Bachelorarbeit, 2022
58 Seiten, Note: 1,3
Die vorliegende Abschlussarbeit zielt darauf ab, die Forschung zu Stresserleben und kognitiver Dissonanz zu erweitern, indem sie die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob das Erleben von kognitiver Dissonanz während der Arbeitstätigkeit von Pflegekräften einen Einfluss auf deren Stresserleben hat.
1 Einleitung
Pflegekräfte sind in ihrer Tätigkeit einer besonderen Belastung und Stress ausgesetzt, wobei die aktuelle Covid19 Pandemie die Lage in den Einrichtungen, in denen Pflegekräfte tätig sind, noch weiter verschärft (Schulze & Holmberg, 2021). Die als belastend und stresshaft wahrgenommenen Situationen und Ereignisse können dabei von Pflegekraft zu Pflegekraft variieren, wobei unter den von Pflegekräften als stresshaft wahrgenommenen Situationen die kognitive Bewertung eines Reizes von besonderer Bedeutung ist, um eine Stressentstehung überhaupt zu ermöglichen (Lazarus, 1990; Lazarus & Folkman, 1984). Da Pflegekräfte neben belastenden und stresshaften Situationen auch verschiedenster kognitiver Dissonanzen und somit einem psychologischen Unbehagen, ausgesetzt sind und manche Autoren beim Zustand kognitiver Dissonanz von einem kognitiven Stress sprechen, scheinen die Konzepte von Stress und kognitiver Dissonanz in der alltäglichen Praxis mit einander zu verschwimmen (Brause & Tewes, 2018; Bühler, 2019; Festinger, 1957, 2020; Kirsch, 1977; Lazarus, 1990; Lazarus & Folkman, 1984). Die Frage, ob kognitive Dissonanz von Stress oder Stress von kognitiver Dissonanz beeinflusst werden kann, kann anhand der durchgeführten Studie von Williamson, Reed und Wickham (2020) im Ansatz vermutet werden, in welcher Personen, welche über ungelöste Dissonanzen in Bezug auf eine Verletzung des Selbstwertgefühls, als auch dessen Bedeutung für ein traumatisches Tätererlebnis verfügten, mehr Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) berichteten, als Personen, welche ein solches Dissonanz-Trauma nicht erlebten. Doch wie erleben Pflegekräfte Stress und wie beeinflusst kognitive Dissonanz das Stresserleben von Pflegekräften? Um dem Einfluss von kognitiver Dissonanz auf das Stresserleben nachzugehen, soll sich diese Arbeit der Fragestellung widmen, ob das Erleben von kognitiver Dissonanz während der Arbeitstätigkeit Einfluss auf das Stresserleben von Pflegekräften hat.
Im nachfolgenden zweiten Kapitel wird zunächst der theoretische Hintergrund der vorliegenden Arbeit erläutert, worauf die Fragestellung, Operationalisierung und Hypothesen das Kapitel abrunden. In Kapitel drei wird im Rahmen des Methodenteils das Untersuchungsdesign, sowie die untersuchte Stichprobe näher beschrieben, worauf eine detaillierte Beschreibung der verwendeten Materialien, sowie eine Beschreibung der Durchführung folgt und das Kapitel beenden. Kapitel vier gibt zunächst Auskunft über die durchgeführten Vorbereitungen vor Beginn der Datenanalyse, worauf eine deskriptive Datenanalyse, eine inferenzstatistische Datenanalyse und eine explorative Datenanalyse folgen. Das fünfte Kapitel fasst zunächst die Ergebnisse zusammen, wonach eine Einordnung der Ergebnisse und ein abschließendes Fazit die vorliegende Arbeit abschließen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Stresserlebens von Pflegekräften, insbesondere im Kontext der COVID-19-Pandemie und der kognitiven Dissonanz, ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Konzepte von Stress und kognitiver Dissonanz für Pflegekräfte definiert und voneinander abgegrenzt, wobei verschiedene Arten von Dissonanz vorgestellt und die Hypothesen der Studie formuliert werden.
3 Methoden: Das Kapitel beschreibt detailliert das Untersuchungsdesign einer Online-Umfrage, die Stichprobe der teilnehmenden Pflegekräfte und die verwendeten Instrumente zur Erfassung von Stresserleben und den verschiedenen Formen kognitiver Dissonanz.
4 Ergebnisse: In diesem Teil werden die Resultate der Datenanalyse präsentiert, welche die signifikanten Zusammenhänge zwischen dem psychologischen Unbehagen durch kognitive Dissonanz und dem Stresserleben der Pflegekräfte aufzeigen.
5 Diskussion: Dieses Kapitel fasst die Studienergebnisse zusammen, ordnet sie in den bestehenden Forschungsstand ein, reflektiert kritisch die Limitationen der Studie und zieht ein abschließendes Fazit.
Pflegekräfte, Stresserleben, kognitive Dissonanz, expressive Dissonanz, selbstwertangreifende Dissonanz, stellvertretende Dissonanz, psychologisches Unbehagen, Online-Umfrage, Perceived Stress Questionnaire (PSQ), Belastungsfaktoren, Gesundheitswesen, transaktionales Stressmodell.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Erlebens kognitiver Dissonanz während der Arbeitstätigkeit auf das Stresserleben von Pflegekräften.
Die zentralen Themenfelder sind Stresserleben, kognitive Dissonanz (expressive, selbstwertangreifende, stellvertretende) und die Auswirkungen auf Pflegekräfte.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob das Erleben von kognitiver Dissonanz während der Arbeitstätigkeit Einfluss auf das Stresserleben von Pflegekräften hat.
Es wurde eine empirische Untersuchung mittels Online-Umfrage durchgeführt, wobei Regressionsanalysen und ungepaarte t-Tests zur Datenanalyse zum Einsatz kamen.
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund von Stress und kognitiver Dissonanz, die Methodik der Studie, die präsentierten Ergebnisse der Datenanalyse sowie deren Diskussion und Einordnung in den Forschungsstand.
Schlüsselwörter wie Pflegekräfte, Stresserleben, kognitive Dissonanz, psychologisches Unbehagen, Online-Umfrage und das Perceived Stress Questionnaire (PSQ) charakterisieren diese Arbeit.
In dieser Arbeit wird kognitive Inkonsistenz als die Diskrepanz zwischen Kognitionen verstanden, die die dissonanzauslösende Situation darstellt, während Dissonanz den unangenehmen Erregungszustand bezeichnet, der aus dieser Inkonsistenz resultiert.
Untersucht wurden expressive, selbstwertangreifende und stellvertretende Dissonanz. Die selbstwertangreifende Dissonanz erwies sich dabei als der größte Einflussfaktor auf das negative Stresserleben.
Das Stresserleben wurde mittels des Perceived Stress Questionnaire (PSQ) erfasst, der einen Gesamtscore sowie Dimensionen wie Sorgen, Anspannung, Freude und Anforderungen erhebt.
Ja, aufgrund des Umfragesettings (Online-Umfrage) kann nicht mit Sicherheit gewährleistet werden, dass es sich bei allen Teilnehmenden tatsächlich um Pflegekräfte handelt, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse einschränken könnte.
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