Bachelorarbeit, 2008
47 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
1.1. Thema und Aufbau der Arbeit
1.2. Forschungsstand zur Dramatik Rilkes und Bruch mit dem Naturalismus
1.3. Methode
SCHÖNE BRÜCHE IN TITEL, MONOLOG UND DIALOG
2. Frühfrost vs. Dämmerung: Die Brüche im Titel
2.1. Der Bruch zwischen Titel und Untertitel
2.2. Zum Verhältnis von Titel und Text
2.3. Wortbedeutung und Metaphorik
3. Die Konzeption Clementines als Figur
3.1. Das Figurenkonzept Clementines
3.2. Der gebrochene Monolog Clementines
3.2.1. „Gut ists so nicht.“ – Zwischen Gut und Böse
3.2.2. Logische Brüche
4. „Ganz zu Ihren Diensten“ – Zur Problematik des Dienens
EXKURS: GERHART HAUPTMANNS „VOR SONNENAUFGANG“
DER BRUCH DES „GÖTTLICH-SCHÖNEN“
5. Vorbetrachtung: Der Schönheits- und Gottesbegriff bei Rilke
6. Symbolik und Verkörperung Gottes
6.1. Das Wirken Gottes als „Baum“ in der Figur Dr. Friedrich Bauer
6.2. Der „göttliche“ Merzen, der „heilige“ Girding und der Turm
7. „Der liebe Herrgott!“ – Der unmoralische Gott
7.1. Gott und sein Orgelspiel
7.2. Gott, die Prostitution und die Ungerechtigkeit
8. SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama „Im Frühfrost – Ein Stück Dämmerung“ von Rainer Maria Rilke im Hinblick auf textimmanente Brüche, die die Kohärenz des Werkes infrage stellen und ein Abweichen von naturalistischen Schreibkonventionen markieren. Ziel ist es, die vielschichtigen Brüche – von der metaphorischen Bedeutung der Titel bis hin zur Darstellung von Gott und Moral – detailliert aufzuarbeiten und die Abgrenzung zum klassischen Naturalismus sowie Rilkes frühen symbolistischen Ansatz zu verdeutlichen.
2.1. Der Bruch zwischen Titel und Untertitel
Die Beziehung, in der Titel und Untertitel in Rilkes naturalistischem Drama stehen, erschließt sich für den Leser – wenn überhaupt – erst an dessen Ende. Dass Rilke weder mit „Frühfrost“ noch mit „Dämmerung“ die eigentliche (denotative) Bedeutung meint, scheint hingegen schon zu Beginn eindeutig. Folglich verlassen beide Titel die metaphorische Ebene nicht. Die Unterschiedlichkeit beider Begriffe – der Frühfrost als nicht allzu häufig anzutreffender meteorologischer Zustand und die Dämmerung als alltäglicher Vorgang – sowie deren Beziehung zueinander und zum Drama führen zum ersten Bruch.
Titel und Untertitel stehen in keinem klaren Verhältnis zueinander. Der Untertitel wird hier nicht als Ergänzung des Titels eingesetzt. Sinnvoller erscheint es deshalb, vor allem in ihrem Bezug zum Drama, beide als eigenständige Titel zu betrachten. Das Verhältnis der zeitlichen Attribute beider Titel wird u.a. in den nachfolgenden Kapiteln separat untersucht.
1. EINLEITUNG: Einführung in das dramatische Frühwerk Rilkes, der Forschungsstand und die methodischen Grundlagen der Untersuchung.
2. Frühfrost vs. Dämmerung: Die Brüche im Titel: Analyse der metaphorischen Diskrepanzen zwischen Titel, Untertitel und dem eigentlichen Drameninhalt.
3. Die Konzeption Clementines als Figur: Untersuchung der unlogischen und unechten Charakterdarstellung der Mutterfigur Clementine und ihres Monologs.
4. „Ganz zu Ihren Diensten“ – Zur Problematik des Dienens: Darstellung der widersprüchlichen Haltung Clementines zur Arbeit und ihrer ambivalenten sozialen Position.
5. Vorbetrachtung: Der Schönheits- und Gottesbegriff bei Rilke: Theoretische Eingrenzung der Begriffe „Schönheit“ und „Gott“ anhand von Rilkes lyrischem Werk.
6. Symbolik und Verkörperung Gottes: Analyse der göttlichen Symbolik durch die Figuren Bauer und Merzen sowie die Turm- und Baummetaphorik.
7. „Der liebe Herrgott!“ – Der unmoralische Gott: Dekonstruktion des Gottesbildes im Monolog Clementines und die Anklage gegen göttliche Ungerechtigkeit.
8. SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung von Rilkes Dramatik als „Bruch-Stück“.
Rainer Maria Rilke, Im Frühfrost, Naturalismus, Textkohärenz, Monolog, Clementine Girding, Gott-Metaphorik, Sprachanalyse, Dramentheorie, Symbolik, Gerhart Hauptmann, gesellschaftskritische Motive, Literaturanalyse, Bruch-Stück, Impressionalismus.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Rainer Maria Rilkes naturalistischem Drama „Im Frühfrost – Ein Stück Dämmerung“ und analysiert spezifische „Brüche“ innerhalb des Textes, die von der gängigen naturalistischen Ästhetik abweichen.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Titel-Metaphorik, die unlogische Figurenkonzeption, die Problematik des Dienens sowie die Dekonstruktion des Gottesbildes.
Das Ziel ist eine textimmanente Untersuchung der Brüche, die die Textkohärenz infrage stellen, um Rilkes literarische Entwicklung und seinen bewussten oder unbewussten Bruch mit dem Naturalismus aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche, textimmanente Analyse, ergänzt durch drama-theoretische Ansätze (u.a. von Manfred Pfister) und den Vergleich mit zeitgenössischen Autoren wie Gerhart Hauptmann.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Clementines Monolog als „brüchig“, die Analyse von Macht- und Dienerstrukturen sowie die kritische Hinterfragung der Gottesmetaphorik und ihrer Verkörperung durch die Figuren des Dramas.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem „Bruch“, „Textkohärenz“, „Gottesmetaphorik“, „Naturalismus“, „Figurenkonzeption“ und „Rilkes Frühwerk“.
Clementine wird als eine in ihrer Argumentation und ihrem Verhalten in sich widersprüchliche (brüchige) Figur identifiziert, die durch ihre unlogischen Monologe das klassische naturalistische Familiendrama sprengt.
Die Arbeit zeigt auf, dass das „Göttlich-Schöne“ in Rilkes Drama durch die Gleichsetzung mit menschlichen Figuren (Merzen, Bauer) und die Unterstellung unmoralischen Handelns systematisch dekonstruiert wird.
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