Examensarbeit, 2010
78 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Was ist eine Figur?
2.2 Aktantenmodell
2.3 Figurenmodelle
2.4 Was versteht man unter ‚Figurenkonzeption‘?
2.5 Was versteht man unter ‚Figurencharakteristik‘?
2.6 Leitfaden zur Figurenanalyse nach Gansel
3. Staubfinger – von der Schwierigkeit, einen Freund zu analysieren
4. Staubfinger in der real-fiktiven Welt
4.1 Einführung der Figur Staubfinger
4.2 Figurencharakteristik – Real-fiktive Welt
4.3 Figurenkonzeption – Real-fiktive Welt
5. Staubfinger in der Tintenwelt
5.1 Figurencharakteristik – Tintenwelt I
6. Staubfinger – ein Leben nach dem Tod
6.1 Figurencharakteristik – Tintenwelt II
6.2 Figurenkonzeption – Tintenwelt
7. Fazit und Stellungnahme
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Figur Staubfinger aus Cornelia Funkes Tintentrilogie. Dabei liegt der Fokus auf der Anwendung erzähltheoretischer Instrumente, insbesondere der Figurenkonzeption und der Figurencharakteristik, um die Wandlung Staubfingers über die drei Bände hinweg nachzuzeichnen.
4.1 Einführung der Figur Staubfinger
Zunächst sehen wir uns an, wie Cornelia Funke ihre Figur Staubfinger auf den ersten Seiten von Tintenherz beim Leser einführt. Denn dies gibt einen ersten Aufschluss darüber, welche Bedeutung der Figur zugemessen wird.
„Sie hielt das brennende Streichholz gerade an einen der schwarzen Dochte, als sie draußen Schritte hörte. Erschrocken pustete sie das Streichholz aus – wie genau sie sich viele Jahre später noch daran erinnerte! –, kniete sich vor das regennasse Fenster und blickte hinaus. Und da sah sie ihn.
Die Dunkelheit war blass vom Regen und der Fremde war kaum mehr als ein Schatten. Nur sein Gesicht leuchtete zu Meggie herüber. Das Haar klebte ihm auf der nassen Stirn. Der Regen triefte auf ihn herab, aber er beachtete ihn nicht. Reglos stand er da, die Arme um die Brust geschlungen, als wollte er sich wenigstens auf diese Weise wärmen. So starrte er zu ihrem Haus herüber.
[…] Plötzlich drehte er den Kopf und Meggie schien es, als blickte er ihr direkt in die Augen.
[…] Nichts verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.
Aber die Gestalt vor dem Haus war kein Traum.“ (Funke 2003, S. 10 f.)
Mit diesen ersten Zeilen wird Staubfinger in die Erzählung eingeführt. Dabei wird sein Name nicht erwähnt. Man erfährt nicht mehr über ihn, als dass er eine männliche Gestalt ist, die Meggie – deren erster Eindruck hier zur Einführung genutzt wird – mit ihrer reglosen Art, in der regnerischen Nacht zu stehen, zu beunruhigen scheint.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema der Figurenanalyse und Begründung der Relevanz für den Literaturunterricht.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung narratologischer Ansätze zur Figurenanalyse, inklusive Aktantenmodell und Leitfaden nach Gansel.
3. Staubfinger – von der Schwierigkeit, einen Freund zu analysieren: Reflektion über die Herausforderung, eine liebgewonnene Romanfigur methodisch zu zerlegen.
4. Staubfinger in der real-fiktiven Welt: Analyse der Einführung und Charakterisierung Staubfingers im ersten Band der Trilogie.
5. Staubfinger in der Tintenwelt: Überblick über die Ereignisse im zweiten Band sowie erste Analyse der Rückkehr in die Heimat.
6. Staubfinger – ein Leben nach dem Tod: Untersuchung der Entwicklung Staubfingers nach seiner Rückkehr aus dem Tod im abschließenden Band.
7. Fazit und Stellungnahme: Zusammenfassende Bewertung der Figur Staubfinger und Reflektion der persönlichen Sichtweise der Autorin.
Staubfinger, Tintentrilogie, Cornelia Funke, Figurenanalyse, Figurenkonzeption, Figurencharakteristik, Erzähltheorie, Aktantenmodell, Narration, Literaturdidaktik, literarische Figur, Entwicklungsprozess, Moderne Kinder- und Jugendliteratur.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Figur Staubfinger aus Cornelia Funkes Tintentrilogie unter erzähltheoretischen Gesichtspunkten.
Zentrale Felder sind die theoretische Fundierung der Figurenanalyse sowie die praktische Anwendung auf die Figur Staubfinger in drei verschiedenen Entwicklungsstadien.
Das Ziel ist es, Staubfinger als offene, mehrdimensionale Figur zu identifizieren und die Faktoren zu benennen, die seine Wandlung über die Buchbände hinweg steuern.
Es werden gängige narratologische Modelle genutzt, insbesondere die Figurenkonzeption nach Pfister und Gansel sowie die Figurencharakteristik nach Lahn/Meister und Jannidis.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Figur in der real-fiktiven Welt, der Tintenwelt sowie nach dem Tod des Charakters.
Wichtige Begriffe sind Figurenkonzeption, Figurencharakteristik, Narratologie, sowie die Einteilung in mimetische, thematische und synthetische Dimensionen.
Staubfinger ist komplex, da er sich als „runder Charakter“ zeigt, dessen Handlungen oft widersprüchlich wirken, psychologisch jedoch durch seine Vergangenheit und sein Schicksal motiviert sind.
Der Tod wirkt als Zäsur, die ihn von seinen Ängsten befreit, seine äußere Erscheinung wandelt und ihn schließlich zu einem Handel bewegt, der seine endgültige Transformation abschließt.
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