Diplomarbeit, 2003
101 Seiten, Note: sehr gut
Prolog
1. Theoretische Vorüberlegung zur Thematik: Schulbildung und berufliche Eingliederung junger Menschen an der Hauptschule
1.1 Das Bildungsangebot der bayerischen Hauptschule
1.1.1 Grenzen der Schulbildung
1.1.2 Das Duale Schulsystem
1.1.3 Erziehungs- und Bildungsauftrag
1.1.4 Fazit
1.2 Berufliche Eingliederung im Dualen Schulsystem und die damit verbundene Problematik
1.2.1 Übergang von der Schule in die Berufsausbildung (1. Schwelle)
1.2.2 Übergang von der Berufsausbildung in die Erwerbstätigkeit (2. Schwelle)
1.3 Jugenderwerbslosigkeit an der ersten und zweiten Schwelle
1.3.1 Begriffsabgrenzung und damit verbundene Problematik
1.3.2 Jugendarbeitslosigkeit in Zahlen und Strukturen
1.4 Fazit
2. Bildung versus berufliche Qualifikationen
3. PISA – Studie und der in ihr formulierte Anspruch auf Basiskompetenzen für die Bewältigung von Berufs- und Lebensanforderungen
3.1 PISA – Studie: Die wichtigsten Merkmale im Überblick
3.1.1 Inhalt und Methoden
3.1.2 Ziele und Rahmenbedingungen der PISA - Studie
3.2 Leistungsvermögen deutscher Schülerinnen und Schüler aus der PISA – Studie im internationalen Vergleich
3.2.1 Bildung von Kompetenzstufen
3.2.2 Ergebnisse
3.2.3 Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Kompetenzstufen
3.3 Schlussfolgerung
4. Junge Menschen mit „schlechteren“ Startchancen: Wer ist betroffen?
4.1 „Benachteiligung“ als Begriff
4.2 Klassifikation der Benachteiligungen
4.2.1 Körperliche, geistige und seelische Behinderungen
4.2.2 Lernbehinderungen und Verhaltensauffälligkeiten
4.2.2.1 Lernbehinderung nach Schopf
4.2.2.2 Verhaltensauffälligkeiten
4.3 Einflussfaktoren der Sozialisation
4.3.1 Bildungsbenachteiligungen
4.3.2 Benachteiligungen in der familiären Situation
4.4 Fördersysteme von Schule, Jugendhilfe und Arbeitsverwaltung
4.5 Fazit
5. Die Umbrüche der Arbeitsgesellschaft und deren Auswirkungen auf Arbeit, Beruf und Bildung
5.1 Entwicklungen des Arbeits- und Beschäftigungsmarktes 1991 - 2010
5.1.1 Von der Industrie- in die Informations- und Dienstleistungsgesellschaft
5.1.2 Veränderungen des Beschäftigungssystems
5.1.3 Veränderungen der zeitlichen Organisationsform von Arbeit
5.1.4 Veränderungen der Einstellungen zur Arbeit
5.1.5 Veränderung der Berufsstrukturen
5.2 Strukturwandel und dessen Auswirkungen im Qualifikations- und Bildungsbedarf
5.2.1 Konsequenzen für die Schulbildung
5.2.2 Konsequenzen für die berufliche Bildung
5.3 Fazit
6. Strukturwandel und dessen Auswirkungen in der Lebensphase der Jugend
6.1 Berufs- und Bildungswahlorientierung
6.2 Abnehmender Einfluss der Eltern als Unterstützung bei der Berufsorientierung
6.3 Bedeutung der Clique bei der Berufsorientierung
6.3.1 Konsequenzen für die Schulbildung
6.4 Fazit
7. Die gewandelten Funktionen der Hauptschule
8. Hypothesen
9. Neue Herausforderungen für die Soziale Arbeit in der Schule
9.1 Das Projekt „Praxisklasse“ der Coburger Rückertschule (Hauptschule)
9.2 Schulische und gesellschaftliche Hintergründe
9.2.1 Arbeitsmarkt im Landkreis Coburg
9.3 Das Aufgabenfeld des Sozialpädagogen laut „Oberfränkischer Schulanzeiger“
9.4 Vorschläge für ein neues Anforderungsprofil in der Schulsozialarbeit mit Praxisklassen
10. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, inwieweit Defizite in der schulischen Bildung zur Jugendarbeitslosigkeit beitragen. Im Fokus stehen dabei die strukturellen Übergangsprobleme im „Dualen System“ und die Auswirkungen der PISA-Studie, um den Bedarf an neuen sozialen Förderkonzepten – am Beispiel einer „Praxisklasse“ – aufzuzeigen.
1.2.1 Übergang von der Schule in die Berufsausbildung (1. Schwelle)
Die erste Schwelle muss von Jugendlichen überwunden werden, wenn sie die allgemein bildenden Schulen verlassen und sich auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz begeben. Der erreichte Schulabschluss zeigt sich oft als Vorentscheidung für den beruflichen Werdegang der Schüler. Welcher Schulabschluss erreicht wird, hängt stark von der sozialen Herkunft der Schüler ab. Dies hat eine Längsstudie des Deutschen Jugendinstitutes e.V. (DJI) von 1996 belegt. Der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem erreichten Schulabschluss zeigte sich deutlich. So verließ nur jeder Dritte der Jugendlichen aus gehobener Herkunft die Schule mit einem Abschluss unterhalb der mittleren Reife, dagegen 80 % der Kinder von Arbeitern und einfachen Angestellten. Bei den Schülern mit Abitur war das entsprechende Verhältnis gehobener zu einfacher Herkunft 5:1.
Für Schüler, die ohne Hauptschulabschluss die Schule verlassen haben, gibt es nur wenige Ausbildungsmöglichkeiten. Ihre Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen sind durch konjunkturelle Schwankungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt bestimmt.
Prolog: Der Autor erläutert seine Motivation aus der eigenen Praxis im Jugendhaus und die Zielsetzung der Arbeit, die berufliche Eingliederung Hauptschüler im dualen System kritisch zu hinterfragen.
1. Theoretische Vorüberlegung zur Thematik: Schulbildung und berufliche Eingliederung junger Menschen an der Hauptschule: Das Kapitel analysiert das Bildungsangebot der bayerischen Hauptschule und die strukturellen Probleme an den Übergängen in die Ausbildung.
2. Bildung versus berufliche Qualifikationen: Es wird das Spannungsfeld zwischen der allgemeinen Persönlichkeitsbildung und der ökonomischen Qualifikationslogik im dualen System diskutiert.
3. PISA – Studie und der in ihr formulierte Anspruch auf Basiskompetenzen für die Bewältigung von Berufs- und Lebensanforderungen: Vorstellung der PISA-Ergebnisse und deren Bedeutung für die Bildungsqualität in Deutschland im internationalen Vergleich.
4. Junge Menschen mit „schlechteren“ Startchancen: Wer ist betroffen?: Hier werden Begriffe der Benachteiligung, deren Klassifikation sowie förderpädagogische Ansätze zur Unterstützung benachteiligter Jugendlicher dargelegt.
5. Die Umbrüche der Arbeitsgesellschaft und deren Auswirkungen auf Arbeit, Beruf und Bildung: Das Kapitel beleuchtet den Strukturwandel hin zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft und die damit veränderten Anforderungen an Qualifikationen.
6. Strukturwandel und dessen Auswirkungen in der Lebensphase der Jugend: Analyse der „Individualisierung“ und „Entstrukturierung“ der Jugendphase sowie die veränderte Bedeutung von Eltern und Jugendcliquen für die Berufswahl.
7. Die gewandelten Funktionen der Hauptschule: Darstellung der historischen und aktuellen Entwicklung der Hauptschule hin zu einer stärkeren Fokussierung auf praxisorientierte Kompetenzen.
8. Hypothesen: Der Autor formuliert auf Basis der PISA-Ergebnisse und struktureller Analysen Hypothesen zum Zusammenhang von Bildungspolitik, Biografisierung und Jugendarbeitslosigkeit.
9. Neue Herausforderungen für die Soziale Arbeit in der Schule: Vorstellung des Praxisprojekts „Praxisklasse“ als Antwort auf die geschilderten Problemlagen und der Rolle des Sozialpädagogen in diesem Netzwerk.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Notwendigkeit flexiblerer und präventiver Förderansätze zur Bekämpfung von Bildungsdefiziten.
Jugendarbeitslosigkeit, Hauptschule, Duales System, PISA-Studie, Berufsorientierung, Benachteiligung, Schulsozialarbeit, Praxisklasse, Sozialisation, Strukturwandel, Schlüsselqualifikationen, Lernbehinderung, Biografisierung, Ausbildungsmangel, Berufsfähigkeit
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen schulischer Bildungsdefizite auf die berufliche Eingliederung junger Menschen und analysiert die Ursachen für die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland.
Zentrale Themen sind das „Duale System“ der Ausbildung, die Ergebnisse der PISA-Studie, der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft sowie die spezifischen Bedingungen für sozial benachteiligte Jugendliche.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Bildungsdefiziten und Jugendarbeitslosigkeit aufzuzeigen und ein neues Anforderungsprofil für die Schulsozialarbeit, insbesondere für Praxisklassen, zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Studien (wie PISA und DJI-Daten) sowie der Darstellung praktischer Erfahrungen aus dem Schulprojekt „Praxisklasse“.
Der Hauptteil befasst sich mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen, der Rolle von Sozialisation und familiärem Umfeld sowie den verschiedenen Fördersystemen in Schule, Jugendhilfe und Arbeitsverwaltung.
Wichtige Begriffe sind Jugendarbeitslosigkeit, Benachteiligung, „Duales System“, Strukturwandel, Praxisklasse und die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen.
Sie dient als konkretes Praxisbeispiel, um zu zeigen, wie durch intensive sozialpädagogische Betreuung und ein lokales Netzwerk schulische Demotivationsprozesse kompensiert werden können.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Cliquen für Jugendliche eine zentrale Orientierungsinstanz darstellen, die bei wegfallender familiärer Unterstützung die Berufswahl maßgeblich beeinflusst.
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