Diplomarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Medizinische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung Krebs
2.1.1 Pathologie der Zelle
2.1.2 Ursachen von Krebserkrankungen
2.1.3 Epidemiologie
2.2 Medizinische Versorgung
2.2.1 Operation
2.2.2 Bestrahlung
2.2.3 Medikamentöse Behandlung
2.2.4 Tumornachsorge
3. Krankheitskonzepte und Krankheitsverarbeitung
3.1 Gesundheit und Krankheit
3.2 Krankheitsmodelle
3.2.1 Das biomedizinische Krankheitsmodell
3.2.2 Das psychosomatische Krankheitsmodell
3.2.3 Das Streß-Modell
3.2.4 Das Verhaltensmodell von Krankheit
3.2.5 Das sozioökonomische Krankheitsmodell
3.2.6 Das Risikofaktoren-Modell
3.3 Krankheitsverarbeitung
3.3.1 Krankheitsbewältigung
3.3.1.1 Das Coping-Modell
3.3.1.2 Das Konzept der Abwehr
3.3.2 Zusammenhang von Coping- und Abwehrkonzept
4. Belastungen für Menschen mit einer Krebserkrankung
4.1 Diagnosemitteilung
4.2 Krankheitsbewältigung bei Krebskranken
4.3 Krankheitsverarbeitung im Verlauf
5. Beratung
5.1 Beratungsansätze in Deutschland – Ein geschichtlicher Rückblick
5.2 Psychosoziale Beratung
5.2.1 Klientenorientierte Gesprächsführung
5.2.2 Die Beratungsbeziehung
5.3 Psychosoziale Beratung in der Onkologie
5.3.1 Konzept zur psychosozialen Beratung in der Onkologie
5.3.1.1 Leistungen
5.3.1.2 Tätigkeitsfelder
5.3.1.3 Strukturqualität
5.3.1.4 Personalausstattung
5.3.1.5 Rechtliche Rahmenbedingungen
5.3.1.6 Qualitätssicherung
5.3.2 Anforderungen an Mitarbeiter im psychoonkologischen Bereich
6. Unterstützende Angebote innerhalb der Krebsberatung
6.1 Sozialrechtliche Beratung
6.1.1 Zuzahlungen
6.1.2 Schwerbehindertenrecht
6.2 Wirtschaftliche und finanzielle Beratung
6.2.1 Lohnersatzzahlungen
6.2.2 Krankengeld
6.2.3 Übergangsgeld
6.2.4 Härtefonds der Deutschen Krebshilfe
6.2.5 Erwerbsminderungsrente
6.2.6 Wiedereingliederung in den Beruf
6.3 Medizinische Rehabilitationsmaßnahme
6.3.1 Anschlussrehabilitation (AR)
6.3.2 Onkologische Rehabilitation
6.3.3 Nach-, Festigungs- und Rehabilitationskuren
6.4 Soziale Pflegeversicherung
6.4.1 Pflegebedürftigkeit
6.4.2 Pflegestufen
6.5 Selbstbestimmungsrecht
7. Tumorzentrum „Südharz e.V.“
7.1 Psychosoziale Beratungsstelle
7.2 Statistische Daten der Psychosozialen Beratungsstelle
8. Zum Anliegen der Klientenbefragung
9. Klientenbefragung in Kooperation mit dem Tumorzentrum „Südharz e.V.“
9.1 Vorüberlegungen
9.1.1 Entscheidung für die quantitative Methoden der Befragung
9.1.2 Mögliche Vor- und Nachteile einer schriftlichen Befragung
9.1.3 Qualitätsstandards der empirischen Sozialforschung
9.2 Ausgangssituation
9.3 Vorgehensweise
9.3.1 Fragebogenkonstruktion
9.3.2 Fragebogenstruktur
9.4 Verteilung und Rücklaufquoten
10. Auswertung
10.1 Erster Teil - Allgemeiner Teil
10.1.1 Auswertung Fragen 01-04
10.1.2 Zusammenfassung
10.2 Zweiter Teil - Fragen zur Erkrankung
10.2.1 Auswertung Fragen 05-09
10.2.2 Zusammenfassung
10.3 Dritter Teil – Beratungsstelle Tumorzentrum Nordhausen
10.3.1 Auswertung Fragen 10-15b
10.3.2 Zusammenfassung
10.4 Vierter Teil - Beurteilung der Beratung
10.4.1 Auswertung Fragen 16-22
10.4.2 Zusammenfassung
10.5 Anmerkung zu den offenen Fragen
11. Hypothesenbewertung und Diskussion
12. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit analysiert die sozialen Unterstützungsmöglichkeiten durch psychosoziale Beratung für Menschen mit Krebs. Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung psychosozialer Beratungsstellen für die Krankheitsbewältigung zu belegen und ein Anforderungsprofil für Berater zu skizzieren, wobei eine empirische Untersuchung in Kooperation mit dem Tumorzentrum „Südharz e.V.“ als Praxisbezug dient.
3.3.1.2 Das Konzept der Abwehr
Der Begriff „Abwehr“ stammt aus der Psychoanalyse und bezeichnet den unbewussten Versuch, Angst und negative Gefühle zu verringern, die das Selbstwertgefühl vermindern. Eine neuzeitliche psychoanalytische Sicht versteht Abwehr als normales Regulationssystem, dass notwendig ist, um die seelische Gesundheit aufrechtzuerhalten. Dieses Modell sieht Abwehr als allgegenwärtig und innerhalb gewisser Grenzen als unerlässlich. Besonders bei körperlicher Krankheit werden Abwehrformen als eine Normalform des Umgangs mit der Erkrankung gesehen.
Für Außenstehende entsteht der Eindruck, dass der Betroffene seine Krankheit nicht einsieht oder akzeptiert. Diese Vorgänge laufen unbewusst und automatisch ab. Die Strategie ermöglicht es dem Kranken, Zeit und Distanz zu gewinnen, um sich nicht sofort oder dauerhaft mit der bedrohlichen Situation auseinanderzusetzen. Er kann Abstand gewinnen und sich zu einem späteren Zeitpunkt mit der Situation befassen. Bei lebensbedrohlichen Krankheiten ist Verleugnung bzw. Verdrängung eine der häufigsten beschriebenen Abwehrmechanismen. Verdrängung wird durch unbewusst bleibende Angstsignale ausgelöst.
Weitere Abwehrmechanismen neben der Verdrängung sind Projektion, Identifikation, Fixierung, Regression, Verschiebung, Reaktionsbildung, Rationalisierung, Sublimierung sowie Widerstand. Bei der Projektion werden eigene Eigenschaften, Gefühle oder Gedanken auf eine andere Person übertragen bzw. ihr zugeschrieben. Unerwünschte Gefühle, Bedürfnisse usw. nimmt der Mensch nach gelungener Projektion nicht mehr an sich selber wahr und versucht sie anschließend an der „ausgewählten“ Person zu bekämpfen. Unter Identifikation wird die Abwehr von Angst durch die Identifizierung mit einer anderen Person verstanden. Fixierung beschreibt das Zurückfallen oder Stehen bleiben einer Person in eine bestimmte frühkindliche Entwicklungsphase. Auch ist es möglich, dass der Betroffene an entsprechenden Verhaltensweisen festhält, um Bedürfnisse zu befriedigen. Auslöser dafür sind unzureichende oder übermäßig befriedigte Triebwünsche und Bedürfnisse.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der sozialen Unterstützung für Krebskranke ein und definiert das Forschungsziel der empirischen Kooperation mit dem Tumorzentrum „Südharz e.V.“.
2. Medizinische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Pathologie von Krebserkrankungen, medizinische Versorgungskonzepte wie Operation und Bestrahlung sowie die wichtige Funktion der Tumornachsorge.
3. Krankheitskonzepte und Krankheitsverarbeitung: Hier werden verschiedene wissenschaftliche Krankheitsmodelle, von biomedizinischen bis sozioökonomischen Ansätzen, sowie Mechanismen der Krankheitsbewältigung und psychologische Abwehrstrategien vorgestellt.
4. Belastungen für Menschen mit einer Krebserkrankung: Das Kapitel beleuchtet die psychosozialen Herausforderungen bei der Diagnosemitteilung, den Autonomieverlust und die Bedeutung der Krankheitsbewältigung im zeitlichen Verlauf.
5. Beratung: Es wird die Beratung als Methode der Sozialen Arbeit definiert und deren Anwendung sowie Anforderungen im psychoonkologischen Arbeitsfeld detailliert dargelegt.
6. Unterstützende Angebote innerhalb der Krebsberatung: Hier werden praktische Unterstützungsleistungen, darunter sozialrechtliche Hilfen, finanzielle Beratung, medizinische Rehabilitation und die soziale Pflegeversicherung, konkret erläutert.
7. Tumorzentrum „Südharz e.V.“: Dieses Kapitel stellt die Organisation des Tumorzentrums sowie die Struktur und Aufgaben der psychosozialen Beratungsstelle in Nordhausen vor.
8. Zum Anliegen der Klientenbefragung: Hier wird der theoretische Rahmen und die Zielsetzung der empirischen Klientenbefragung als Analyseinstrument für die Arbeit der Beratungsstelle definiert.
9. Klientenbefragung in Kooperation mit dem Tumorzentrum „Südharz e.V.“: Das Kapitel beschreibt methodische Aspekte der empirischen Sozialforschung, einschließlich der Fragebogenkonstruktion und der Vorgehensweise bei der Befragung.
10. Auswertung: Dieser zentrale Teil präsentiert die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich der Soziodemografie, der individuellen Krankheitserfahrungen und der Beurteilung der Beratungsangebote durch die Klienten.
11. Hypothesenbewertung und Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der empirischen Studie kritisch im Abgleich mit der wissenschaftlichen Literatur und diskutiert die Bedeutung der psychosozialen Betreuung.
12. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die Notwendigkeit menschlicher Zuwendung und professioneller Beratung im onkologischen Kontext.
Krebs, Psychosoziale Beratung, Psychoonkologie, Krankheitsbewältigung, Coping, Soziale Arbeit, Tumorzentrum, Empirische Sozialforschung, Patientenverfügung, Rehabilitationsmaßnahmen, Sozialrechtliche Unterstützung, Beratungsqualität, Belastungsfaktoren, Diagnosemitteilung, Patientenwohl.
Die Arbeit untersucht soziale Unterstützungsmöglichkeiten durch psychosoziale Beratung für Menschen mit einer Krebserkrankung, insbesondere in Bezug auf die praktische Arbeit in einem Tumorzentrum.
Sie umfasst medizinische Grundlagen, psychologische Krankheitskonzepte, psychosoziale Beratungsmethoden, sozialrechtliche Unterstützungsleistungen sowie die empirische Analyse einer Klientenbefragung.
Das Ziel ist es, die Bedeutung und Notwendigkeit psychosozialer Beratungsstellen für Krebspatienten aufzuzeigen und durch eine empirische Studie in Nordhausen deren Bedarf und Qualität zu evaluieren.
Die Autorin verwendete eine standardisierte, schriftliche quantitative Befragung, um den Beratungsbedarf und die Zufriedenheit der Klienten im Tumorzentrum „Südharz e.V.“ zu analysieren.
Der Hauptteil behandelt die Belastungen durch Krebserkrankungen, die theoretischen Hintergründe der psychosozialen Beratung und der onkologischen Unterstützung sowie die konkrete Auswertung der durchgeführten Klientenbefragung.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Psychoonkologie, Krankheitsverarbeitung, Soziale Arbeit in der Onkologie, Beratungsbeziehung und sozialrechtliche Absicherung geprägt.
Die Diagnose führt laut Arbeit oft zu einer existentiellen Krise, sozialer Verunsicherung und einem Autonomieverlust, weshalb eine professionelle psychosoziale Begleitung als unterstützend für die Krankheitsverarbeitung angesehen wird.
Die Studie zeigt, dass das Krankenhaus das stärkste Bindeglied zwischen potenziellen Klienten und der psychosozialen Beratungsstelle darstellt, wodurch der direkte Anschluss an klinische Einrichtungen eine zentrale Rolle für den Erstkontakt spielt.
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