Bachelorarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung
2. Das Tax-CAPM
2.1. Capital-Asset-Pricing-Modell
2.2. Die Notwendigkeit eines Tax-CAPM und seine bisherige Form im Halbeinkünfteverfahren
2.3. Das Tax-CAPM unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer und die Auswirkungen der Steuerreform 2009 auf die Determinanten
2.4. Empirische Befunde zum Tax-CAPM und Kritik am CAPM
3. Der risikolose Basiszinssatz im Tax-CAPM
3.1. Grundlagen des Basiszinssatzes
3.2. Die veränderte Auffassung über die Ermittlung des risikolosen Basiszinssatzes in der letzten Zeit
3.2.1. Die Abkehr der Verwendung von Vergangenheitsdaten
3.2.2. Kupon- vs. Null-Kuponanleihen
3.3. Ermittlung des Basiszinssatzes für den endlichen Zahlungsraum
3.3.1. Bootstrapping
3.3.2. Ermittlung der Zinsstrukturkurve mittels Strips oder Zinsswaps
3.3.3. Ableitung der Zinsstrukturkurve nach der Methode von Nelson und Siegel und die Erweiterung von Svensson
3.4. Verschiedene Ansätze zur Ermittlung der Anschlussverzinsung
3.5. Extrapolation der Zinsstrukturkurve nach Svensson unter den Vorgaben des IDW
3.6. Würdigung und Ermittlung des einheitlicher Basiszinssatz
4. Thesenförmige Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretisch korrekte und praktisch umsetzbare Ermittlung des risikolosen Basiszinssatzes im Rahmen der Unternehmensbewertung mittels des Tax-CAPM, wobei insbesondere die Auswirkungen der Steuerreform 2009 und die Problematik der Zinsstrukturkurven-Ermittlung kritisch analysiert werden.
3.2.1. Die Abkehr von der Verwendung der Vergangenheitsdaten
In der Vergangenheit stellte es eine übliche Vorgehensweise dar, vergangenheitsbasierende Durchschnittszinsen in die Unternehmensbewertung (hauptsächlich in der Anschlussverzinsung) einfließen zu lassen, da in der Realität keine Staatsanleihen mit unendlicher Laufzeit vorzufinden sind und diese in den meisten Fällen der Unternehmensbewertung benötigt werden (Going-Concern-Prinzip).
Bis 2004 war dies in der Bewertungspraxis und teilweise in der Literatur üblich. Auch die Rechtssprechung bestätigte immer wieder die Rechtmäßigkeit der Verwendung von vergangenheitsbasierenden Zinssätzen. Durch die Benutzung von Vergangenheitswerten gelobte man sich eine bessere Schätzung von fortwährend erzielbaren Renditen und eine höhere Objektivierung. Bei Metz können durchschnittliche Renditen verglichen werden, die auf Vergangenheitswerten von unterschiedlichsten Zeiträumen basieren. Die Zinssätze weichen erheblich untereinander ab. Ebenfalls stellte Wüsteman für das Jahr 2006 enorme Abweichungen der Zinssätze von unterschiedlichen Zeitspannen fest, welche die Rechtssprechung akzeptierte (bei einer Zeitspanne von drei Jahren 3,7% und einer Zeitspanne von 20 Jahren 5,8%). Durchschnittsverzinsungen aus der Vergangenheit gewährleisten folglich keine objektivierte Bestimmbarkeit von Basiszinssätzen. Ebenfalls ist aus theoretischer Sicht anzumerken, dass für den Basiszinssatz zukunftsorientierte Werte anzusetzen sind und nicht vergangenheitsorientierte. Sonst werden künftige Zahlungsströme mit Zinssätzen aus der Vergangenheit verglichen. Außerdem entsteht bei der auf Vergangenheitswerten beruhenden Fortschreibung der Zinskurve ein Explorationsproblem. Die Verhältnisse am Stichtag werden dagegen nicht berücksichtigt und bleiben außen vor.
1. Problemstellung: Der Autor erläutert seine Motivation für das Thema Unternehmensbewertung und stellt die Forschungsfrage nach einer theoretisch korrekten, praktisch umsetzbaren Ermittlung des Basiszinssatzes.
2. Das Tax-CAPM: Dieses Kapitel behandelt das CAPM als Modell der Risikozuschlagsmethode und adaptiert es für verschiedene steuerliche Rahmenbedingungen wie das Halbeinkünfteverfahren und die Abgeltungsteuer.
3. Der risikolose Basiszinssatz im Tax-CAPM: Der Hauptteil konzentriert sich auf die methodische Bestimmung des risikolosen Zinssatzes unter Verwendung zukunftsorientierter Daten und Zinsstrukturmodelle statt historischer Durchschnittswerte.
4. Thesenförmige Zusammenfassung: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit in 27 prägnanten Thesen zusammengefasst und bewertet.
Tax-CAPM, Unternehmensbewertung, risikoloser Basiszinssatz, Zinsstrukturkurve, Svensson-Methode, Abgeltungsteuer, Kapitalkosten, Bootstrapping, Anschlussverzinsung, Halbeinkünfteverfahren, Staatsanleihen, Marktrisikoprämie, Diskontierung, Stichtagsprinzip, Arbitragefreiheit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der operationalen Bestimmung des risikolosen Basiszinssatzes innerhalb des Tax-CAPM-Modells für eine objektive Unternehmensbewertung.
Die Schwerpunkte liegen auf der steuerlichen Anpassung des CAPM, der Abkehr von vergangenheitsbasierten Zinsdaten hin zu zukunftsorientierten Methoden und der Modellierung der Zinsstrukturkurve.
Das Ziel ist es, eine methodisch fundierte und praktisch anwendbare Vorgehensweise zur Ermittlung des Basiszinssatzes unter Berücksichtigung aktueller steuerlicher Vorgaben aufzuzeigen.
Es wird eine modelltheoretische Analyse durchgeführt, ergänzt durch Fallbeispiele (Zins AG) und den Vergleich verschiedener mathematischer Verfahren zur Zinsstrukturkurven-Schätzung.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Tax-CAPM, die methodische Abkehr von historischen Daten, verschiedene Schätzverfahren wie Bootstrapping oder die Svensson-Methode sowie Ansätze zur Anschlussverzinsung analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tax-CAPM, Unternehmensbewertung, Zinsstrukturkurve, Svensson-Methode und Abgeltungsteuer.
Die Verwendung von Vergangenheitsdaten wird abgelehnt, da sie den Prinzipien der Unternehmensbewertung widerspricht, Manipulationsspielräume bietet und zu systematischen Fehlbewertungen führt.
Das Modell nach Svensson stellt ein befriedigendes Schätzmodell dar, da es flexibel ist und eine objektive sowie nachvollziehbare Generierung von spot rates über den relevanten Zeitrahmen ermöglicht.
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