Examensarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Wissenschaftliche Verortung
2.1 Postkoloniale Studien
2.2 Interkulturelle Germanistik
2.3 Prämissen: Fremdheit und Fremddarstellung
3. Fremdheit in Giselher W. Hoffmanns Die schweigenden Feuer
3.1 Sexualität und Beziehungsgefüge
3.2 Gesellschaftliche Struktur
3.3 Geschichtlichkeit
3.4 Kulturüberschreitungen
3.5 Zwischenfazit
4. Die Romanze in der Wildnis: Gerhard Seyfrieds Herero
4.1 Der Blick auf Afrika
4.1.1 Deutschtum und die Afrikaner
4.1.2 Sprachlicher Stil
4.1.3 Die Weißen
4.2 Die afrikanische Perspektive?
4.3 Schaffung von Historizität und die Darstellung des Kriegs
4.4 Besonderheit: Autonomie der Landschaft
4.5 Zwischenfazit
5. Deutsche und „Hottentotten“ in Uwe Timms Morenga
5.1 Zwischenmenschlichkeit und Begehren
5.2 Das Bild und die Stimme der Anderen
5.3 Zur Rolle und Funktion von Sprache und Kommunikation
5.4 Ökonomische Divergenz zwischen den Kulturen
5.5 Zwischenfazit
6. Schlussbetrachtung
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Repräsentation des kolonialen Afrikas in den Romanen von Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Giselher W. Hoffmann, mit einem besonderen Fokus auf die postkoloniale Dekonstruktion kolonialer Fremddarstellungen.
3.1 Sexualität und Beziehungsgefüge
Die Bereiche, in welchen Hoffmann sich am weitesten von den Bewertungen der Kolonialliteratur distanziert, sind Sexualität, Zwischenmenschlichkeit sowie die Beziehungsgefüge der Herero mit ihren Rollenerwartungen und Vorstellungen von Ästhetik. Aber auch eine postkoloniale Einordnung ist hier schwierig, denn die Darstellung erfolgt generell losgelöst vom historisch-gesellschaftlichen Diskurs über Sexualität, wenngleich der sexuelle Einfluss des Kolonisten zunehmend stärker wird. Ein unvoreingenommener, vor allem unblümter Blick auf das Beziehungsverhalten der Herero erfolgt, wenn auch überwiegend aus männlicher Perspektive.
Der Hintergrund bei der Betrachtung des Sexuallebens der Herero sind die kolonialen Vorstellungen, die zum Teil bereits seit dem Mittelalter bestehen, dass Schwarze einen starken Sexualdrang hätten, insbesondere die Frauen lasziv seien, dass Sexualität bei den Fremden als Krankheit betrachtet werden kann und dass sie im Allgemeinen von „tierhafter, promiskuitiver Sexualität“ seien. Die Darstellung und Repräsentation der Afrikaner geht also von einem allgemein hohen Grad der Sexualisierung aus und deckt damit ein breites Portfolio an Rassismen und Stereotypen ab. Interessanterweise könnte Die schweigenden Feuer auf den ersten Blick diesen Eindruck durchaus bestätigen, eine genauere Analyse ermöglicht aber dennoch eine klare Distanzierung.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die postkoloniale Thematik ein und erläutert die Relevanz der literarischen Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte.
2. Wissenschaftliche Verortung: Dieses Kapitel verankert die Analyse theoretisch in den Postkolonialen Studien und der Interkulturellen Germanistik.
3. Fremdheit in Giselher W. Hoffmanns Die schweigenden Feuer: Hier wird analysiert, wie Hoffmann durch eine eigene afrikanische Weltkonstruktion Stereotype dekonstruiert und Autonomie schafft.
4. Die Romanze in der Wildnis: Gerhard Seyfrieds Herero: Diese Sektion untersucht, inwiefern Seyfried trotz des Anspruchs auf Authentizität in konventionellen kolonialen Mustern verharrt.
5. Deutsche und „Hottentotten“ in Uwe Timms Morenga: Das Kapitel widmet sich der vielschichtigen Darstellung von Sprache, Wirtschaft und zwischenmenschlichen Beziehungen bei Timms Roman.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die unterschiedlichen Ansätze der Autoren zusammen und bewertet deren Beitrag zur postkolonialen literarischen Aufarbeitung.
Postkolonialismus, Interkulturelle Germanistik, Herero, Namibia, Uwe Timm, Gerhard Seyfried, Giselher W. Hoffmann, Kolonialgeschichte, Fremdheit, Stereotype, Repräsentation, Morenga, Die schweigenden Feuer, Identität, Dekonstruktion.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung des kolonialen Afrikas, insbesondere unter dem Aspekt der Fremdheitskonstruktion in drei ausgewählten deutschen Romanen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Darstellung von Sexualität, soziale Strukturen, Geschichtlichkeit und der Einfluss der Kolonialmächte auf die indigenen Kulturen.
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen einer postkolonialen Perspektive in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur zu untersuchen und zu vergleichen.
Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung im Kontext der postkolonialen Studien und der interkulturellen Germanistik unter Einbezug historischer und ethnologischer Quellen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte, die jeweils einen der Romane (Hoffmanns, Seyfrieds und Timms) detailliert analysieren.
Begriffe wie Postkolonialismus, Repräsentation, Fremdheit, Dekonstruktion und koloniales Afrika stehen im Zentrum der Arbeit.
Hoffmann versucht, eine eigenständige afrikanische Welt zu kreieren, die sich von europäischen Projektionen löst, während die anderen Autoren stärkeren kolonialen Mustern verhaftet bleiben.
Sprache wird als Mittel der Kommunikation, aber auch als Spiegel des kolonialen Machtgefälles und der kulturellen Divergenz zwischen den Gruppen untersucht.
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