Bachelorarbeit, 2009
68 Seiten, Note: 1,7
I. EINLEITUNG
II. GRUNDLEGENDE ASPEKTE ZUR QUALITATIVEN SOZIALFORSCHUNG
II.1 Grundbegriffe
II.2 Geschichtliche Grundzüge
II.3 Das Forschungssubjekt im qualitativen Paradigma
II.4 Erkenntnisabsicht
I.5 Methodologie – Reflexivität von Gegenstand und Analyse
II.6 Das Verhältnis von Forschendem und Forschungssubjekt
III. GRUNDLEGENDE ASPEKTE IM KONTEXT VON FORSCHENDEM UND FORSCHUNGSSUBJEKT UND DEREN VERHÄLTNIS
III.1 Aspekte im Kontext des qualitativen Sozialforschers
III.1.1 Der schmale Grad des Forschenden
III.1.2 Unabhängigkeit des Forschenden vs. notwendige Offenlegung
III.1.3 Das Moderatorenverhalten als Untersuchungsvariable
III.2 Das Forschungssubjekt als unstetes Element im qualitativen Forschungsprozess
III.3 Methodologische Aspekte im Kontext von Forschungssubjekt und Forschendem
III.3.1 Standardisiertes/ strukturiertes vs. offenes/ flexibles Vorgehen des Moderators
III.3.2 Methodische vs. inhaltliche Kompetenz des Moderators
III.3.3 Das Engagement des Moderators während der Datengenese
IV. SCHLUSS
Die Arbeit untersucht die komplexen Rollenverhältnisse und Herausforderungen zwischen Forschendem und Forschungssubjekt im Rahmen der qualitativen Sozialforschung, insbesondere am Beispiel des Gruppendiskussionsverfahrens, um ein tieferes Verständnis für die methodische Interaktion und deren Einfluss auf den Forschungsprozess zu gewinnen.
III.1.1 Der schmale Grad des Forschenden
Die Position des Forschenden im Prozess der Datengenese qualitativer Sozialforschung ist ein vieldiskutierter Aspekt. Konkreter geht es hierbei um die Frage, inwieweit sich der Diskussionsleiter mit den Forschungssubjekten identifizieren kann und soll. Es ist die Frage, inwieweit er für ein Optimum an Erkenntnisgewinn sogar in ihre Alltagswelten eindringen muss, ohne dass es dabei zu einer Überidentifikation und damit zu einer Vernachlässigung der notwendigen wissenschaftlichen Distanz kommt. Solch eine Überidentifikation skizziert das Going-Native-Dilemma, bei dem sich für den Forschenden das Risiko ergibt, „Maßstäbe und Verhaltensmuster der Akteure auf Kosten der eigentlichen Beobachtungsaufgaben zu übernehmen“ (Lamnek 1995, S. 48).
Im Hinblick auf diese Problematik scheint die Notwendigkeit einer kritischen Distanz des Moderators zur Realgruppe unabdingbar. Demgegenüber steht das Argument, dass gerade solch eine Distanz für das erwünschte Höchstmaß an Erkenntnisgewinn hinderlich sei und der Moderator sogar zum Gruppenmitglied werden müsse, um eine wirkliche Empfänglichkeit für die Anliegen der Forschungssubjekte entwickeln zu können (vgl. Girtler 1984, S.63f.).
Im Rahmen dieser Problematik liegt die Verantwortung größtmöglicher Sensibilität hinsichtlich der Realgruppe beim Diskussionsleiter. Nießen bezeichnet diese Notwendigkeit seitens des Forschenden, möglichst tief in den Forschungsprozess einzudringen, als Rollenübernahme. Diese grenzt er jedoch strikt von einer alltagsweltlichen Rollenübernahme ab, indem er an sie zusätzlich die Forderung extensiver Reflexion und Kontrolle knüpft. (vgl. Nießen 2002, S. 39) Dass es sich hierbei nicht um eine exakte Anleitung, sondern lediglich um eine allgemein postulierte Forderung handeln kann, begründet sich in der bereits skizzierten Komplexität qualitativer Forschungsprozesse. Denzin beschreibt diese Problematik bildlich: „the sociologist must operate between two worlds when he enganges in research“ (Denzin1970, S. 9). Zunächst mag dieser Lösungsweg einfach anmuten.
I. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Problematik des qualitativen Forschungsprozesses ein und definiert die Kernfrage zur Rolle und zum Verhältnis von Forschendem und Forschungssubjekt.
II. GRUNDLEGENDE ASPEKTE ZUR QUALITATIVEN SOZIALFORSCHUNG: Das Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen, die Geschichte und die wesentlichen methodologischen Merkmale der qualitativen Sozialforschung.
III. GRUNDLEGENDE ASPEKTE IM KONTEXT VON FORSCHENDEM UND FORSCHUNGSSUBJEKT UND DEREN VERHÄLTNIS: Dieser Teil analysiert detailliert die Interaktionsdynamiken, Moderationsstile und methodischen Herausforderungen, die sich aus dem Verhältnis zwischen Forschendem und Forschungssubjekt ergeben.
IV. SCHLUSS: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der identifizierten Rollenkonflikte für das qualitative Paradigma.
Qualitative Sozialforschung, Forschungsprozess, Gruppendiskussion, Datengenese, Moderatorenverhalten, Forschungssubjekt, Going-Native-Dilemma, Rollenübernahme, Reflexivität, methodologische Offenheit, Erkenntnisgewinn, Gruppendynamik, Sozialforschung, Interaktion, Validität.
Die Arbeit analysiert die spezifischen Herausforderungen, denen sich Forschende und Forschungssubjekte in der qualitativen Sozialforschung gegenübersehen, wobei das Augenmerk auf dem wechselseitigen Verhältnis und dem Prozess der Datengenese liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Forschenden (Moderatorenverhalten), die Dynamik der Realgruppe als Forschungssubjekt, methodologische Ansätze wie das Gruppendiskussionsverfahren sowie die Spannung zwischen notwendiger Distanz und Identifikation.
Die Arbeit untersucht, welche Aufgaben Forschende und Forschungssubjekte im Bereich der qualitativen Datengenese haben und wie sich diese in ihrer jeweiligen Rolle, ihrem Status und ihrem Verhältnis zueinander äußern.
Die Arbeit greift theoretische Konzepte der qualitativen Sozialforschung auf und veranschaulicht diese methodisch anhand einer exemplarischen Gruppendiskussion zu einem schulspezifischen Thema.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Aspekten des qualitativen Sozialforschers (z.B. der schmale Grad zwischen Distanz und Nähe) und die Charakterisierung des Forschungssubjekts sowie methodologische Aspekte wie das Moderationsverhalten als Untersuchungsvariable.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie qualitative Sozialforschung, Gruppendiskussionsverfahren, Moderatorenverhalten, Reflexivität und Forschungsprozess geprägt.
Das Moderatorenverhalten ist entscheidend, da es als Untersuchungsvariable fungiert und maßgeblich beeinflusst, ob der Fokus auf dem Teilnehmerdiskurs bleibt oder durch suggestive Eingriffe verzerrt wird.
Es beschreibt das Risiko, dass der Forschende bei zu starker Identifikation mit der untersuchten Gruppe seine wissenschaftliche Distanz verliert und eigene Beobachtungsaufgaben vernachlässigt.
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