Diplomarbeit, 2009
124 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitende Gedanken und Übersicht
2. Die theoretischen Probleme einer globalen Ungleichheitsperspektive
2.1. Die Phänomene „Globalisierung“ und „soziale Ungleichheit“ – Eine Begriffsbestimmung
2.1.1. Was ist Globalisierung?
2.1.2. Die Kontroverse um den Beginn der Globalisierung
2.1.3. Was sind globale Ungleichheiten? – Der Versuch einer Begriffsbestimmung
2.2. Der Capability-Ansatz als Grundlage für globale Ungleichheiten?
2.2.1. Der Capability-Ansatz von Amartya Sen und Martha Nussbaum
2.2.2. Der Human Development Index als Weiterentwicklung des Capability-Ansatz
2.3. Die „Weltgesellschaft“ als Analysebasis von globalen Ungleichheiten?
2.3.1. Eine kurze Einführung zur Weltgesellschaft
2.3.2. Von der Modernisierungstheorie zum kapitalistischen Weltsystem
2.3.3. Das Weltsystem nach Immanuel Wallerstein
2.3.4. Drei Welten in einem System – Über die Ungleichheiten im kapitalistischen Weltsystem
2.3.4.1. Wie entstand das Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie?
2.3.5. Kritikpunkte am Weltsystem nach Immanuel Wallerstein
2.3.6. Die Bielefelder Weltgesellschaft als globales Interaktionsfeld - Eine kurze Einführung
2.3.6.1. Innovationen und Mechanismen in der Weltgesellschaft
2.3.7. Die Bedeutung der sozialen Ungleichheitsstrukturen in der Weltgesellschaft – Eine kritische Auseinandersetzung
2.3.7.1. Zentrum und Peripherie in der Weltgesellschaft
2.4. Soziale Ungleichheiten, Globalisierung und die Rolle der Nationalstaaten
2.4.1. Die Entwicklung sozialer Ungleichheitsstrukturen im Nationalstaat
2.4.2. Die Entwicklung sozialer Ungleichheiten im Globalisierungsprozess innerhalb der Nationalstaaten
3. Die methodisch-empirischen Probleme der globalen Ungleichheitsforschung
3.1. Die Konzepte der globalen Ungleichheitsstrukturen
3.2. Die Entwicklung der globalen Ungleichheitsstrukturen – Ein kurzer Überblick
3.3. Die internationalen Einkommensungleichheiten zwischen 1820 - 1950 – Der große Anstieg
3.4. Der Wandel der Einkommensungleichheiten im späten 20. Jahrhundert – Die große Kehrtwende?
3.4.1. Globale Einkommensungleichheiten im späten 20. Jahrhundert - Divergenz
3.4.2. Globale Einkommensungleichheiten im späten 20. Jahrhundert - Konvergenz
3.4.3. Die globalen Einkommensungleichheiten aller Weltbürger
3.5. Der Human Development Index als mehrdimensionales Maß
3.6. Der Sonderfall Asien
3.7. Die Entwicklung der globalen Armut
3.8. Die methodischen Probleme der globalen Ungleichheitsforschung – Ein kurzer Abriss
4. Ausblick, Diskussion und finale Schlussfolgerungen
4.1. „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ – Zur Entstehung einer globalen „Sozialen Frage“?
4.2. „Should we worry about income inequality?“
4.3. Zusammenfassende Gedanken und Schlussfolgerungen
Ziel der Arbeit ist es, die soziologischen Implikationen und methodisch-empirischen Probleme der Erfassung globaler sozialer Ungleichheiten zu beleuchten. Dabei wird untersucht, inwieweit das bisherige nationalstaatliche Paradigma durch Globalisierungsprozesse infrage gestellt wird und welche neuen theoretischen sowie analytischen Ansätze zur Erklärung globaler Disparitäten existieren.
1. EINLEITENDE GEDANKEN UND ÜBERSICHT
In einer Welt, in der die nationalen Grenzen der Wirklichkeitswahrnehmung zunehmend zerbrechen, in der ein nie da gewesener Überfluss vorhanden ist; in einer Welt in der Mangel und Armut zur Tagesordnung gehören, muss die Soziologie, laut Reinhard Kreckel, einen neuen Rahmen für die Erfassung von sozialen Ungleichheiten entwickeln. Dabei muss eine Abkehr von der nationalen hin zur globalen Sichtweise stattfinden (vgl. Kreckel S. 2006 3ff.). Durch die Globalisierung, so Ulrich Beck, wird der nationalstaatliche Rahmen zur Erfassung von sozialen Ungleichheiten aufgebrochen und es entsteht ein Perspektivenwechsel hin zu globalen Ungleichheiten (vgl. Beck 1997 S. 28ff.).
Ausgehend von den Überlegungen von Kreckel und Beck soll das Ziel dieser Diplomarbeit sein, die Implikationen und Probleme der globalen Ungleichheitsforschung offenzulegen. Bedenkt man, dass die Einkommensunterschiede zwischen den Nationen größer sind, als innerhalb einer einzigen Nation, und dass die Ungleichheiten innerhalb eines Landes nur von einem Viertel bis zu einem Drittel durch interne Faktoren erklärbar sind, d. h. das 65 – 75 Prozent durch den globalen Gesamtkontext bestimmt werden, scheint ein Blick über die nationalen Grenzen hinaus unerlässlich (vgl. Firebaugh 2003b S. 365f.; Kreckel 2006 S. 4).
Die globale Sichtweise ist weitaus mehr als die Summe aller Nationalstaaten und deren Beziehungen. Sie ist vielmehr als „die“ Gesamtheit zu verstehen und bildet daher einen eigenen Untersuchungsgegenstand (vgl. Greve / Heintz 2005 S. 89). Globale Ungleichheitsstrukturen, so scheint es, gewinnen durch die fortschreitende Globalisierung immer mehr an Bedeutung. Die Soziologie, die Ökonomie aber auch die Internationale Politik sind sich in den letzten Jahrzehnten der Brisanz der globalen Ungleichheiten und der Armut bewusst geworden, so erfolgt die Erhebung und Generierung von globalen Daten durch die Vereinten Nationen (UN) und die Weltbank. Das Gebiet der sozialen Ungleichheiten wurde im Rahmen des Nationalstaates theoretisch und methodisch sehr gut ausgebaut. Durch die Erfassung von globalen, sozialen Ungleichheiten, wird ein neuer Wirklichkeitsbereich erzeugt, welcher nicht mehr nur durch den nationalstaatlichen Rahmen gedeckt werden kann.
1. Einleitende Gedanken und Übersicht: Die Einleitung motiviert die Notwendigkeit, soziale Ungleichheit nicht mehr nur im nationalen, sondern in einem globalen Rahmen zu untersuchen.
2. Die theoretischen Probleme einer globalen Ungleichheitsperspektive: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Globalisierung und soziale Ungleichheit und diskutiert den Capability-Ansatz sowie Theorien der Weltgesellschaft und des Weltsystems.
3. Die methodisch-empirischen Probleme der globalen Ungleichheitsforschung: Es werden die Schwierigkeiten bei der Erfassung globaler Daten thematisiert, die verschiedenen Messkonzepte verglichen und die historische Entwicklung der globalen Ungleichheit sowie Armut analysiert.
4. Ausblick, Diskussion und finale Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel reflektiert über die Möglichkeit einer globalen „Sozialen Frage“ und zieht ein Resümee hinsichtlich der wissenschaftlichen Herausforderungen im Umgang mit globalen Disparitäten.
Soziale Ungleichheit, Globalisierung, Weltgesellschaft, Weltsystem, Capability-Ansatz, Einkommensungleichheit, Armut, Nationalstaat, Human Development Index, Inklusion, Exklusion, globale Disparitäten, empirische Forschung, Kaufkraftparitäten, Wohlfahrtsstaat.
Die Arbeit untersucht die theoretischen und empirischen Herausforderungen, die entstehen, wenn man soziale Ungleichheit nicht länger auf den Nationalstaat begrenzt, sondern eine globale Perspektive einnimmt.
Zu den zentralen Themen zählen die Definition und Abgrenzung von Globalisierung, die theoretischen Ansätze zur Weltgesellschaft und zum Weltsystem sowie die methodischen Schwierigkeiten der Erfassung globaler Einkommensunterschiede und Armut.
Das primäre Ziel ist es, die Implikationen und Probleme der globalen Ungleichheitsforschung offenzulegen und kritisch zu hinterfragen, ob ein Perspektivenwechsel in der Soziologie weg vom Nationalstaat aktuell sinnvoll und methodisch möglich ist.
Es handelt sich um eine theoretische und methodenkritische Arbeit, die bestehende soziologische Theorien (z. B. Systemtheorie, Capability-Ansatz) mit aktuellen empirischen Befunden internationaler Organisationen wie UN und Weltbank verknüpft.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Konzepte (Globalisierung, Weltgesellschaft) vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten methodischen Analyse zur Messung von Ungleichheit, inklusive einer historischen Betrachtung der globalen Einkommensschere und Armutsentwicklung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, globale Disparitäten, Weltgesellschaft, Capability-Ansatz, Einkommensungleichheit und methodische Messprobleme charakterisiert.
Diese Unterscheidung ist für die Weltsystemtheorie zentral, um die hierarchische Struktur und die ökonomische Arbeitsteilung der Welt zu erklären, die laut Vertretern wie Wallerstein soziale Ungleichheit erst erzeugt.
Der Autor argumentiert, dass dem Nationalstaat nach wie vor eine Schlüsselfunktion für Verteilungskonflikte zukommt und eine „globale soziale Frage“ mangels gemeinsamer Sprache, Öffentlichkeit und politischer Adressaten gegenwärtig eine Wunschvorstellung bleibt.
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