Bachelorarbeit, 2010
33 Seiten, Note: 1,3
1 Gegenstand, methodisches Vorgehen und Ziel
1.1 Gegenstand
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Ziel
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Emotionen
2.2 Sprache und Fußball
2.2.1 Bedeutung von Fußball in den Medien
2.2.2 Fachsprache/Gruppensprache Fußball
2.2.3 Journalistisches Interview
2.2.4 Emotionen im sportjournalistischen Interview
3 Vielfalt von Emotionen im sportjournalistischen Interview
3.1 Herangehensweise
3.2 Gerichtetheit der Emotionen
3.2.1 Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten
3.2.2 Eigene Leistung
3.2.3 Eigene Mannschaft
3.2.4 Gegnerische Mannschaft
3.2.5 Kommentator
3.2.6 Äußere Faktoren
4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Emotionen, die bei Fußballspielern während Interviews direkt nach einem Wettkampf entstehen, durch sprachliche Mittel zum Ausdruck gebracht oder beschrieben werden. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Gerichtetheit dieser Emotionen und deren Einordnung in den sportjournalistischen Kontext.
3.2.1 Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten
Der Schiedsrichter ist eine der wichtigsten und zugleich unbeliebtesten Figuren auf dem Spielfeld. Er hat mit Hilfe seiner Assistenten die Aufgabe das Spielgeschehen zu leiten, Entscheidungen zu fällen und Verstöße zu ahnden. Da diese Entscheidungen von subjektiven Eindrücken geprägt sind, teilen nicht alle Spieler die Meinung des Schiedsrichters. Zudem kann er durch klare Fehlentscheidungen und Spielmanipulation ein Spiel zugunsten einer Mannschaft ausfallen lassen. Daraus resultiert, dass der Gegner alles andere als verständnisvoll auf die Situation reagiert und man kann nun mit hochemotionalen Interviews rechnen, wie unter anderem das Interview von Lothar Matthäus belegt:
(4) K.: Lothar Matthäus was haben Sie dem Krug so bös.... Antwort: Da brauchen wir doch gar nimmer drüber reden. Das ist doch eine Frechheit, was der pfeift - nur für eine Richtung. Gelbe Karten für uns, Rote Karten für uns, der Freistoß, der keiner war, der pfeift doch alles gegen uns. Ich frag Sie, was hier langsam gespielt wird? Das ist Arbeit, wo man leistet am Samstagnachmittag und ein Mann hier im Stadion bringt die Spieler um ihre Leistung, um ihre Prämie, um alles und das ist eine absolute Frechheit und wenn da der DFB nicht langsam einschreitet gegen so was, dann verstehe ich das nicht mehr. Vielleicht krieg ich eine Sperre, aber das muss mal gesagt werden. Das ist immer wieder das gleiche – Woche für Woche. Und so gravierend wie heute hab ich das in 15 Jahren Karriere noch nicht erlebt.
1 Gegenstand, methodisches Vorgehen und Ziel: Einführung in die Thematik der sprachwissenschaftlichen Untersuchung von Emotionen in Spielerinterviews sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens.
2 Theoretische Grundlagen: Erörterung der Definitionen von Emotionen und der Rolle des Fußballs in Medien und Sprache.
3 Vielfalt von Emotionen im sportjournalistischen Interview: Detaillierte Analyse und Kategorisierung von Emotionen in Interviews basierend auf deren Zielrichtung.
4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Arbeitshypothese und Aufzeigen von Potenzialen für künftige Forschungsarbeiten.
Sprache, Emotionen, Fußball, Spielerinterviews, Sportjournalismus, Schiedsrichter, Mannschaftsleistung, verbale Kommunikation, Sprachwissenschaft, Interviewanalyse, Gerichtetheit, Ausdrucksmittel, Sportberichterstattung, Psychologie, Medien.
Die Arbeit analysiert, wie Fußballspieler in Interviews nach einem Wettkampf ihre Emotionen sprachlich artikulieren und welche Auslöser dabei eine Rolle spielen.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Sprachwissenschaft und Emotionsforschung mit dem spezifischen Bereich des Profifußballs und der Sportberichterstattung.
Das Hauptziel ist es, einen Beitrag zur Forschung über das Verhältnis von Sprache und Emotionen zu leisten und die Hypothese zu belegen, dass die Art der Emotion stark von ihrer Gerichtetheit abhängt.
Es wird eine qualitativ-sprachwissenschaftliche Untersuchung durchgeführt, bei der Interviews transkribiert und unter Einbeziehung des digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (DWDS) auf ihren emotionalen Gehalt hin analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert die Emotionen der Spieler nach ihrem Zielpunkt, beispielsweise Schiedsrichter, eigene Leistung, eigene oder gegnerische Mannschaft sowie äußere Faktoren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprache, Emotionen, Fußball, Spielerinterviews und Sportjournalismus charakterisieren.
Spieler empfinden provozierende Fragen des Kommentators häufig als persönlichen Angriff und reagieren darauf oft mit Ablehnung, Ärger oder verbalen Wutausbrüchen.
Ja, negative Emotionen richten sich meist gegen einzelne gegnerische Akteure, während positive Äußerungen sich in der Regel auf die gesamte Leistung der gegnerischen Mannschaft beziehen.
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