Diplomarbeit, 2001
98 Seiten, Note: gut (2)
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 COACHING
2.1 Abgrenzung zu anderen Beratungsformen
2.1.1 Systemische Psychotherapie
2.1.2 Supervision
2.1.3 Mentoring
2.2 Herkunft und Entwicklung
2.3 Definitionsversuch
2.4 Der Forschungsstand
3 SYSTEMISCHES COACHING
3.1 Historische Wurzeln
3.2 Menschenbilder
3.2.1 Psychoanalytische Ansätze
3.2.2 Verhaltenstherapeutische Ansätze
3.2.3 Humanistische Ansätze
3.2.4 Systemischer Ansatz
3.3 Grundbegriffe des Systemischen Coachings
3.3.1 Definition von Systemen
3.3.2 Unterscheidung zwischen trivialen und komplexen Systemen
3.3.2.1 Triviale Systeme
3.3.2.2 Komplexe Systeme
3.3.3 Problemverständnis
3.3.3.1 Was ist ein Problem?
3.3.3.2 Wie entsteht ein Problem?
3.3.4 Interventionsverständnis
3.4 Theoretische Grundpositionen
3.4.1 Berücksichtigung der Autonomie von Systemen
3.4.2 Berücksichtigung der Eigendynamik von Systemen
3.4.3 Berücksichtigung der System-Umwelt
3.4.4 Die Veränderung innerer Konstrukte und Wirklichkeitskonstruktionen
3.4.5 Wechselseitiger Bezug (strukturelle Koppelung) zwischen individuellen Problemen und interpersoneller Kommunikation
3.5 Kontext- und Prozessgestaltung
3.5.1 Rahmenbedingungen für die Durchführung eines Systemischen Coachings
3.5.1.1 Formaler Vertrag
3.5.1.2 Psychologischer Vertrag
3.5.1.3 Technische und räumliche Rahmenbedingungen
3.5.1.4 Zeitliche Gestaltung
3.5.1.5 Arbeit mit dem Team
3.5.1.6 Supervision
3.5.1.7 Dokumentation
3.5.1.8 Ausbildung
3.5.2 Prozessgestaltung und grundlegende Vorgehensweisen
3.6 Interventionsmethoden
3.6.1 Beziehungsarbeit
3.6.2 Muster erkennen – Hypothesen bilden
3.6.3 Systemisches Fragen
3.6.4 Das reflektierende Team
3.6.5 Das Familienbrett
3.6.6 Reframing
3.6.7 Positive Konnotation
4 ZUSAMMENFASSUNG DER CHARAKTERISTISCHEN KRITERIEN
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Begriff des Systemischen Coachings theoretisch zu fundieren und charakteristische Kriterien zu identifizieren, die diesen Ansatz von anderen Beratungsformen abgrenzen und für Klienten erkennbar machen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Identifikation jener Basistheorien und Interventionsprinzipien, die systemisches Arbeiten im Kontext von Management und Personalentwicklung definieren.
3.6.3 Systemisches Fragen
Der Psychiater Bodenheimer wies darauf hin dass Fragen im allgemeinen höchst entlarvend, ja sogar „obszön“ sein kann, weil es unvermittelt dazu nötigt, Aspekte des eigenen Innenlebens preiszugeben oder offenzulegen. Ob man antwortet oder nicht, man gibt sich zu erkennen. Fragen ist aus diesen Gründen für ein Coaching unverzichtbare Methode zur Intervention. Fragen eröffnen den einzigen Zugang zur Problemlage und zu den Ressourcen der Klienten. Insofern gilt es beim Fragen stets den Kontext der Beratung zu berücksichtigen und es auf den Bereich zu beschränken, den die Klienten gemeinsam mit dem Coach im Auftrag festgelegt haben (vgl. Ludewig, 1995, S.137).
Fragen dient vor allem dazu, Informationen über das System zu generieren und diese Informationen – als Intervention – dem System zur Verfügung zu stellen. Dabei stehen unterschiedliche Frageformen im Mittelpunkt (vgl. Tomm, 1988), hinter denen unterschiedliche Orientierungs- oder Beeinflussungsabsichten stecken und denen entweder lineare Ursachen-Wirkungszusammenhänge oder zirkuläre Annahmen zugrunde liegen (siehe Abbildung 12).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Coachings ein, beleuchtet die aktuelle begriffliche Unschärfe und legt das Ziel der Arbeit zur Entwicklung einer Minimaldefinition fest.
2 Coaching: In diesem Kapitel erfolgt eine detaillierte Abgrenzung des Coachings zu anderen Beratungsformen sowie eine Darstellung der historischen Entwicklung und des aktuellen Forschungsstandes.
3 Systemisches Coaching: Dieser Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln, die zugrundeliegenden Menschenbilder verschiedener Ansätze sowie die systemtheoretischen Grundbegriffe, Interventionsverständnisse und spezifischen Methoden.
4 Zusammenfassung der charakteristischen Kriterien: Das Fazit fasst die identifizierten Merkmale zusammen, die den systemischen Coaching-Ansatz als professionelle und ganzheitliche Beratungsleistung definieren.
Systemisches Coaching, systemtheoretische Grundlagen, systemisches Menschenbild, Coaching-Definition, systemische Intervention, zirkuläres Fragen, Reflecting Team, Familienbrett, Prozessgestaltung, Autonomie, Eigendynamik, strukturelle Koppelung, Komplexität, Interventionsmethoden, Konstruktivismus
Die Arbeit identifiziert und definiert die charakteristischen Merkmale des Systemischen Coachings, um eine wissenschaftliche Basis für diese Beratungsleistung zu schaffen und sie von eklektischen, unreflektierten Coaching-Praktiken abzugrenzen.
Die Arbeit behandelt die Abgrenzung von Coaching zu anderen Beratungsformaten, die theoretischen Wurzeln der Systemtheorie, verschiedene Menschenbilder in der Psychotherapie sowie die konkrete Anwendung systemischer Interventionsmethoden.
Das Ziel ist die Erarbeitung einer Minimaldefinition von Systemischem Coaching sowie die Identifizierung jener Kriterien, die den Ansatz theoretisch begründbar und in der Praxis erkennbar machen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse wissenschaftlicher Quellen aus den Bereichen Coaching, Systemische Therapie und Systemtheorie, um eine Idealtypologie des Systemischen Coachings zu entwickeln.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (wie Autonomie und Eigendynamik von Systemen) detailliert diskutiert und mit spezifischen Interventionsmethoden (wie zirkulärem Fragen oder dem Reflecting Team) verknüpft.
Zentrale Begriffe sind Systemtheorie, Systemisches Coaching, Wirklichkeitskonstruktion, zirkuläres Fragen und die strukturelle Koppelung zwischen Systemen und ihrer Umwelt.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da das Interventionsverständnis eines Coaches davon abhängt, ob er ein System als steuerbare Maschine oder als autonomes, selbstreferentielles System betrachtet, das von außen nur durch "Verstörung" angeregt werden kann.
Allparteilichkeit bedeutet, dass der Coach nicht einseitig für eine Position oder Person Stellung bezieht, sondern die Dynamik des gesamten Systems im Blick behält, um Entwicklungspotentiale bei allen Beteiligten offen zu halten.
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