Masterarbeit, 2024
102 Seiten
Diese Masterarbeit befasst sich detailliert mit den Gründen und Konsequenzen des Ausstiegs von Gründern aus ihren Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, eine fundierte Antwort auf die Frage zu geben, welche Faktoren die Ausstiegsentscheidung beeinflussen und welche wirtschaftlichen, sozialen und persönlichen Folgen für Unternehmen und Unternehmer entstehen, wobei ein besonderer Fokus auf geschlechtsspezifische Unterschiede gelegt wird.
4. Einflussfaktoren auf die Ausstiegsabsicht von Gründern
Im vorliegenden Abschnitt wird der Einfluss von Humankapitalmerkmalen von Gründern wie Bildung, unternehmerischer Erfahrung und Geschlecht auf die Absicht des Unternehmensausstiegs analysiert. Gleichzeitig wird die Perspektive durch die Lerntheorie gestützt, die besagt, dass Absichten viel wahrscheinlicher zu einem tatsächlichem Verhalten führen. Die Exit-Literatur verwendet hierfür den Begriff der Ausstiegsabsicht. Sowohl interne als auch externe Faktoren nehmen Einfluss auf die Umsetzung eines geplanten Unternehmensausstiegs (Ajzen, 2005; Douglas & Shepherd, 2002, S. 81; Kautonen et al., 2013, S. 697; Hsu et al., 2016, S. 613). Aufgrund dieser verschiedenen Einflussfaktoren befindet sich der Unternehmer in einer komplexen Entscheidungssituation, in der er zwischen dem Ausstieg aus dem Unternehmen und der Weiterführung des Unternehmens abwägen muss. Die Entscheidung der Unternehmensfortführung basiert auf einem Vergleich der oben genannten Merkmalen des Individuums sowie der Unternehmensleistung, die von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird, darunter unternehmerische Erfahrung, Bildungsniveau, Branchenerfahrung und Alter.
Bei Anwendung der Humankapitaltheorie kann eine positive Korrelation zwischen unternehmerischer Erfahrung und Fortführung festgestellt werden. Die empirischen Studien sind jedoch nicht schlüssig, ob zwischen den beiden Faktoren eine positive oder negative Korrelation besteht. Während eine Studie feststellt, dass unternehmerische Erfahrung die Wahrscheinlichkeit eines Ausstiegs verringert, ergab eine andere Studie, dass frühere Erfahrung die Wahrscheinlichkeit eines Ausstiegs erhöht. Andere Studien fanden wiederum keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen früherer Erfahrung und dem Unternehmensausstieg (Van Praag, 2003, S. 1; Jorgensen, 2005; Taylor, 1999, S. 140). Mit Hilfe der Theorie des sozialen Lernens lässt sich jedoch sagen, dass frühere unternehmerische Erfahrungen den unternehmerischen Erfolg prognostizieren. Darüber hinaus stellt die Studie über gewohnheitsmäßige Unternehmer fest, dass frühere Erfahrungen in der Unternehmensführung hilfreich sind, um zukünftige Unternehmen zu führen (Bandura, 1977; Ucbasaran, 2003, S. 207). Diese vorherigen Führungserfahrungen tragen dazu bei, dass zurückkehrende Unternehmer über umfangreichere finanzielle Ressourcen verfügen und leichteren Zugang zu Finanzierungsquellen haben. Dieser finanzielle Vorteil ermöglicht es dem Unternehmen, ein höheres Wachstumspotenzial zu erschließen (Colombo & Grilli, 2005, S. 795; Westhead & Wright, 1998, S. 173). Darüber hinaus setzen sich Unternehmer mit einem hohen Maß an unternehmerischer Erfahrung höhere Ziele und Leistungsschwellen für das Unternehmen und sind im Allgemeinen selbstbewusster. Diese Selbstüberschätzung ist im Vergleich zu Unternehmern ohne Erfahrung besonders ausgeprägt (DeTienne & Cardon, 2012, S. 358; Forbes, 2005, S. 623). Aufgrund des hohen Know-hows und des Zugangs zu Ressourcen erfahrener Unternehmer sind die Opportunitätskosten entsprechend hoch, so dass Unternehmer bei Nichterreichen der Leistungsschwellen eher einen Ausstieg in Betracht ziehen (DeTienne & Cardon, 2012, S. 358).
Auch wird diese Erkenntnis durch andere Autoren gestützt, die darauf hinweisen, dass Unternehmer Leistungsschwellen haben, deren Unterschreitung zur Auflösung des Unternehmens führen kann (Gimeno et al., 1997, S. 750). Zusätzlich sind Risikokapitalgeber der Ansicht, dass unternehmerische Erfahrung bei Investitionsentscheidungen von Vorteil ist, da sie die Kompetenz zum Aufbau und zur Veräußerung erfolgreicher Unternehmen signalisiert (Tyebjee & Bruno, 1984, S. 1051). Weiterhin stellen Wennberg et al. (2010, S. 372) fest, dass die zunehmende Erfahrung des Unternehmers die Wahrscheinlichkeit der Veräußerung des Unternehmens erhöht. Eine genauere Differenzierung der Ausstiegsoptionen zeigt, dass die unternehmerische Erfahrung positiv mit Ausstiegsoptionen wie Übernahmen oder Börsengängen korreliert. Andere Literatur hingegen zeigt eine Dissens hinsichtlich der negativen Korrelation zwischen unternehmerischer Erfahrung und dem unabhängigen Verkauf oder der Liquidation des Unternehmens (DeTienne & Cardon, 2012, S. 351f.). Unternehmerische Erfahrung kann ein Motivationsindikator dafür sein, das aktuelle Unternehmen zu verlassen, um das erworbene Wissen und die Ressourcen anderweitig gewinnbringend einzusetzen (DeTienne & Cardon, 2012, S. 358; Wennberg et al., 2010, S. 365).
Kapitel 1 - Einleitung: Beleuchtet die Bedeutung von Unternehmensgründungen für Wirtschaft und Gesellschaft, den Rückgang der Neugründungen 2022 und die Forschungslücke bezüglich Ausstiegsgründen und -konsequenzen von Gründern.
Kapitel 2 - Methodik: Beschreibt den literaturbasierten Forschungsansatz, der eine systematische Suche und Gliederung relevanter wissenschaftlicher Quellen umfasste, um ein tiefgehendes Verständnis für das Thema Gründerausstieg zu entwickeln.
Kapitel 3 - Theoretische Grundlagen: Erläutert die Definition von Gründertum, verschiedene Arten und Phasen der Unternehmensgründung sowie die Einbettung von Gründerausstiegen in diesen Kontext.
Kapitel 4 - Einflussfaktoren auf die Ausstiegsabsicht von Gründern: Analysiert, wie Humankapitalmerkmale wie Bildung, unternehmerische Erfahrung, Alter und Geschlecht die Absicht zum Unternehmensausstieg beeinflussen.
Kapitel 5 - Ausstiegsgründe von Gründern: Untersucht persönliche, berufliche, finanzielle und externe Motive, die Gründer zum Verlassen ihres Unternehmens bewegen, inklusive geschlechtsspezifischer Unterschiede.
Kapitel 6 - Konsequenzen des Gründerausstiegs: Beleuchtet die vielfältigen Auswirkungen des Ausstiegs sowohl auf das Unternehmen (Struktur, Leistung, Team) als auch auf den Unternehmer (psychische, wirtschaftliche Aspekte).
Kapitel 7 - Ausstiegswege: Stellt verschiedene strategische Optionen für den Ausstieg aus dem Unternehmen dar, wie Liquidation, Verkauf, Börsengang oder Management-Buy-out, und deren Hintergründe.
Kapitel 8 - Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der Familiennachfolge: Erörtert die spezifischen Schwierigkeiten und kritischen Erfolgsfaktoren bei der Übergabe von Familienunternehmen über Generationen hinweg.
Kapitel 9 - Fallbeispiele für die Familiennachfolge: Illustriert anhand konkreter Beispiele die praktischen Aspekte und Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung der Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben.
Kapitel 10 - Fazit: Fasst die Haupterkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und zeigt zukünftige Forschungsfelder auf, insbesondere im Hinblick auf psychische Aspekte und globale Unterschiede.
Unternehmensgründung, Gründerausstieg, Exit-Strategien, Familiennachfolge, Unternehmertum, Humankapital, psychische Gesundheit, Geschlechterunterschiede, Unternehmensleistung, Ressourcenmanagement, Start-up, Innovationsmanagement, Technologiemanagement, Unternehmensnachfolge, Gründer.
Diese Masterarbeit befasst sich mit den vielfältigen Gründen und Konsequenzen, die zum Ausstieg von Gründern aus ihren Unternehmen führen, und bietet einen detaillierten Überblick über dieses Phänomen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Einflussfaktoren auf die Ausstiegsabsicht, verschiedene Ausstiegsgründe (persönlich, beruflich, finanziell, extern), die Auswirkungen des Ausstiegs auf Unternehmen und Unternehmer, verschiedene Ausstiegsstrategien sowie die Herausforderungen der Familiennachfolge.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, welche Faktoren die Entscheidung von Unternehmensgründern zum Ausstieg beeinflussen und welche wirtschaftlichen, sozialen und persönlichen Konsequenzen sich daraus für das Unternehmen und den Unternehmer ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Recherche, die darauf abzielt, ein vertieftes Verständnis für das Thema Gründerausstieg zu entwickeln und relevante wissenschaftliche Quellen systematisch zu analysieren.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen der Unternehmensgründung, detaillierte Einflussfaktoren auf die Ausstiegsabsicht, spezifische Ausstiegsgründe, die Konsequenzen des Ausstiegs für alle Beteiligten, verschiedene Ausstiegswege sowie die Besonderheiten der Familiennachfolge inklusive Fallbeispiele.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Unternehmensgründung, Gründerausstieg, Exit-Strategien, Familiennachfolge, Unternehmertum, Humankapital, psychische Gesundheit, Geschlechterunterschiede, Unternehmensleistung und Ressourcenmanagement charakterisiert.
Die Arbeit untersucht, dass Frauen häufiger aus persönlichen Gründen wie familiären Verpflichtungen oder Umzug aussteigen, während Männer eher alternative Beschäftigungsmöglichkeiten oder finanzielle Gründe angeben. Zudem wird die Debatte um unterschiedliche Leistung von Männern und Frauen im Unternehmertum beleuchtet.
Die psychische Gesundheit, insbesondere Depressionen und Burnout, wird als entscheidender Faktor für die Bewältigung unternehmerischer Herausforderungen hervorgehoben. Eine geringere Selbstwirksamkeit aufgrund psychischer Probleme kann zu einer erhöhten Ausstiegsabsicht führen.
Besondere Herausforderungen sind die geringe Überlebensrate von Familienunternehmen über Generationen hinweg, mangelnde Nachfolgeplanung und potenzielle Konflikte zwischen Familie und Geschäft. Erfolgsfaktoren sind professionelles Beziehungsmanagement, klare Trennung von Familien- und Unternehmensangelegenheiten, sowie die frühzeitige und qualifizierte Vorbereitung des Nachfolgers.
Freiwillige Ausstiege können aus persönlichen oder finanziellen/beruflichen Opportunitätsgründen erfolgen, während unfreiwillige Ausstiege meist auf Misserfolg oder Insolvenz zurückzuführen sind. Die Literatur zeigt jedoch, dass auch schlechte Leistung nicht immer unfreiwillig ist und Ausstiege nicht zwangsläufig Scheitern bedeuten.
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