexität und die informellen Aushandlungsprozesse abzubilden. Da die Projekte durch Ambiguität und geringe Standardisierung geprägt sind, dient diese Theorie dazu, Ordnung nicht als statisch, sondern als prozesshaft ausgehandelt zu verstehen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

