Diplomarbeit, 1996
144 Seiten, Note: 1
Einführung
1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Zeitarbeit
1.1.1 Definition der Beschäftigungsform Zeitarbeit
1.1.2 Begriffsklärung
1.1.3 Rechtliche Entwicklung
1.1.4 Das atypische Beschäftigungsverhältnis
1.1.5 Statistische Daten
1.1.6 Vor- und Nachteile der Zeitarbeit aus Arbeitnehmersicht
1.1.7 Akademiker in der Zeitarbeit
1.2 Organisationswahl / Job Choice
1.2.1 Motivationale Aspekte
1.2.2 Motivation und Attribution
2. Empirischer Hintergrund
2.1 Forschungsstand im Bereich Zeitarbeit
2.2 Vorgehensweise in der Motivationsdiagnostik
2.3 Ableitung der empirischen Fragestellung
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Methode
3.1.1 Das problemzentrierte Interview
3.1.2 Leitfadenkonstruktion
3.1.3 Der Kurzfragebogen
3.1.4 Das Postskriptum
3.2 Vorbereitung und Durchführung
3.3 Stichprobenbeschreibung
3.4 Methode der Datenaufbereitung
3.5 Methode der Datenauswertung
4. Darstellung der Ergebnisse
4.1 Motivationale Aspekte der Stellenwahl
4.1.1 Alternativen bei der Stellenwahl
4.1.2 Zugrunde liegende Information
4.1.3 Erfahrungshintergrund der Interviewpartner
4.1.4 Motive für die Zeitarbeit
4.1.5 Erwartungen der Interviewpartner
4.1.6 Emotion als Entscheidungskomponente
4.1.7 Soziokulturelle Realisierungsmöglichkeit
4.1.8 Einflussnahme des persönlichen Umfeldes
4.1.9 Situative Kontextvariablen der Stellenwahl
4.1.10 Werte und Persönlichkeit
4.2 Bewertung der Zeitarbeit
5. Interpretation
6. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die explorative Untersuchung der motivationalen Faktoren, die Wirtschaftswissenschaftler dazu bewegen, eine Tätigkeit in der Zeitarbeit aufzunehmen. Dabei soll insbesondere erforscht werden, welche Rolle Informationen und individuelle Erwartungen im Entscheidungsprozess spielen und ob sich bei den untersuchten Akademikern spezifische Charakteristika feststellen lassen.
1.1.2 Begriffsklärung
Die „gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung“, wie die um Neutralität bemühte amtliche Bezeichnung in Deutschland lautet, hat im deutschen Sprachgebrauch viele Synonyme, die unterschiedliche Assoziationen auslösen. Leiharbeit suggeriert "Verleih", dieser jedoch beinhaltet juristisch Unentgeltlichkeit, da Leihe laut § 598 BGB ein unentgeltliches Überlassen einer Sache bedeutet (KRONE, 1996, S. 18). Der Begriff Zeitarbeit wird von der Branche bevorzugt, da er im Besonderen „das Temporäre der vermittelten Arbeitseinsätze“ hervorhebt (SCHRÖDER, 1997, S. 9). Außerdem entspricht dieser Begriff am ehesten dem Wunschimage der Personaldienstleister und dem gesellschaftlichen Trend zu mehr Flexibilität und Individualität. Die Bezeichnungen Flexarbeit und Personalleasing sind seltener, aber auch gebräuchlich. Zeitarbeit ist eine Übersetzung des englischen „temporary work“, das sowohl für Zeitarbeit als auch für befristete Arbeitsverträge stehen kann (VOSWINKEL, 1995, S. 125). In Frankreich nennt man dies „travail temporaire“ (WIELAND ET AL., 2001, S. 19). Der Begriff Zeitarbeit wird in der wissenschaftlichen Literatur als weitgehend wertfreier Terminus genutzt (SCHRÖER & HUHN, 1998, S. 8), daher wird auch in dieser Arbeit hauptsächlich der Begriff Zeitarbeit verwendet.
1. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Zeitarbeit, die Organisationswahl sowie motivationale Konzepte wie die Attributionstheorie, die als theoretischer Rahmen für die Untersuchung dienen.
2. Empirischer Hintergrund: Hier wird der Forschungsstand zur Zeitarbeit in Deutschland zusammengefasst und die theoretischen Vorgehensweisen der Motivdiagnostik erörtert, um die empirische Fragestellung abzuleiten.
3. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt den qualitativen Forschungsansatz, insbesondere die Methode des problemzentrierten Interviews, die Konstruktion des Leitfadens und die Durchführung der empirischen Datenerhebung.
4. Darstellung der Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die empirischen Befunde zu motivationalen Aspekten, Alternativen, Informationen und den persönlichen Werten sowie der allgemeinen Bewertung der Zeitarbeit durch die Befragten.
5. Interpretation: Es erfolgt eine kategorienübergreifende Analyse der Ergebnisse, bei der Zusammenhänge zwischen subjektiver Wahrnehmung der Alternativen, Informationsquellen und Motivstruktur interpretiert werden.
6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und stellt heraus, dass Zeitarbeit von den befragten Akademikern primär als instrumentelles Mittel zum Zweck für eine anschließende Karriere genutzt wird.
Zeitarbeit, Akademiker, Arbeitnehmerüberlassung, Organisationswahl, Motivation, Attribution, Stellenwahl, Job Choice, qualitative Forschung, problemzentriertes Interview, Motivdiagnostik, Wirtschaftswissenschaftler, Arbeitsmarkt, Karriere, Flexibilität
Die Arbeit untersucht die motivationalen Hintergründe, die Wirtschaftswissenschaftler dazu bewegen, eine Stelle als Zeitarbeitnehmer anzunehmen, obwohl dies früher eher ein Beschäftigungsfeld für Geringqualifizierte war.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Zeitarbeitsbranche, den psychologischen Theorien zur Organisationswahl und Motivation sowie der empirischen Erforschung der persönlichen Beweggründe von Akademikern in diesem Arbeitsfeld.
Das Ziel besteht darin, die "Warum"-Frage der Stellenwahl zu beantworten und herauszuarbeiten, welche motivationalen Variablen und situativen Faktoren diese Entscheidung beeinflussen.
Die Studie nutzt einen qualitativ-explorativen Forschungsansatz, wobei problemzentrierte Interviews nach Witzel sowie eine zusammenfassende Inhaltsanalyse nach Mayring angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des theoretischen Hintergrunds, die Beschreibung des methodischen Vorgehens und die detaillierte Präsentation sowie Interpretation der empirischen Ergebnisse aus den Experteninterviews.
Die wichtigsten Schlagworte sind Zeitarbeit, Akademiker, Motivation, Organisationswahl, qualitative Forschung, instrumentelle Karriereplanung und Motivdiagnostik.
Die Möglichkeit einer Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis durch das Entleihunternehmen ist für die meisten Befragten das zentrale Motiv und der wichtigste Anreiz für die Wahl der Zeitarbeit.
Die Bewertung ist ambivalent: Während Zeitarbeit als instrumentelles "Sprungbrett" oder zur Überbrückung positiv gesehen wird, gibt es deutliche Kritik an der mangelnden Perspektive und dem Gefühl von Unsicherheit oder geringerer Wertschätzung.
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