Examensarbeit, 2009
76 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Deduktive Argumentation bezüglich der Themenwahl
2.1 Das Neue Bild vom Lernenden Kind im frühkindlichen Bildungsprozess
2.2 Lesen- und Schreibenlernen geschieht nicht bewegungslos
2.3 Schriftspracherwerb und seine aktuelle gesellschaftliche Relevanz
2.4 Schriftsprache und Bewegung im Thüringer Bildungsplan
3. Bewegungserziehung in der elementaren Bildungsphase
3.1 Persönlichkeitsbildung
3.2 Sozial-Kompetenzerwerb
3.3 Kognitive Entfaltung
3.4 Gesundheitsförderung
4. Sensomotorische Integration und der Aufbau spezifischer Leistungen
4.1 Spielen als Auslöser und Träger von Bewegungsimpulsen
4.2 Rhythmik – Wahrnehmen, Segmentieren, Koordinieren, (Re-)Agieren
5. Definition und Funktion des frühkindlichen Schriftspracherwerbs
5.1 Graphomotorik
5.1.1 Bewegung und Rhythmik
5.1.2 Entwicklungsbedingte Schwierigkeiten
5.2 Phonologische Bewusstheit
5.2.1 Bewegung und Rhythmik
5.2.2 Entwicklungsbedingte Schwierigkeiten
6. Kausale Beziehungen zwischen Bewegung, Sprache und Schrift
7. Spezielle Bewegungserziehung auf dem Weg zur Schriftsprache
7.1 Anspruch, Voraussetzung, Zielstellung
7.2 Übungskonzept „Peter und der Wolf“
7.3 Prognosen zur Durchführung
8. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht, ob und wie die frühe Bewegungserziehung als präventive Maßnahme und Unterstützungsform für den Schriftspracherwerb von Kindern im Elementarbereich genutzt werden kann, um den Übergang zum schulischen Lesen- und Schreibenlernen zu erleichtern.
Sensomotorische Integration und der Aufbau spezifischer Leistungen
Auf dem Weg zur Sprache und zum Erwerb von Schriftsprache muß ein Mensch viele aufeinander aufbauende kognitive Entwicklungsstadien durchlaufen, die, wie bereits erwähnt, aus dem gelungenen Zusammenwirken von Wahrnehmungs- und Bewegungsprozessen resultieren. Speziell die komplexe Aktivierung verschiedener menschlicher Sinnesorgane ist hierbei von zentraler Bedeutung, um so die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus dem eigenen Körper und der Umwelt zu gewähren. Ohne den Kontakt zur Umwelt und zu sich selbst durch Reizerfahrung kann Sprache (Laut- oder Gebärdensprache bzw. die Verwendung von Lormen) nicht entstehen und somit auch keine Schriftsprache. Nach Loose et al. (1997) lassen sich daraus abgeleitet, die menschlichen Sinne unterteilen in „basale Perzeptionen“ (Nahsinne) und in „Teleperzeptionen“ (Fernsinne).
Zu Ersteren gehören, so Loose weiter, die Kinästhetik (Lage- u. Bewegungsempfinden), die Propriozeption (Tiefensensibilität, z. B. Schmerzempfinden), die taktile Perzeption (Oberflächensensibilität) und der Gleichgewichtssinn. Geschmackssinn (gustatorische Perzeption) und Geruchssinn (olfaktorische Perzeption) läßt sie unberücksichtigt, weil sie diese nicht mit Bewegungsverhalten in Verbindung bringt. Zu den Fernsinnen zählt Loose die visuelle Perzeption (das Sehen) und die auditive Perzeption (das Hören) als Grundleistungen. Die Nahsinne ermöglichen dem Kind in der frühen Entwicklung vor allem die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Die Fernsinne hingegen lassen Kontakte zur Umwelt entstehen (vgl. Loose et al. 1997, 51).
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit und Problematik der Schriftsprachförderung im Elementarbereich und stellt das Ziel der vorliegenden Magisterarbeit dar.
2. Deduktive Argumentation bezüglich der Themenwahl: Dieses Kapitel erörtert das konstruktivistische Bild des lernenden Kindes sowie die enge Verknüpfung von Bewegung, Denken und gesellschaftlicher Relevanz des Schriftspracherwerbs.
3. Bewegungserziehung in der elementaren Bildungsphase: Der Fokus liegt hier auf den Potenzialen der Bewegungserziehung für Persönlichkeitsbildung, Sozialkompetenz, kognitive Entwicklung und Gesundheitsförderung.
4. Sensomotorische Integration und der Aufbau spezifischer Leistungen: Dieses Kapitel erläutert die neurophysiologischen Grundlagen, bei denen Wahrnehmung und Bewegung ineinandergreifen, und beleuchtet die Rolle des Spielens sowie rhythmischer Formungen.
5. Definition und Funktion des frühkindlichen Schriftspracherwerbs: Es werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen diskutiert, das Konzept der Phasen des frühen Schriftspracherwerbs vorgestellt und die Bedeutung der Graphomotorik und phonologischen Bewusstheit betont.
6. Kausale Beziehungen zwischen Bewegung, Sprache und Schrift: Hier wird ein eigenes Stadien-Modell zur Beschreibung des Schriftspracherwerbs entwickelt, das die Verbindung zwischen motorischen Aktivitäten, Sprache und symbolischer Darstellung herstellt.
7. Spezielle Bewegungserziehung auf dem Weg zur Schriftsprache: Das Kapitel präsentiert ein praktisches Übungskonzept basierend auf dem Musikmärchen „Peter und der Wolf“, inklusive Zielsetzungen und Durchführungshinweisen.
8. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einer Resümee über die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf in der Elementarpädagogik.
Schriftspracherwerb, Bewegungserziehung, Elementarbereich, Graphomotorik, Phonologische Bewusstheit, Sensomotorische Integration, Rhythmik, Peter und der Wolf, Frühförderung, Sprachentwicklung, Motorik, Konstruktivismus, Lernphasen, Wahrnehmungsförderung, Pädagogik.
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Möglichkeiten, wie durch gezielte Bewegungserziehung im Elementarbereich Grundlagen für einen erfolgreichen späteren Schriftspracherwerb gelegt werden können.
Zentrale Themenfelder sind die motorische Entwicklung, die Bedeutung von Sensomotorik und Rhythmik, die Grundlagen des Schriftspracherwerbs sowie die Förderung von Graphomotorik und phonologischer Bewusstheit.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Kinder durch Bewegungserfahrungen und ein Verständnis für Rhythmik frühzeitig und ohne Leistungsdruck an die Welt der Schriftsprache herangeführt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer deduktiven Argumentation und einer Literaturanalyse, die aktuelle neurophysiologische und pädagogische Erkenntnisse verknüpft, um ein eigenes Modell der Schriftsprachanbahnung zu entwerfen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Wahrnehmung und Bewegung konkrete Übungsentwürfe, unter anderem basierend auf dem Musikmärchen „Peter und der Wolf“, zur Förderung der schriftsprachlichen Vorläuferkompetenzen detailliert vorgestellt.
Wichtige Begriffe sind „Sensomotorische Integration“, „Graphomotorik“, „Phonologische Bewusstheit“ und der „Spracherfahrungsansatz“ nach Brügelmann.
Es dient als zentrales Anwendungsbeispiel für ein Übungskonzept, durch das Kinder spielerisch, motorisch und auditiv an Symbole und Zeichen herangeführt werden.
Die Autorin betrachtet Rhythmik als wesentliches Element zur Strukturierung von Lernprozessen, das die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften fördert und die koordinative sowie auditive Wahrnehmung stützt.
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