Masterarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 1,5
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Einleitung
Historische Einordnung von Person und Werk
Die historische Figur des Partisanen
Die erste Erscheinung
Übertragung auf die reguläre Militärtechnik
Legalisierung des Partisanentums und das preußische Ideal
Das Politische
Definition des Politischen und sein wahrer Kern
Die Bedrohung des Politischen
Der Ausnahmezustand
Definition des Ausnahmezustandes
Auswirkung des Ausnahmezustandes
Der Charakter des Partisanen
Vier Merkmale des Partisanen
Entwicklung von Clausewitz über Lenin und Mao Tse-tung bis Salan
Rettung des Politischen durch den Partisanen und die Begrenzung der Feindschaft
Entwicklung des Widerstandes
Inkubationszeit
Konspirative Periode
Aktive Periode
Absurde Periode
Legalität und Legitimität
Entstehung des Rechts aus dem Raum: Exkurs in die Nomosphilosophie
Primat der Legalität
Entstehung der partisanischen Legitimität
Ende des Partisanen?
Entwurzelung des Partisanen durch die Technisierung
Niedergang des Partisanen durch Absolutwerdung der Feindschaft
Neuentwicklung und Anpassung des Partisanen in fortschrittlicher Zukunft
Schmitts Intention der Theorie
Der Partisan als letztes Wesen des Politischen
Der Partisan als Ausdruck der wirklichen Feindschaft
Der Partisan als Ausdruck des Endes der Staatlichkeit
Der moderne Partisan
Der Partisan im modernen Völkerrecht
Die Entstehung von rechtsfreien Räumen
„Mit Carl Schmitt nach Guantánamo“
Resümee
Bestimmung der Figur des Partisanen
Bedeutung seiner Theorie für die Bewertung des Terrorismus
Diese Arbeit analysiert Carl Schmitts "Theorie des Partisanen" von 1962, um zu ergründen, welche Intention hinter seiner Theoriebildung stand und wie diese in Verbindung mit seinem Gesamtwerk in der heutigen Zeit, insbesondere im Kontext des modernen Terrorismus, Anwendung finden kann. Dabei wird die historische Entwicklung der Partisanenfigur ebenso untersucht wie die rechtlichen und politischen Implikationen dieser Theorie.
Die erste Erscheinung
Der Partisan tritt für Schmitt nach dem französisch-spanischen Krieg von 1808 bis 1813 zum ersten Mal in Erscheinung, aus dem das französische Heer unter Leitung von Napoleon siegreich hervor ging und so das spanische Gebiet als Sieger des Krieges rechtmäßig besetzte. Besonders beachtenswert an dieser Beschreibung ist, dass der spanische Partisan erst nach der Niederlage des regulären spanischen Heeres auftrat und somit den irregulären und von den Franzosen als illegal bewerteten Widerstand gegen den französischen Besatzer formierte. Der Partisan, der sich als Einheimischer stark durch seinen Heimatboden definierte, erschuf als kleiner und schwacher Kampfteilnehmer eine neue Form des Krieges, nämlich den Guerilla-Krieg, der auch mit der Kampftaktik des kleines Krieges beschrieben werden kann, jedoch diesen auf bisher unbekannte Art mit dem Volkskrieg verband. Dieses Vorgehen nutzt die eigentlichen Schwächen des Partisanen und verkehrt sie zum Vorteil. So wurde das Auftreten des Partisanen als Einzelkämpfer, der sich auf keine große Armee von Kampfgefährten verlassen konnte, durch die damit verbundene hohe Mobilität zu einem großen Vorteil gegenüber der sehr trägen, absolutistischen Heere, die durch ihre Kampftaktik einer starren Formation, wie vor der Französischen Revolution die Linienformation, und durch die Volksbewaffnung und den fehlenden Drill die Kolonnenformation, sehr unbeweglich waren und eines bestimmten Geländes bedurften, um überhaupt kämpfen zu können.
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und erläutert die Absicht, Schmitts Theorie des Partisanen in Verbindung mit seinem Gesamtwerk und der aktuellen politischen Lage zu interpretieren.
Historische Einordnung von Person und Werk: Das Kapitel bietet einen biographischen Überblick über das Leben Carl Schmitts in verschiedenen deutschen politischen Systemen und reflektiert Einflüsse auf sein Denken.
Die historische Figur des Partisanen: Es wird die erste Erscheinung des Partisanen während der napoleonischen Kriege sowie dessen Auswirkungen auf das Militär und die rechtliche Grundlage des Krieges dargelegt.
Das Politische: Hier wird Schmitts Definition des Politischen, basierend auf der Freund-Feind-Distinktion, sowie deren Bedrohung durch technologische Entwicklungen analysiert.
Der Ausnahmezustand: Das Kapitel behandelt Schmitts Definition und Auswirkungen des Ausnahmezustandes auf die Rechtsordnung und die Macht des Souveräns.
Der Charakter des Partisanen: Es werden die vier zentralen Merkmale des Partisanen definiert und die historische Entwicklung des Partisanenbildes nachgezeichnet.
Entwicklung des Widerstandes: Dieses Kapitel untersucht die verschiedenen Phasen der Ausbildung eines partisanischen Widerstands, von der Inkubationszeit bis zur absurden Periode.
Legalität und Legitimität: Hier erfolgt eine theoretische Exkursion zur Nomosphilosophie, um die Grundlagen von Recht, Ordnung und partisanischer Legitimität zu klären.
Ende des Partisanen?: Das Kapitel diskutiert Gefährdungen des Partisanen durch Technisierung und die mögliche Neuentwicklung in der Zukunft.
Schmitts Intention der Theorie: Es wird analysiert, weshalb Schmitt das Werk schrieb und inwiefern der Partisan als letztes politisches Wesen zu verstehen ist.
Der moderne Partisan: Abschließend wird die Stellung des Partisanen im modernen Völkerrecht und die Entstehung rechtsfreier Räume wie Guantánamo thematisiert.
Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Bestimmung der Partisanenfigur und deren Bedeutung für die Bewertung des zeitgenössischen Terrorismus.
Carl Schmitt, Theorie des Partisanen, Das Politische, Freund-Feind-Distinktion, Ausnahmezustand, Souveränität, Guerillakrieg, Rechtsfreier Raum, Terrorismus, Recht, Legalität, Legitimität, Nomos, Völkerrecht, Widerstand
Die Arbeit untersucht Carl Schmitts "Theorie des Partisanen" aus dem Jahr 1962 und setzt diese in Bezug zu seinem politischen Gesamtwerk sowie zur aktuellen politischen Sicherheitslage.
Zentrale Themen sind die historische Entstehung der Partisanenfigur, Schmitts Definition des Politischen, der Begriff des Ausnahmezustands sowie die rechtliche Einordnung irregulärer Kämpfer in der Moderne.
Das Ziel ist es, Schmitts Intention hinter der Theoriebildung aufzudecken und zu prüfen, inwieweit sein Konzept des "wirklichen" und "absoluten" Feindes zur Bewertung des modernen Terrorismus beitragen kann.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die primär auf der Interpretation von Primärquellen (Werken Carl Schmitts) und deren Einbettung in den historischen Kontext sowie der Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die theoretische Definition des Politischen und des Ausnahmezustands, eine Analyse der Merkmale des Partisanen und eine Untersuchung der verschiedenen Entwicklungsphasen des Widerstands.
Die wichtigsten Begriffe sind das Politische, Freund-Feind-Unterscheidung, Partisan, Terrorismus, Ausnahmezustand, Souveränität, Legalität und Legitimität.
Der "wirkliche" Partisan bleibt an seinen Heimatboden gebunden und führt einen begrenzten Kleinkrieg. Der "absolute" Partisan hingegen ist ein Werkzeug weltrevolutionärer Ideologien und strebt die Vernichtung des Feindes an, was in die theologische Sphäre abgleitet.
Die Autorin sieht in der Behandlung von Gefangenen in Guantánamo eine Entrechtung, die zwar aus dem Mangel an Kriterien in Schmitts Theorie des Ausnahmezustands resultieren kann, aber laut der Arbeit in Schmitts eigenem Sinne zur Spirale von Terror und Gegenterror führt und daher kontraproduktiv ist.
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