Diplomarbeit, 2010
79 Seiten, Note: 2,3
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Untersuchung
2 Zum Begriff des internationalen Controllings
2.1 Notwendigkeit des internationalen Controllings
2.2 Controlling in Deutschland
2.3 Controlling im internationalen Kontext
2.4 Entwicklung des Controllings in Russland
3 Wirtschaftliche Entwicklungstendenzen in Russland
3.1 Weltfinanzkrise und Folgen für die russische Wirtschaft
3.2 Deutsch-russische Handelsbeziehungen
4 Ökonomische Rahmenbedingungen und kulturell spezifische Besonderheiten für den Aufbau eines Controllings in Russland
4.1 Der Einfluss kultureller Faktoren auf das Controlling
4.2 Soziokulturelle Einordnung Russlands bezüglich der Kulturdimension nach Hofstede.
4.3 Rechungswesen und Controlling
4.3.1 Grundlagen
4.3.2 Buchführungspflicht
4.3.3 Formalismus der russischen Buchhaltung
4.3.4 Besonderheiten von Buchungen
4.3.5 Funktionen der Buchhaltungsabteilung
4.3.6 Währungskontrolle
4.3.7 Barzahlungen
4.3.8 Unterschiede der russischen Buchhaltung zu IFRS
4.4 Das Steuerwesen in Russland
4.4.1 Doppelbesteuerungsankommen
4.4.2 Praktische Probleme beim Geschäftsaufbau und Gestaltungsmöglichkeiten
4.4.3 Kosten in der Startphase
4.4.4 Kosten vor der Registrierung einer Gesellschaft
4.4.5 Vorsteuerüberhang
5 Vorgehensweise und Methodik der empirischen Untersuchung
5.1 Firmenauswahl und Kontaktaufnahme
5.2 Unternehmensspezifische Informationen
6 Analyseergebnisse
6.1 Controlling in Sachen Korruption und Bürokratie in Russland
6.1.1 Einführung
6.1.2 Historische Hintergründe
6.1.3 Allgemeine Anmerkungen zur Befragung
6.1.4 Typische Fälle von Korruption im Geschäftsleben, Ursachen und Ausgangspunkte
6.1.5 Allgemeiner Umgang mit Korruption
6.1.6 Organisatorische Maßnahmen zur Beherrschung von Bürokratie und Korruption
6.1.7 Der Umgang mit Behörden
6.1.8 Schlussbemerkung zu Korruption und Bürokratie
6.2 Organisatorische Einbindung der Controllingaufgabe in die betriebliche Praxis in Russland
6.3 Aufgaben des Controllings und Einsatz von Controlling-Instrumenten in Russland
6.4 Kommunikationsbesonderheiten zwischen der deutschen leitenden Führungskraft und russischen Mitarbeitern und deren Einfluss auf das Controlling
6.4.1 Einführung
6.4.2 Anforderungen an Führungskräfte in einer russischen Controlling Abteilung
6.4.3 Arten und Einsatz von Maßnahmen zur Kommunikationsverbesserung
6.4.4 Zusammenfassung des Kapitels
6.5 Controlling in Russland beginnt bei der Personalsuche
6.5.1 Einführung
6.5.2 Kriterien für die Auswahl des Mitarbeiters für die Controlling-Abteilung
6.5.3 Der Aufbau einer Controlling-Abteilung in Russland
6.5.4 Wichtige Punkte für die Besetzung der Hauptbuchhalterstelle
6.5.5 Gehaltsgefüge in Russland
6.5.6 Die Gestaltung der Suche nach passendem Personal
6.5.7 Zielkonflikte bei der Personalsuche und Lösungsätze
6.5.8 Interkulturelle Aspekte
7 Zusammenfassung
8 Anhang
8.1 Anhang 1: Anschreiben zum Fragebogen
8.2 Anhang 2: Inhalt und Aufbau des Fragebogens
8.3 Anhang 3: Fragebogen
8.4 Anhang 4: Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Etablierung deutscher Controllingsysteme in russischen Tochtergesellschaften. Ziel ist es, die spezifischen wirtschaftlichen und kulturellen Risiken zu identifizieren sowie praxisnahe Handlungsempfehlungen für Führungskräfte abzuleiten, um eine effektive Steuerung im russischen Umfeld zu gewährleisten.
4.3.4 Besonderheiten von Buchungen
Jegliches Inventar, inkl. einzelnes Büro- bzw. Verbrauchsmaterial wird zunächst in der Bilanz aktiviert. Selbst für die Entnahme und Benutzung eines Kugelschreibers wird ein internes Dokument erstellt. Erst dann darf er aufwandswirksam abgeschrieben werden.
Solange kein Protokol über die erbrachte Leistung vorliegt, gehen alle Zahlungen für erbrachte Leistungen, z.B. für Miete, auf ein Zwischenkonto ein.
Liegt das Protokoll über die erbrachte Leistung vor, wird auf ein vorläufiges Aufwandskonto umgebucht. Auf diesen Konten werden alle Kosten gesammelt und am Ende des Monats auf das finale Gewinn und Verlustkonto weitergeleitet.
Umsatzerlöse werden zunächst brutto inkl. Mehrwertsteuer verbucht. Erst im Anschluss wird die Mehrwertsteuer abgezogen.
Etwaige Abweichungen können ausschließlich durch eine interne Anweisung ratifiziert werden.
Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, sowie Körperschaftssteuererklärung sind quartalsweise bei den Steuerbehörden abzugeben. Hinzu kommen weitere Meldungen an die Sozialversicherungs- und Statistikbehörden. Pro Quartal kommen so mehr als 15 verschiedene Berichte zusammen. Dies hat signifikanten Einfluss auf die benötigte Mitarbeiterzahl, die Personalkosten und die Anforderungen an das Controlling.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung Russlands als Markt für deutsche Unternehmen und definiert die grundlegende Forschungsfrage der Arbeit.
2 Zum Begriff des internationalen Controllings: Dieses Kapitel erörtert die Notwendigkeit des Controllings in internationalen Kontexten und beschreibt die Entwicklung des Controllings in Russland.
3 Wirtschaftliche Entwicklungstendenzen in Russland: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Folgen der Weltfinanzkrise und die deutsch-russischen Handelsbeziehungen, werden detailliert analysiert.
4 Ökonomische Rahmenbedingungen und kulturell spezifische Besonderheiten für den Aufbau eines Controllings in Russland: Der Fokus liegt hier auf dem Einfluss kultureller Faktoren sowie den Besonderheiten des russischen Rechnungs- und Steuerwesens.
5 Vorgehensweise und Methodik der empirischen Untersuchung: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Expertenbefragung sowie die Auswahlkriterien der untersuchten Tochtergesellschaften.
6 Analyseergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse zu Korruption, Bürokratie, organisatorischer Einbindung, Aufgaben des Controllings und der interkulturellen Kommunikation bei der Personalsuche.
7 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung eines interkulturell sensiblen Managements.
8 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Informationen, den Leitfaden des Fragebogens sowie das Literaturverzeichnis.
Controlling, Russland, Tochtergesellschaft, Korruption, Bürokratie, interkulturelle Kommunikation, Rechnungswesen, Steuersystem, Personalsuche, Führungskräfte, Unternehmenssteuerung, Internationalisierung, Risikomanagement, Compliance, Investitionsklima.
Die Diplomarbeit untersucht, wie deutsche Unternehmen erfolgreich ein Controllingsystem in ihren russischen Tochtergesellschaften etablieren und welche speziellen Herausforderungen sie dabei bewältigen müssen.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, kulturelle Besonderheiten, das russische Rechnungs- und Steuerwesen sowie die Auswirkungen von Bürokratie und Korruption auf das Controlling.
Die Untersuchung geht primär der Frage nach, wie deutsche Controllingsysteme an das russische Marktumfeld angepasst werden müssen, um eine effektive Unternehmenssteuerung zu gewährleisten.
Die Autorin führte eine empirische Expertenbefragung bei fünf großen deutschen Unternehmen mit Tochtergesellschaften in Russland durch, um praxisnahe Einblicke zu gewinnen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die organisatorische Einbindung des Controllings, den Einsatz von Controlling-Instrumenten, die interkulturelle Kommunikation und die spezifischen Anforderungen an die Personalauswahl.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Controlling, Russland, Korruption, Bürokratie, Rechnungswesen, interkulturelles Management und Personalsuche.
Die russische Buchhaltung ist stark formalisiert, dokumentenorientiert und durch steuerrechtliche Vorgaben geprägt, was den Einsatz von IFRS-basierten Systemen oder deren Anpassung erschwert.
Der Fachkräftemangel, hohe Erwartungen der Kandidaten, kulturelle Unterschiede in der Arbeitsmoral und die Notwendigkeit von Sprachkenntnissen machen die Suche und Bindung von qualifiziertem Controlling-Personal zu einer großen Hürde.
Die befragten Unternehmen setzen auf Transparenz, klare Compliance-Richtlinien und Schulungen, um den Risiken durch Korruption entgegenzuwirken, wobei sie oft mit sehr hohen regulatorischen Anforderungen konfrontiert sind.
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