Diplomarbeit, 2007
71 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Asset Backed Securities
2.1 Definition und Struktur
2.2 Unterschiede zwischen ABS und ABCP-Programmen
3 Charakteristika von Asset Backed Commercial Paper-Programmen
3.1 Struktur von ABCP-Programmen
3.2 Markt für ABCP in den USA und Europa
3.3 Verbindlichkeiten des Conduits
3.3.1 Plain Vanilla ABCP
3.3.2 Asset Backed Extendible Notes
3.4 Sicherungsmaßnahmen
3.4.1 Vollständige und teilweise Risikoabsicherung
3.4.2 Kreditbesicherung auf Transaktionsebene
3.4.3 Liquiditätssicherung auf Transaktionsebene
3.4.4 Kreditbesicherung auf Programmebene
3.4.5 Liquiditätssicherung auf Programmebene
3.4.6 Sicherungsgeschäfte
3.5 Rechtliche Aspekte
3.5.1 Ankauf der Assets
3.5.2 Strukturierung der Zweckgesellschaft
3.5.3 Bilanzielle Erfassung von Verbriefungstransaktionen
3.5.4 Steuerliche Erfassung von Verbriefungstransaktionen
3.5.5 Auswirkungen von Basel II
3.6 Ratingprozess eines ABCP–Programms
3.6.1 Prüfungsprozess auf Programmebene
3.6.2 Prüfungsprozess auf Transaktionsebene
4 Bewertungsrelevante Kennzahlen
4.1 Forderungsselektion und Datenbasis
4.2 Portfolioanalyse durch Kennzahlen
4.2.1 Diskussion der Kennzahlberechnungsmethoden
4.2.2 Zahlungsfälligkeitsrate
4.2.3 Ausfallrate
4.2.4 Verwässerungsrate
4.2.5 Konzentrationsrate
4.3 Kennzahlen in der dynamischen Kreditbesicherung
4.4 Single Seller ABCP-Transaktionsmodell
4.4.1 Modellannahmen und Aufbau
4.4.2 Forderungsentstehung und Forderungsdatum
4.4.3 Forderungswert
4.4.4 Forderungsalterungsschema
4.5 Kosten der dynamischen Kreditbesicherung
4.5.1 Kurzfristige Performanceverschlechterung der Forderungen
4.5.2 Erhöhung der Ankaufsrhythmen
5 Zusammenfassung und Fazit
6 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakteristika von ABCP-Programmen und die zentrale Rolle bewertungsrelevanter Kennzahlen bei der Verbriefung von Handelsforderungen, um die Effizienz der Finanzierung unter Berücksichtigung von Risikomanagement und regulatorischen Anforderungen zu analysieren.
3.6.1 Prüfungsprozess auf Programmebene
Die Finanzierung durch einen Conduit wird auch als blinde Finanzierung (Blind Financing) bezeichnet, da die Teilnehmer an ABCP-Transaktionen und die Zusammensetzung des Asset Pools des Conduits nicht bekannt gegeben werden. In Verbriefungstransaktionen müssen jedoch Informationen über die Qualität des Asset Pools zur Verfügung gestellt werden, die dem Abbau des Informationsdefizits der Investoren bezüglich der ausgegeben Wertapiere dienen. Diese Informationen erhalten die Investoren durch die Veröffentlichung von mindestens einem Rating der ABCP von einer der großen Ratingagenturen.
Die Ausfallwahrscheinlichkeit und die zeitgerechte Tilgung der ausgegebenen ABCP hängen neben der Qualität der Assets insbesondere vom Umfang der Sicherungsmaßnahmen ab, über die ein Programm verfügt. Handelt es sich um ein partiell abgesichertes ABCP-Programm, verbleibt ein geringer Teil der Performancerisiken der Assets bei den Investoren. Deshalb konzentriert sich die Ratingagentur auf die Erfassung der Ausfall-, Liquiditäts-, Zinsänderungs- und Währungsrisiken des Programms. Die Bonität des Originators, rechtliche Risiken und strukturelle Maßnahmen sowie die zeitliche Struktur der Cash Flows, werden ebenfalls untersucht. Im Fall eines vollständig abgesicherten ABCP-Programms verschiebt sich der Analyseschwerpunkt auf das Kredit- und Liquiditätsrisiko der Finanzinstitutionen, die Sicherungsmaßnahmen für das Programm bereitstellen. Hier beruht die Tilgung der ABCP auf der Bonität der Sicherungsgeber. Wird das Rating des Sicherungsgebers verringert, folgt meist eine Herabstufung des Ratings des Conduits.
Weitere Unterschiede im Analysefokus entstehen durch den Zweck des ABCP Conduits. Liegt ein Single Seller Conduit vor, so wird das Umlaufvermögen eines einzigen Originators durch die Ausgabe von ABCP finanziert. Der Originator verwaltet die Assets und trägt gleichzeitig die Kosten der Sicherungsmaßnahmen. Deshalb stehen die Evaluierung des Originators und seiner Assets sowie die Kreditbesicherung und Liquiditätssicherung des Single Seller Conduits im Vordergrund.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung im Kontext von Basel II und skizziert den Aufbau sowie das methodische Vorgehen der Untersuchung.
2 Asset Backed Securities: Hier werden die Grundlagen, Definitionen und die strukturelle Einordnung von ABS-Transaktionen sowie deren Abgrenzung zu ABCP-Programmen behandelt.
3 Charakteristika von Asset Backed Commercial Paper-Programmen: Dieses Kapitel analysiert umfassend die Struktur, den Markt, die Sicherungsmaßnahmen, rechtliche Aspekte und den Ratingprozess von ABCP-Programmen.
4 Bewertungsrelevante Kennzahlen: Der Hauptteil widmet sich der Forderungsselektion, der Portfolioanalyse mittels Kennzahlen sowie der Modellierung eines Single Seller ABCP-Transaktionsmodells und der damit verbundenen Kostenwirkungen.
5 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Programmcharakteristika und der Bedeutung von Kennzahlen bei der Risikosteuerung.
ABCP-Programme, Asset Backed Securities, Verbriefung, Handelsforderungen, Kreditbesicherung, Liquiditätssicherung, Ausfallrate, Verwässerungsrate, Ratingagentur, Conduit, Basel II, Risikomanagement, Forderungsselektion, Zweckgesellschaft, Dynamische Kreditbesicherung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Verbriefung von Handelsforderungen durch Asset Backed Commercial Paper (ABCP)-Programme und untersucht, wie bewertungsrelevante Kennzahlen das Risikoprofil und die Kostenstruktur solcher Transaktionen beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Struktur von ABCP-Conduits, Sicherungsmechanismen auf Transaktions- und Programmebene, der Einsatz von Performance-Kennzahlen sowie die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen durch Basel II.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ABCP-Programme charakterisiert sind und welche spezifische Rolle Kennzahlen bei der Messung von Forderungsrisiken und der Strukturierung der Kreditbesicherung in diesem speziellen Finanzierungsmodell spielen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der Markt- und Strukturmerkmale sowie der Entwicklung eines quantitativen Single Seller ABCP-Transaktionsmodells zur Simulation von Kosten- und Risikowirkungen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Sicherungsmaßnahmen (wie Kreditbesicherung und Liquiditätsfazilitäten), die rechtlichen Anforderungen an die Zweckgesellschaft (Zweckgesellschaft, True Sale) sowie die Berechnungsmethoden für Ausfall-, Verwässerungs- und Konzentrationsraten.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie ABCP, Verbriefung, Kreditbesicherung, Liquidität, Ausfallrate, Conduit, Basel II und Forderungsanalyse.
Konzentrationslimits dienen dazu, Klumpenrisiken durch Großschuldner zu begrenzen. Überschreitet ein Schuldner festgelegte Limits, kann dessen Forderung nicht mehr durch den Conduit finanziert werden, was die Qualität des Asset-Pools stabilisiert.
Die ursprungsbasierte Berechnungsmethode ist anderen Verfahren überlegen, da sie saisonale Schwankungen im Umsatzvolumen eliminiert und somit die tatsächliche Performance der Forderungen über den Zeitraum ihrer Entstehung korrekt widerspiegelt.
Eine Erhöhung auf wöchentliche oder tägliche Ankaufsrhythmen verringert den Zeitraum zwischen Forderungsentstehung und Finanzierung. Dies senkt tendenziell die Finanzierungskosten, sofern die operativen Kosten der Forderungserfassung diesen Effekt nicht übersteigen.
Die Anwendung eines Zwölfmonatsmaximums bei der Berechnung der Kreditbesicherung dient der Volatilitätsglättung. Es kann jedoch bei kurzfristigen Performanceverschlechterungen zu einer dauerhaften Übersicherung führen, die den Originator finanziell belastet.
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