Examensarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
0.1 Hinführung zum Thema
0.2 Aufbau der Arbeit
1. Gegenwärtige Situation
1.1 Geschichtliche Entwicklung
1.2 Die Babyklappe
1.2.1 Funktion der Babyklappe
1.2.2 Missbrauch und Probleme der Babyklappe
1.2.3 Heutige Situation
1.3 Die anonyme Geburt
1.3.1 Vorgehen bei anonymer Geburt
1.3.2 Missbrauch und Probleme der anonymen Geburt
1.3.3 Heutige Situation
1.4 Projekte bei ungewollter Schwangerschaft
1.4.1 Moses-Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen
1.4.2 SterniPark e.V. und das „Projekt Findelbaby“
2. Rechtliche Aspekte
2.1 Familienrecht
2.2 Personenstandsrecht
2.3 Strafrecht
2.3.1 Personenstandsfälschung
2.3.2 Aussetzung
2.3.3 Unterhaltsentziehung
2.3.4 Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht
2.3.5 Entziehung Minderjähriger
2.3.6 Kinderhandel
2.3.7 Schwangerschaftskonfliktgesetz
2.3.8 Vormundschaftsrecht
2.3.9 Sozialdatenschutz
2.4 Adoptionsrecht
2.5 Internationale Rechtslage
2.5.1 Kinderkonvention der Vereinten Nationen
2.5.2 Haager Konvention
2.5.3 Europäische Menschenrechtskonvention
2.6 Verfassungsrecht
2.6.1 Pro: Grundrechte, die für eine Legalisierung der anonymen Kindesabgabe sprechen
2.6.1.1 Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit des Kindes und der Mutter (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG)
2.6.1.2 Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Mutter (Art. 2 Abs. 1 i.V. m Art. 1 Abs. 1 GG)
2.6.2 Contra: Grundrechte, die gegen eine Legalisierung der anonymen Kindesabgabe sprechen
2.6.2.1 Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit des Kindes und der Mutter (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG)
2.6.2.2 Recht auf Kenntnis der Abstammung (Art. 2 Abs. 1 i. V. m Art 1 Abs. 1 GG)
2.6.2.3 Recht auf Ehe und Familie (Art. 6 Abs. 1 GG)
2.6.2.4 Recht auf Fürsorge des Kindes (Art. 6 Abs. 2 GG)
2.6.2.5 Unterhalts- und Erbanspruch des Kindes (Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG)
2.6.3 Kompromiss: geheime/vertrauliche Geburt
2.7 Politische Entwicklungen bis heute
2.7.1 Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Personenstandsgesetzes vom 12.10.2000
2.7.2 Entwurf eines Gesetzes zur Regelung anonymer Geburten vom 23.04.2002
2.7.3 Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der anonymen Geburt vom 06.06.2002
2.7.4 Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der anonymen Geburt vom13.09.2004
2.7.5 Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage von Abgeordneten des Deutschen Bundestags und der FDP-Bundestagsfraktion vom 15.11.2007
2.7.6 Entwicklungen nach der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates
2.8 Zusammenfassung
3. Ethik
3.1 Vorüberlegung zur Bewertung
3.2 Absicht
3.2.1 Leben retten
3.2.2 Extreme Notlage
3.2.3 Alternativen
3.2.3.1 Schwangerschaftsabbruch
3.2.3.2 Aussetzung
3.2.3.3 Tötung
3.3 Gegenstand
3.4 Umstände
3.4.1 Prinzip des geringeren Übels
3.4.2 Folgen für Betroffene
3.4.2.1 Folgen für das Kind
3.4.2.2 Folgen für die Mutter
3.4.2.3 Folgen für den Vater
3.4.2.4 Bedeutung der Familie
3.4.3 Mitwirkung
3.5 Ergebnis
3.6 Ausblick
3.6.1 Schwangerschaftsberatung
3.6.2 Adoption
3.6.3 Verbesserungsvorschläge/Forderungen
4. Resümee
Die Arbeit untersucht die moralische Vertretbarkeit der anonymen Kindesabgabe durch Babyklappen und anonyme Geburten in Deutschland, indem sie diese vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen und ethischer Reflexionen analysiert.
1.2.1 Funktion der Babyklappe
Bei der anonymen Abgabe durch die Babyklappe handelt es sich um einen technisierten Vorgang. Es muss lediglich die Klappe, die in einem Fenster oder einer Tür eingebaut ist, von außen per Hand aufgezogen werden. Daraufhin kann das Kind auf das Wärmebett dahinter gelegt werden (vgl. Abb. 1).
Nachdem sich die Klappe aus Sicherheitsgründen automatisch geschlossen hat, kann sie von außen nicht mehr geöffnet werden. Mit einer leichten Zeitverzögerung wird „über ein elektronisches Signal ein Mitarbeiter des jeweiligen Betreibers alarmiert“.
Die Versorgung des Kindes sieht dann zunächst eine ärztliche Untersuchung vor. Wenn das Baby gesund ist, kann es schon am nächsten Tag in eine Pflegefamilie gegeben werden. In der Befragung von Kuhn gaben 74 % von 38 Betreibern an, „dass die Bestellung eines Vormundes [für den Findling] sofort nach Erhalt des Kindes in die Wege geleitet wird“.
0. Einleitung: Hinführung zum Thema und Darlegung des Aufbaus der Arbeit.
1. Gegenwärtige Situation: Historischer Rückblick und Erläuterung der aktuellen Angebote sowie deren Missbrauchspotenzial.
2. Rechtliche Aspekte: Analyse der Vereinbarkeit anonymer Abgabeformen mit dem deutschen sowie internationalen Recht und den Grundrechten.
3. Ethik: Ethische Bewertung der anonymen Kindesabgabe anhand ihrer Absicht, ihres Gegenstands und ihrer Umstände.
4. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der ethischen und rechtlichen Ergebnisse sowie Einordnung der Problematik.
Babyklappe, anonyme Geburt, Kindesabgabe, Ethik, Familienrecht, Strafrecht, Grundrechte, Kindeswohl, Abstammung, Schwangerschaftsberatung, Adoption, Verfassungsrecht, Lebensschutz, Sorgerecht, Vertraulichkeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen und rechtlichen Vertretbarkeit der anonymen Kindesabgabe in Deutschland, insbesondere durch Babyklappen und anonyme Geburten.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung, die rechtliche Einordnung, ethische Bewertungskriterien sowie die konkreten Folgen für die betroffenen Kinder, Mütter und Väter.
Das Ziel ist es zu beurteilen, ob es aus ethischer Sicht moralisch tragbar ist, ein Kind anonym abzugeben, und inwiefern dies mit dem deutschen Recht vereinbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, rechtlichen Auswertungen (Gesetze, Urteile) sowie der Analyse von Befragungsergebnissen (u.a. von Kuhn) zur Praxis der anonymen Kindesabgabe.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der aktuellen Situation, eine detaillierte rechtliche Untersuchung (Familien-, Straf-, Verfassungsrecht) sowie eine ethische Reflexion der Handlung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Babyklappe, anonyme Geburt, Kindeswohl, Grundrechte, Ethik und Abstammungsrecht charakterisiert.
Die Anonymität ist sowohl das zentrale Merkmal der Hilfsangebote als auch der Hauptpunkt der Kritik, da sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung und die rechtliche Kontrolle erschwert.
Sie stellt fest, dass die Angebote ethisch und rechtlich nicht unbedenklich sind und dass die Forschungsergebnisse über die tatsächliche Lebensrettung durch Babyklappen lückenhaft sind.
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