Masterarbeit, 2020
166 Seiten, Note: 2,0
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Gesundheitsförderung in der Regionalentwicklung der LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die regionalen Entwicklungsziele und Maßnahmen dieser Regionen in der Förderperiode 2014-2020 hinsichtlich ihres Beitrags zur Gesundheitsförderung zu untersuchen und dabei Unterschiede in der Herangehensweise an eine gesundheitsfördernde Regionalentwicklung aufzuzeigen.
2.1 LEADER-Programm
Das seit 1991 bestehende LEADER-Programm, welches in deutscher Sprache für „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ [„Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ (frz.)] steht, gilt grundsätzlich als sogenannter gebietsbezogener Entwicklungsansatz der Europäischen Union (EU) (vgl. Schröder 2009: 76; Europäische Kommission 2006: 5) und gehört „zum festen Bestandteil des regionalpolitischen Diskurses in Europa“ (Fiedler et al. 2014: 4). Der übergeordnete Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) formuliert „vier prioritäre Bereiche für die Entwicklung ländlicher Räume“ (Albrech et al. 2012: 33), wobei das LEADER-Programm in Form einer Querschnittsaufgabe einen dieser Schwerpunkte bildet und in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten realisiert wird (vgl. ebd.: 34).
Das LEADER-Programm ist im Generellen insbesondere sektorenübergreifend und integriert gestaltet (vgl. Schröder 2009: 76) und soll so zur Erhöhung der ökonomischen Bedeutung und Lebensqualität innerhalb jeweiliger LEADER-Regionen beitragen (vgl. MULNV NRW 2016: 72). Grundsätzlich gilt LEADER als informeller Planungsansatz innerhalb der Regionalentwicklung (vgl. Bulat 2018: 2). Dabei besteht insbesondere für die Bewohner*innen durch das Programm die Möglichkeit zur Mitgestaltung und Weitentwicklung der jeweils eigenen LEADER-Region (vgl. Bulat 2018: 2). Aufgrund unter anderem dieser Beteiligung von Bewohner*innen an solchen Prozessen der Regionalentwicklung ordnet Nöting (2006: 16) LEADER als ein Programm mit einem „innovativen, intersektoralen und die Akteure mobilisierenden Charakter“ ein, wodurch eine Nachhaltigkeitskriterien entsprechende Entwicklung des ländlichen Raumes fokussiert wird (vgl. ebd.). Dabei basiert die Philosophie von LEADER in der aktuellen Förderperiode auf insgesamt sieben verschiedenen Grundprinzipien (vgl. Bulat 2018: 12 ff.).
2.1.1 Grundprinzipien
Diese Grundprinzipien sind als Gruppe von Instrumenten innerhalb des LEADER-Programms einzuordnen, wobei diese sich gegenseitig ergänzen und eine Interaktion miteinander gewährleisten (vgl. Ebeling 2017: 105). Zu diesen Grundprinzipien zählen, wie ebenfalls in der nachfolgenden Abbildung 1 dargestellt: Innovation, Kooperation, Netzwerke, Bottom-Up, Lokale Aktionsgruppen, sowie der integrierte und territoriale Ansatz.
Erstens gewährleistet schließlich dieser territoriale Ansatz einen Bezug auf ein administrativ festgelegtes Gebiet im ländlichen Raum, wobei zum einen regionale Besonderheiten berücksichtigt werden (vgl. Ebeling 2017: 105) und zum anderen ein eigenständiges Profil einer Region herausgebildet wird (vgl. Schröder 2009: 76). Ein solches administrativ festgelegtes Gebiet wird schließlich als LEADER-Region klassifiziert (vgl. ebd.). Weiterhin wird zweitens durch das Grundprinzip eines integrierten Ansatzes fokussiert, dass eine „Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und Ebenen bei der Planung und Durchführung von Projekten“ (Nöting 2006: 16) gewährleistet wird.
1 Einleitung und Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel stellt den Kontext der Gesundheitsförderung in der Regionalentwicklung dar, beleuchtet das Forschungsinteresse und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2 Regionalentwicklung von LEADER-Regionen: Hier wird das LEADER-Programm, seine Grundprinzipien und die Bedeutung der LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen für die regionale Entwicklung beschrieben.
3 Theoriebezogene Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit: Dieses Kapitel definiert Schlüsselbegriffe und erläutert die Determinanten von Gesundheit sowie Konzepte der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im Kontext von Umweltgerechtigkeit.
4 Praxisbezogene Gesundheitsförderung in der Raumplanung: Es werden der gesundheitspolitische Aktionszyklus, Empowerment, Partizipation, Setting-Ansätze und die Relevanz gesundheitlicher Einflussfaktoren im Quartier für die raumplanerische Praxis analysiert.
5 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel legt die Prinzipien der qualitativen Inhaltsanalyse dar, beschreibt die Datengrundlage und -aufbereitung sowie die lexikalische Suche und Kategorisierung der Entwicklungsstrategien und Projektdaten.
6 Auswertung der Gesundheitsförderung von LEADER in NRW: Die Ergebnisse der Analyse hinsichtlich gesundheitsfördernder Entwicklungsziele und Projekte in den LEADER-Regionen Nordrhein-Westfalens, inklusive relevanter Einflussfaktoren, werden präsentiert.
7 Diskussion: In diesem Kapitel werden die Auswertungsergebnisse interpretiert, Handlungsempfehlungen abgeleitet und kritische Anmerkungen zum methodischen Vorgehen sowie zukünftigem Forschungsbedarf diskutiert.
8 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsfelder.
Gesundheitsförderung, Regionalentwicklung, LEADER-Regionen, Nordrhein-Westfalen, Entwicklungsstrategien, Projekte, Umweltgerechtigkeit, Determinanten von Gesundheit, qualitative Inhaltsanalyse, Partizipation, Setting-Ansatz, Raumplanung, ländlicher Raum, Bottom-Up-Ansatz, Kooperation.
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Entwicklungsstrategien und Projekte von LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen zur Gesundheitsförderung beitragen und welche Unterschiede dabei festzustellen sind.
Zentrale Themenfelder sind Gesundheitsförderung, Regionalentwicklung, das LEADER-Programm, sowie die Analyse von Entwicklungsstrategien und Projekten in Bezug auf Umwelt und Gesundheit.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie die regionalen Entwicklungsziele und Maßnahmen der LEADER-Regionen in NRW (Förderperiode 2014-2020) als gesundheitsfördernd eingestuft werden können und wie sich dies zwischen den Regionen unterscheidet.
Die Arbeit verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse, ergänzt durch eine lexikalische Suche nach Schlüsselwörtern und die Kategorisierung von Entwicklungsstrategien und Projektdaten.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen von Umwelt und Gesundheit, praxisbezogener Gesundheitsförderung in der Raumplanung, dem methodischen Vorgehen der Analyse und der detaillierten Auswertung der Gesundheitsförderung in den LEADER-Regionen.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Gesundheitsförderung, Regionalentwicklung, LEADER-Regionen, Entwicklungsstrategien, Projekte und qualitative Inhaltsanalyse charakterisiert.
Das LEADER-Programm ist ein gebietsbezogener Entwicklungsansatz der EU, der auf sieben Grundprinzipien basiert: Innovation, Kooperation, Netzwerke, Bottom-Up, Lokale Aktionsgruppen sowie ein integrierter und territorialer Ansatz, die eine Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und Ebenen fördern.
Die Arbeit beleuchtet Umweltgerechtigkeit als ein Schlüsselkonzept für gesundheitliche Chancengleichheit und untersucht, wie Vulnerabilität und Resilienz als Einflussfaktoren für gesundheitliche Ungleichheiten im Zusammenhang von Umwelt und Gesundheit stehen.
Der Setting-Ansatz konzentriert sich auf die Schaffung gesundheitsförderlicher Lebenswelten und wird in der Arbeit genutzt, um die lokalen Entwicklungsstrategien der LEADER-Regionen hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Gestaltung gesundheitsförderlicher Umfelder zu analysieren.
Die Analyse erfolgte mittels einer lexikalischen Suche nach Schlüsselwörtern und einer qualitativen Inhaltsanalyse. Dabei wurden sowohl explizite als auch implizite Gesundheitsbezüge in den Entwicklungsstrategien und Projekten identifiziert und kategorisiert.
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