Bachelorarbeit, 2025
36 Seiten, Note: 1.0
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Künstliche Intelligenz (KI) im Recruiting in Deutschland rechtskonform und ethisch vertretbar eingesetzt werden kann, wobei ein Vergleich mit den Praktiken in China eine fundierte Grundlage für praxisorientierte Handlungsempfehlungen liefert.
KI im Recruiting: Chancen und Risiken
Die technologischen Methoden sind dabei sehr unterschiedlich. Zusätzlich zu den simplen regelbasierten KI-Systemen kommen Machine-Learning-Anwendungen zum Einsatz. Die ersten basieren grundsätzlich auf einer simplen algorithmischen Funktionsweise. Es handelt sich in der Regel um Systeme, die mithilfe festgelegter Regeln Aufgaben lösen (Wilke & Bendel, 2022, S. 651). Um Machine-Learning-Anwendungen zu nutzen, ist es erforderlich, sie vorab mithilfe von historischen Daten zu „trainieren“, um automatisiert Verknüpfungen zwischen Fähigkeiten, Soft Skills und Leistung zu identifizieren. Diese können anschließend verwendet werden, um Prognosen und Einordnungen zu erstellen. Deep-Learning-Modelle, eine spezielle Variante des maschinellen Lernens, ermöglichen zudem äußerst anspruchsvolle Analysen, wie beispielsweise die Auswertung von gesprochener Sprache oder aufgezeichneten Videointerviews hinsichtlich Emotionen, Stimmungen und kommunikativen Eigenschaften (Wilke & Bendel, 2022, S. 654 f.). Auch hier können Vorteile durch die Möglichkeit der Objektivierung der Auswahlentscheidung generiert werden. Solche komplexen Systeme bringen allerdings neue Herausforderungen bezüglich Datenschutz und der Erklärbarkeit der Ergebnisse mit sich (Wilke & Bendel, 2022, S. 649). Es ist daher von Bedeutung, dass eine regelmäßige Überprüfung ihrer Einhaltung ethischer Standards als wichtig angesehen wird.
Im Recruiting werden verschiedene KI-gestützte Techniken genutzt, um die Effizienz, Objektivität und Passgenauigkeit im Auswahlprozess zu steigern. Zu den elementaren Verfahren gehört das Resume Screening, bei dem Lebensläufe automatisch anhand festgelegter Kriterien wie Qualifikationen, Fähigkeiten und Berufserfahrungen ausgewertet werden. Es soll angestrebt werden, den Vorgang zu automatisieren, um den Arbeitsaufwand für Personalverantwortliche deutlich zu verringern (Vedapradha et al., 2019; Hunkenschroer & Lütge, 2022, zit. nach Albassam, 2023, S. 11). Allerdings besteht das Risiko algorithmischer Verzerrungen, etwa wenn die zugrundeliegenden Daten diskriminierende Muster enthalten (Fu et al., 2020; Yarger et al., 2019, zit. nach Albassam, 2023, S. 11 f.). Um dies zu vermeiden, sind eine sorgfältige Datenauswahl, regelmäßige Überprüfungen sowie menschliche Kontrolle erforderlich (Albassam, 2023, S. 11 f.). Eine weitere bedeutende Methode ist das Candidate Matching, wobei Machine-Learning-Algorithmen umfangreiche Datensätze untersuchen, um die optimal qualifizierten Bewerber für eine Stelle zu identifizieren. Die Auswahlkriterien beziehen sich auf Qualifikationen, Fähigkeiten und bisherige Erfahrungen. Ebenso wichtig ist die Qualität der zugrundeliegenden Daten, um Fehlentscheidungen und ungewollte Diskriminierungen zu vermeiden. Dies ist besonders relevant, wenn der Algorithmus bestimmte Abschlüsse oder Zertifikate übermäßig stark berücksichtigt (Cardoso et al., 2021; Harsha et al., 2022, zit. nach Albassam, 2023, S. 12).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des KI-Einsatzes im Recruiting ein und skizziert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit, die sich mit rechtlichen und ethischen Anforderungen auseinandersetzt.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen und technologischen Grundlagen von KI-Systemen erläutert, einschliesslich Definitionen, Funktionsweisen und den ersten identifizierten Chancen und Risiken im Recruiting.
3 Rechtlicher Rahmen in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen gesetzlichen Vorgaben in Deutschland, wie die DSGVO, den EU AI Act und das Betriebsverfassungsgesetz, die den Einsatz von KI im Recruiting regulieren.
4 Deutschland und China im Vergleich: In diesem Abschnitt wird der Einsatz von KI im Recruiting in Deutschland und China verglichen, wobei Unterschiede in der Implementierung, den regulatorischen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz beleuchtet werden.
5 Handlungsempfehlungen für rechtssicheren KI-Einsatz: Basierend auf den vorherigen Analysen werden konkrete technische, rechtliche und ethische Massnahmen formuliert, um einen verantwortungsvollen KI-Einsatz im deutschen Recruiting zu gewährleisten.
6 Fazit und Ausblick: Das abschliessende Kapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen, beleuchtet die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen im Bereich KI im Recruiting.
Künstliche Intelligenz (KI), Recruiting, Rechtssicherheit, Deutschland, China, Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), EU AI Act, Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), algorithmischer Bias, Diskriminierung, Personal Information Protection Law (PIPL), Handlungsempfehlungen, Ethik, digitale Transformation, Personalwesen.
Diese Arbeit befasst sich mit dem rechtssicheren und ethisch vertretbaren Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Recruiting in Deutschland, einschliesslich eines Vergleichs mit den Rahmenbedingungen in China.
Die zentralen Themenfelder umfassen die rechtlichen Grundlagen (DSGVO, EU AI Act, BetrVG, PIPL), ethische Herausforderungen wie algorithmischer Bias und Diskriminierung, sowie technologische Chancen und Risiken von KI im Personalwesen.
Das primäre Ziel ist es, praxisorientierte Handlungsempfehlungen für einen rechtskonformen und zugleich produktiven KI-Einsatz im deutschen Recruiting zu erarbeiten. Die Forschungsfrage lautet: „Wie kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Recruiting unter Berücksichtigung der rechtlichen und ethischen Anforderungen in Deutschland gestaltet werden?“
Die Arbeit basiert auf der Analyse interdisziplinärer Fachliteratur, aktueller Studien sowie gesetzlicher Rahmenbedingungen und führt eine vergleichende Analyse durch, um Gestaltungsempfehlungen abzuleiten.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von KI, den rechtlichen Rahmen in Deutschland (DSGVO, EU AI Act, BetrVG, BetrVG-Modernisierungsgesetz), einen detaillierten Vergleich der KI-Einsatzpraktiken und -regulierungen zwischen Deutschland und China, sowie daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Künstliche Intelligenz (KI), Recruiting, Rechtssicherheit, Deutschland, China, Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), EU AI Act, Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), algorithmischer Bias, Diskriminierung, Personal Information Protection Law (PIPL), Handlungsempfehlungen, Ethik, digitale Transformation und Personalwesen charakterisiert.
In China ist der KI-Einsatz im Recruiting durch eine hohe Marktdurchdringung und staatliche Förderung gekennzeichnet, während Deutschland einen zurückhaltenderen Ansatz verfolgt, der stark von Datenschutzbedenken und Mitbestimmungsrechten beeinflusst wird. China fokussiert auf Effizienz und Schnelligkeit, Deutschland auf Transparenz und den Schutz der Rechte von Arbeitnehmern.
Betriebsräte haben in Deutschland umfassende Mitbestimmungsrechte bei der Einführung und Anwendung von KI-Systemen im Recruiting, insbesondere gemäss § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, um die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten und datenschutzkonforme Prozesse zu gewährleisten.
Die größten Hemmnisse in Deutschland sind Datenschutzbedenken, hohe Investitionskosten und ein Mangel an KI-Kompetenzen und Grundverständnis für KI-Anwendungen bei Führungskräften.
Der EU AI Act stuft KI-Anwendungen im Personalwesen als Hochrisikosysteme ein, weil sie Entscheidungen über den Zugang zu Beschäftigung beeinflussen können und somit ein erhebliches Potenzial für Grundrechtsverletzungen und Diskriminierung bergen.
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