Magisterarbeit, 2011
124 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER TEIL
2.1 Digital Natives
2.1.1 Marc Prensky: Digital Natives, Digital Immigrants
2.1.2 Rolf Schulmeister: Gibt es eine »Net Generation«?
2.1.3 Peter Kruse: Digital Visitors und Digital Residents
2.1.4 John Palfrey und Urs Gasser: Generation Internet
2.2 Jugendstudien
2.2.1 Shell Jugendstudie 2010
2.2.2 „Jugend, Information und (Multi-)Media“-Studie 2009
2.2.3 ARD/ZDF-Onlinestudie 2010
2.3 Zwischenfazit
3 METHODISCH-METHODOLOGISCHER TEIL
3.1 Karl Mannheim
3.1.1 Beiträge zur Theorie der Weltanschauungs-Interpretation
3.1.2 Das Problem der Generationen
3.2 Dokumentarische Methode
3.2.1 Entstehung des Gruppendiskussionsverfahrens
3.2.2 Formalien des Gruppendiskussionsverfahrens
3.2.3 Konkrete Auswertungsschritte des Gruppendiskussionsverfahrens mit der dokumentarischen Methode
3.3 Exkurs Akteur-Netzwerk-Theorie
3.3.1 Methodische Parallelen zwischen der dokumentarischen Methode und der Akteur-Netzwerk-Theorie
3.3.2 Mögliche Beiträge der Akteur-Netzwerk-Theorie zur Erfassung jugendlicher Erfahrungsräume im Internet
3.4 Zwischenfazit
4 EMPIRISCHER TEIL
4.1 Forschungszugang
4.2 Die Gruppe „Schüler“
4.2.1 Diskursbeschreibung
4.3 Die Gruppe „Abiturientinnen“
4.3.1 Diskursbeschreibung
4.4 Die Gruppe „Generation 40+“
4.4.1 Diskursbeschreibung
4.5 Gegenüberstellung der Gruppendiskussionen
5 SPANNUNGSFELDER JUGENDLICHER ERLEBNISWELTEN
5.1 Experimentieren versus Reglementieren
5.1.1 Fake-Accounts im Internet als generationstypische Form des Identitätsspiels
5.1.2 Computerspiele als Symbol der Spannung zwischen den Dimensionen Experimentieren und Reglementieren
5.1.3 Probleme der Reglementierung
5.1.4 Sexualisierte Erlebniswelt Internet
5.2 Intimität versus Fremdheit
5.2.1 Orientierungen bezüglich des Umgangs mit privaten Daten in den sozialen Netzwerken der Schüler im Internet
5.2.2 Fokussierungsmetapher: SchülerVZ - ein Raum nur für Schüler?
5.2.3 Indexikale Wörter: „Stalken“ als positive Praxis
5.2.4 Selbstdarstellungspraktiken in Social Network Sites
5.2.4.1 Exkurs Akteur-Netzwerk-Theorie: Die ICQ-Funktion „Unsichtbarkeit“ als determinierender Faktor des Internetgebrauchs
6 VERGLEICH DER ERGEBNISSE MIT DEM AKTUELLEN STAND DER FORSCHUNG
6.1 Identitätsspiel
6.2 Computerspielsucht
6.3 Geschlechtlichkeit und Pornographie
6.4 Privatheit
6.5 Kommunikation und Selbstdarstellung
7 FAZIT
8 QUELLENVERZEICHNIS
8.1 Druckwerke
8.2 Internetressourcen
8.3 Weiterführendes Quellenverzeichnis
9. ANHANG
9.1 Transkriptionsregeln
9.2 Diskursbausteine
9.3 Exemplarische Interpretationen
9.3.1 Gruppe „Schüler“, Passage: Vor- und Nachteile des Internets
9.3.1.1 Formulierende Interpretation
9.3.1.2 Reflektierende Interpretation
9.3.2 Gruppe „Abiturientinnen“, Passage: Kontakte
9.3.2.1 Formulierende Interpretation
9.3.2.2 Reflektierende Interpretation
9.3.2 Gruppe „Generation 40+“, Passage: Regeln für das Internet
9.3.2.1 Formulierende Interpretation
9.3.2.2 Reflektierende Interpretation
9.2 Fragebogen
9.3 Transkriptionen
Die Arbeit untersucht die jugendlichen Erfahrungs- und Erlebniswelten im Internet durch die Interpretation von Gruppendiskussionen. Das Hauptziel ist die Rekonstruktion konjunktiver Erfahrungsräume und Orientierungsrahmen, um zu prüfen, wie sich die Internetnutzung auf das Handeln und die Identitätsbildung Jugendlicher auswirkt.
5.1.4 Sexualisierte Erlebniswelt Internet
Schon zu Beginn der Gruppendiskussion stellen sich die Teilnehmer der Gruppe „Schüler“ mit Namen wie „sexy jani“ oder „sexy johannes 93“ (Gruppe „Schüler“ Zeile 21-26) vor. Anhand der Reaktionen kann ihre erste Assoziation mit den in Internetchats gebräuchlichen Pseudonymen als ein konjunktiver Erfahrungsraum gedeutet werden. Ein männlicher Teilnehmer gibt sich gar das Pseudonym „Wilde Blume“. Dieser Chatname scheint weiblich konnotiert zu sein. Diese Vermutung wird erhärtet, da sich 4m am Anfang noch verspricht und sagt: „meine name ist wilde blume“(Gruppe „Schüler“ Zeile 38). Es zeigt sich, auch durch die Hinzufügung des Präfixes „sexy …“, die Verbindung des Chats mit einer Flirtsituation, die sich als ein Experimentieren mit sexuellen Rollenklischees im Internet deuten lässt.
Eine weitere Assoziation der Internetnutzung mit sexuellen oder pornographischen Inhalten äußert sich kurz danach noch deutlicher. Auf die Frage nach den besuchten Seiten im Internet reagieren die Schüler einigermaßen überraschend mit der Antwort „youporn28“ (Gruppe „Schüler“ Zeile 58). Diese Hinweise auf eine Verbindung des Themas Pornografie mit dem Internet können unter anderem im Kontext eines Testens des Interviewers verstanden werden. Möglicherweise wurde auch kurz vor der Diskussion über das Thema geredet. Dies war dennoch, vor allem wegen der Offenheit bezüglich des Themas, ein bemerkenswerter Einstieg in das Gespräch. Vergleichbare Internetangebote werden des häufigeren in der Diskussion erwähnt. In den anderen Gruppendiskussionen kamen solche Assoziationen weitaus seltener zum Ausdruck. Für die Lebenswelt der Jugendlichen bedeutet dies zunächst, dass ein von ihnen häufig frequentiertes Terrain, stark mit einem Feld konnotiert ist, dem es an gesellschaftlicher Akzeptanz mangelt. Dadurch bekommt das gesamte Handeln im Internet eine anrüchige, möglicherweise auch aufregende, bis gefährliche Note. Auch die Gruppe der Abiturientinnen berichtet von einem Experimentieren und Flirten auf verschiedenen Internetplattformen. Der Internet-Chat, ICQ und Social Network Sites fungieren in diesem Kontext als eine Spielwiese für Flirt-Erfahrungen oder ein „sexuelles-sich-Ausprobieren“ ohne die Gefahr der echten Konfrontation (Gruppe „Abiturientinnen“ Zeile 185-194):
1 EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet das Forschungsinteresse an den Auswirkungen des technischen Fortschritts auf die Gesellschaft und führt in die Thematik der jugendlichen Erfahrungsräume im Internet ein.
2 THEORETISCHER TEIL: Präsentation und kritische Reflexion des Digital Native Konzepts sowie Auswertung aktueller Jugendstudien zur Mediennutzung.
3 METHODISCH-METHODOLOGISCHER TEIL: Darstellung der dokumentarischen Methode und des Gruppendiskussionsverfahrens, basierend auf den Ansätzen von Karl Mannheim und Ralf Bohnsack.
4 EMPIRISCHER TEIL: Durchführung und Analyse der Gruppendiskussionen mit Schülern, Abiturientinnen und der Generation 40+.
5 SPANNUNGSFELDER JUGENDLICHER ERLEBNISWELTEN: Analyse der identifizierten Orientierungen wie Experimentieren versus Reglementieren sowie Intimität versus Fremdheit im Internet.
6 VERGLEICH DER ERGEBNISSE MIT DEM AKTUELLEN STAND DER FORSCHUNG: Überprüfung und Erweiterung der eigenen empirischen Ergebnisse durch aktuelle Forschungsliteratur.
7 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion des methodischen Vorgehens.
Digital Natives, dokumentarische Methode, Gruppendiskussion, Internetnutzung, Jugendsoziologie, Identitätsbildung, Social Network Sites, Computerspielsucht, Authentizität, Privatheit, Akteur-Netzwerk-Theorie, Orientierungsrahmen, Cybermobbing, Medienkompetenz, qualitative Sozialforschung.
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche das Internet nutzen und welche kollektiven Erfahrungsräume sowie Orientierungsmuster sich dabei herausbilden.
Zentral sind Fragen der Identitätsbildung, der Privatsphäre, des Umgangs mit Online-Profilen und der sozialen Interaktion in Netzwerken wie SchülerVZ oder Facebook.
Das Ziel ist die Rekonstruktion des handlungsleitenden Wissens von Jugendlichen im Umgang mit dem Internet, um über oberflächliche Kategorisierungen (wie "Digital Natives") hinauszugehen.
Es wird die dokumentarische Methode nach Ralf Bohnsack in Kombination mit Gruppendiskussionen verwendet, um implizite Sinnstrukturen und Orientierungen aufzudecken.
Neben der theoretischen Fundierung werden die Ergebnisse aus Gruppendiskussionen mit drei verschiedenen Altersgruppen (Schüler, Abiturientinnen, Generation 40+) detailliert analysiert und in Spannungsfelder wie "Experimentieren vs. Reglementieren" eingeordnet.
Wichtige Begriffe sind u.a. Authentizität, Autonomie, Dokumentarische Methode, Identitätsspiel und Digital Natives.
Während Jugendliche das Internet für soziale Identitätsarbeit und Kommunikation nutzen, zeigt die Gruppe "40+" eher einen pragmatischen, teils skeptischen Zugang, bei dem berufliche Zwänge und Sicherheitsbedenken im Vordergrund stehen.
Sie dient als ergänzender Ansatz, um technische Akteure wie Software-Funktionen (z.B. ICQ-Unsichtbarkeit) nicht nur als Werkzeuge, sondern als handlungsmächtige Elemente zu begreifen, die soziales Verhalten mitkonstituieren.
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