Diplomarbeit, 2009
95 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Das Global-Governance-Konzept
2.1 Politische Genese
2.2 Theoretische Wurzeln
2.3 Die Global-Governance-Debatte
2.3.1 Internationale Kommissionen
2.3.2 Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen
2.3.3 Neoliberale Akteure und Gewerkschaften
2.3.4 Forschungsinstitute
3. Global Governance und Globalisierung
3.1 Globalisierung und neue Herausforderungen an Steuerungssysteme
3.2. Problemdimensionen der Globalisierung
3.2.1 Globale öffentliche Güter
3.2.2 Grenzüberschreitende Probleme
3.2.3 Globale Phänomene
3.2.4 Globale Interdependenzen
3.2.5 Systemwettbewerb der Nationalstaaten in der Weltwirtschaft
3.2.6 Komplexität der globalen Governance-Architektur
4. Die globale Governance-Architektur
4.1 Die Architektur des INEF
4.2 Probleme der globalen Governance-Architektur
4.2.1 Das Demokratie- und Legitimationsproblem
4.2.2 Analogiefallen
4.2.3 Internationale Migration
5. Die Rolle der EL in der globalen Governance-Architektur
5.1 Neoliberale Hegemonie und globale Strukturen
5.2 Schwache Staaten und Failed States
5.2.1 Liberal Imperialism als Lösungsansatz für fragile Staatlichkeit
5.2.2 Fragile Staatlichkeit am Beispiel des FARC-Konflikts in Kolumbien
5.3 Emerging Powers
5.3.1 Die BRIC-/B(R)ICSAM-Staaten
5.3.2 Die Bedeutung Chinas und Indiens in der globalen Governance-Architektur – mit einem Exkurs zum demokratischen Frieden
6. Die Bedeutung der G20 für die globale Governance-Architektur
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Rolle von Entwicklungsländern innerhalb der globalen Governance-Architektur. Das primäre Ziel besteht darin, unter Berücksichtigung der machtpolitischen Rahmenbedingungen sowie der Herausforderungen durch Globalisierungsprozesse zu analysieren, wie schwache Staaten, Failed States und aufstrebende Schwellenländer in globale Steuerungssysteme integriert werden können, um eine demokratischere und multipolare Ausgestaltung der Weltordnung zu erreichen.
2.1 Politische Genese
Das Ende des Kalten Krieges hatte zweierlei wesentliche Auswirkungen. Die Sicht auf viele Probleme der Welt, die zuvor von diesem Konflikt überlagert worden waren, wurde wieder klarer. Allerdings entstand mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch eine „neue Unübersichtlichkeit“ (Habermas 1985: 161), die Fragen bezüglich der Regierbarkeit dieser Welt aufwarf. Die Welt war nun nicht mehr allein in zwei Blöcke einzuteilen. Diese Unübersichtlichkeit, die durch zahlreiche kriegerische Konflikte in Randgebieten der zivilisierten Welt begleitet wurde, die oftmals durch soziale Ungerechtigkeiten und ökologische Bedrohungen ausgelöst wurden, ließ die Forderung nach neuen Steuerungssystemen lauter werden. Es wurde auf verbesserte Mechanismen zur Krisenprävention und Krisenbewältigung gehofft, die zunächst vornehmlich durch die Stärkung der UN erbracht werden sollten (vgl. Messner/Nuscheler 2003: 3f.).
Die Vorstellung von einer multilateral ausgestalteten Kultur der Kooperation ist in Immanuel Kants Werk „Zum ewigen Frieden“ von 1795 angelegt und der Begriff Weltinnenpolitik, mit dem Global Governance heute immer wieder übersetzt wird, ist bereits in den 1970er Jahren erfunden worden. Der Konflikt der Supermächte ließ ihn jedoch wieder in Vergessenheit geraten. Von der Brandt-Kommission wurde 1980 der Versuch unternommen, diesem Begriff neue Geltung zu verschaffen, indem der sich zuspitzende Nord-Süd-Konflikt durch eine global geprägte Sicherheits- und Entwicklungspolitik abgemildert werden sollte. Dies scheiterte jedoch am Gegensteuern der ökonomischen Führungsstaaten, die sich auf eine neue Weltwirtschaftsordnung, wie sie von den Entwicklungsländern gefordert wurde, nicht einlassen wollten.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik ein, dass Globalisierungsprozesse demokratische Strukturen untergraben und der Nationalstaat zur Bewältigung globaler Herausforderungen nicht mehr ausreicht.
2. Das Global-Governance-Konzept: Dieses Kapitel erläutert die politische Entstehung, theoretische Wurzeln und die wissenschaftliche Debatte um das Global-Governance-Konzept.
3. Global Governance und Globalisierung: Hier werden die Problemdimensionen der Globalisierung und die daraus resultierenden Anforderungen an moderne Steuerungssysteme dargelegt.
4. Die globale Governance-Architektur: Das Kapitel betrachtet die vom INEF entwickelte Architektur und analysiert deren systemimmanente Probleme wie Demokratiedefizite.
5. Die Rolle der EL in der globalen Governance-Architektur: Dieser Abschnitt untersucht die unterschiedlichen Rollen schwacher Staaten, Failed States und aufstrebender Emerging Powers im globalen Kontext.
6. Die Bedeutung der G20 für die globale Governance-Architektur: Es wird analysiert, inwieweit die G20 als Forum das Potenzial hat, die globale Architektur zu reformieren und Interessen von Entwicklungsländern besser zu integrieren.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert zukünftige Ansätze für eine demokratischere globale Architektur.
Global Governance, Entwicklungsländer, Globalisierung, Governance-Architektur, Nationalstaat, Failed States, Liberal Imperialism, Emerging Powers, BRIC-Staaten, G20, Demokratie, Legitimationsdefizit, Internationale Regime, Multilateralismus, Weltwirtschaft
Die Arbeit untersucht, wie Entwicklungsländer in die globale Governance-Architektur eingebunden werden können, um globale Herausforderungen in einer fragmentierten Welt gemeinsam zu bewältigen.
Zu den Schwerpunkten gehören das Global-Governance-Konzept, die Auswirkungen der Globalisierung, die Rolle von "Failed States" sowie der Aufstieg der "Emerging Powers" und deren Einfluss auf internationale Foren wie die G20.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie durch verbesserte internationale Steuerungsstrukturen eine multipolare und demokratische Architektur geschaffen werden kann, die sowohl schwache als auch aufstrebende Staaten einbezieht.
Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse internationaler Strukturen, theoretischer Diskurse und die Auswertung von Indikatoren zur staatlichen Stabilität.
Der Hauptteil analysiert die Architektur des INEF, die Probleme globaler Governance (wie Demokratiedefizite), die Rolle schwacher Staaten und die spezifische Bedeutung von China und Indien.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Global Governance, Entwicklungsländer, Failed States, G20, Demokratiedefizit und Multipolarität.
Der Ansatz wird kritisch als Lösungsstrategie für fragile Staaten diskutiert, um deren Staatlichkeit extern zu stützen, wobei die Autorin die damit verbundenen Probleme und Reputationsrisiken beleuchtet.
China und Indien werden als zentrale "Emerging Powers" identifiziert, die durch ihr wirtschaftliches Gewicht die Machtverhältnisse verschieben und eine multipolare Ordnung fordern, während sie gleichzeitig intern mit Entwicklungsherausforderungen kämpfen.
Die Arbeit bewertet die G20 als wichtiges, wenn auch informelles Forum, das durch seine ökonomische Repräsentanz eine höhere Legitimität als die G7/8 besitzt, aber weiterhin mit Legitimations- und Implementierungsproblemen zu kämpfen hat.
Das Beispiel verdeutlicht die Problematik fragiler Staatlichkeit, die Herausforderungen bei der Sicherung von Menschenrechten und die Schwierigkeiten bei der Einbindung eines solchen Staates in internationale Regelwerke.
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