Bachelorarbeit, 2022
81 Seiten, Note: 1,3
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen von Homeoffice auf die Work-Life-Balance von Angestellten während der Corona-Pandemie. Sie zielt darauf ab, zu analysieren, welche Einflüsse die Arbeit im Homeoffice auf die Work-Life-Balance (WLB), berufliche und familiäre Rollenkonflikte (WFC) sowie das subjektiv empfundene Stressempfinden hat, um zu klären, ob die bekannten Vorteile dieser Arbeitsform auch in der Pandemie und insbesondere während der Lockdown-Phasen weiterhin Bestand haben.
2.2 Homeoffice
Die aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen erfordern von Unternehmen und Organisationen neue Wege in die Arbeitswelt der Zukunft zu suchen. Der Begriff New Work steht für eine grundlegende und nachhaltige Veränderung der Arbeitswelt. So machen es digitale Kommunikationsmedien möglich, dass Mitarbeiter ortsunabhängig miteinander interagieren können, was moderne Arbeitsformen wie Remote Work, Telearbeit und HO immer interessanter werden lässt. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes haben 12% der Erwerbstätigen in Deutschland vor dem März 2020 im HO gearbeitet. Doch vor allem durch die CP haben diese Arbeitsformen durch die Einhaltung sozialer Distanzierung einen starken Trend erfahren (siehe Abbildung 4).
Zunächst einmal müssen die Begriffe Telearbeit, Remote Work und HO differenziert und definiert werden. Der Begriff Telearbeit ist vom Gesetzgeber in Deutschland genau festgelegt. So heißt es in der Arbeitsstättenverordnung: „Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte, wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist.“ Remote Work hingegen ist ortsunabhängig. Technische Unterstützungen, wie eine VPN-Verbindung ins Firmennetzwerk, geben dem Mitarbeiter die Freiheit seine persönlichen Präferenzen in das Arbeitsgeschehen einfließen zu lassen und zu entscheiden, ob er beispielsweise von zu Hause oder von einem Coworking-Space für das Unternehmen arbeitet.
Der Begriff HO bezeichnet das „gelegentliche Arbeiten von zuhause.“ Im Gegensatz zur Telearbeit richtet sich der Mitarbeiter hier einen Bildschirmarbeitsplatz zur betrieblichen Nutzung selbst ein. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Verordnung der Arbeitsstätten hier nicht greift. Aufgrund des ersten Lockdowns, welcher am 22. März 2020 in Kraft trat, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, waren viele Unternehmen gezwungen, ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten zu lassen. Die spontane Umsetzung hatte zur Folge, dass vielen Arbeitgebern nicht die zeitlichen und finanziellen Mittel zur Verfügung standen, um ihren Angestellten einen Arbeitsplatz nach der ArbStättV einzurichten. Deshalb ist in den Medien primär der Begriff HO verwendet worden. Aus diesem Grund und da Remote Work zu dieser Zeit ebenfalls primär zu Hause stattfand, sind die drei Begriffe Telearbeit, Remote Work oder HO in dieser wissenschaftlichen Arbeit vereinheitlicht betrachtet worden.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Studien, welche die Eigenschaften von HO und die dadurch entstehenden gesundheitlichen Vorteile untersucht haben. Oft werden in diesem Zusammenhang gesundheitsförderliche Aspekte wie z. B. flexibel gestaltbare Arbeitszeiten oder erhöhte Autonomie genannt, welche eine höhere Arbeitszufriedenheit, mehr Motivation und eine gesteigerte Leistungsfähigkeit mit sich führen sollen. Das Marktforschungsinstitut YouGov hat mit einer Umfrage die positiven Aspekte von HO aus Sicht des Arbeitsnehmers untersucht und herausgefunden, dass 79% den wegfallenden Arbeitsweg positiv finden und 34% der Befragten weniger Stress wahrnehmen. Eine der bekanntesten Studien aus diesem Themenbereich ist die Metaanalyse von Gajendran und Harrison aus dem Jahr 2007. In dieser wurden die Ergebnisse aus 46 Studien zusammengetragen, welche sich mit den positiven und negativen Folgen von Telearbeit beschäftigt haben, wodurch die Daten von 12.883 Arbeitnehmern analysiert wurden. Die analysierten Daten zeigen insgesamt geringfügige, aber überwiegend positive Auswirkungen auf Beschäftigte. So wurden weniger Konflikte zwischen Arbeit, Familie und den privaten Verpflichtungen festgestellt, sowie mehr Arbeitszufriedenheit und bessere Leistungen, was teils oder sogar primär die Ursache der erlebten Autonomie ist. Ebenfalls empfanden die Befragten weniger Stress in ihren Aufgaben als Mitarbeiter und Familienmitglied (Rollenstress), da sie ihren beruflichen und privaten Verpflichtungen leichter nachkommen konnten. Je höher die Intensität der Telearbeit ausfiel, desto positiver waren die Auswirkungen auf WFCs, jedoch litten durch den rein digitalen Kontakt die Beziehung zu Arbeitskollegen. Außerdem wurde ein geringeres Fluktuationsverhalten gemessen. Mit der zunehmenden Telearbeitserfahrung der Beschäftigten traten diese positiven Effekte noch stärker hervor.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, beschreibt die Zielsetzung der Arbeit und legt die Vorgehensweise sowie den strukturellen Aufbau der Untersuchung dar.
2 Theorie/Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe wie Work-Life Balance, Homeoffice, Work-Family Conflict, Spillover- und Kompensations-Prozesse sowie die Entstehung von Stress definiert und die Forschungsfragen und Hypothesen abgeleitet.
3 Methode: Das Kapitel erläutert die quantitative Vorgehensweise der Studie, die Erstellung des Online-Fragebogens, die verwendeten Messinstrumente, die Durchführung eines Pretests sowie die Stichprobenziehung.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Erhebung werden präsentiert, wobei der Einfluss des Homeoffice auf die Work-Life Balance, Work-Family Conflicts und die Arbeits- und Berufsbelastung differenziert dargestellt wird.
5 Diskussion: In diesem Abschnitt werden die erhobenen Daten interpretiert, die Ergebnisse in den Kontext bestehender Forschung eingeordnet und Limitationen der Studie sowie potenzielle Ausblicke für zukünftige Forschungsarbeiten aufgezeigt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, bestätigt oder verwirft die aufgestellten Hypothesen und diskutiert die praxisbezogenen Implikationen der Resultate.
Homeoffice, Work-Life Balance, Corona-Pandemie, Work-Family Conflict, Stress, Arbeitsbelastung, quantitative Forschung, Online-Umfrage, psychische Gesundheit, Arbeitszufriedenheit, Telearbeit, Rollenkonflikte, Spillover-Effekte, Prävention, Mitarbeiterbindung
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des Homeoffice auf die Work-Life Balance von Angestellten während der Corona-Pandemie, insbesondere hinsichtlich des Stressempfindens und von Konflikten zwischen Arbeits- und Privatleben.
Die zentralen Themenfelder sind die Work-Life Balance (WLB), Homeoffice (HO), Work-Family Conflicts (WFC) und die Entstehung von Stress im Kontext der Corona-Pandemie.
Das primäre Ziel ist die Analyse, welche Einflüsse die Arbeit im Homeoffice während der Corona-Pandemie auf die Work-Life Balance von Angestellten hat und ob diesbezügliche Vorteile oder Belastungen überwiegen.
Die Arbeit verwendet eine quantitative Vorgehensweise mittels eines standardisierten Online-Fragebogens, dessen Daten anschließend mit einem digitalen Analysetool (RStudio) untersucht und interpretiert werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen relevanter Begriffe, die Methodik der Datenerhebung und -analyse, die Präsentation der Studienergebnisse sowie eine Diskussion und Interpretation dieser Ergebnisse.
Schlüsselwörter wie Homeoffice, Work-Life Balance, Corona-Pandemie, Work-Family Conflict, Stress und Arbeitsbelastung charakterisieren die Arbeit.
Die Arbeit definiert Telearbeit als einen fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich gemäß Arbeitsstättenverordnung, Remote Work als ortsunabhängiges Arbeiten mit technischer Unterstützung und Homeoffice als "gelegentliches Arbeiten von zuhause", wobei die Begriffe im Kontext der Corona-Pandemie vereinheitlicht betrachtet werden.
Die Studie konnte bestätigen, dass Personen im Homeoffice eine bessere Work-Life Balance hatten (H1_1) und weniger Work-Family Conflicts aufwiesen (H1_2) als Personen, die nicht im Homeoffice arbeiteten. Die Hypothese bezüglich geringerer Stress- und Belastungslevel (H1_3) konnte jedoch nicht verifiziert werden.
Die Hauptlimitationen umfassen die geringe Stichprobengröße, welche eine repräsentative Aussage auf die Grundgesamtheit erschwert, die subjektive Wahrnehmung der Probanden als Datengrundlage und die eingeschränkte Vergleichbarkeit aufgrund der hohen Aktualität der Corona-Pandemie-Thematik.
Positive Aspekte des Homeoffice sind unter anderem das Wegfallen des Arbeitsweges, eine erhöhte Autonomie, was zu höherer Arbeitszufriedenheit, mehr Motivation und gesteigerter Leistungsfähigkeit führen kann, sowie geringere Konflikte zwischen Arbeit und Familie.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

