Bachelorarbeit, 2010
43 Seiten, Note: 2,5
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
I. Einleitung
II. Die Stellung der Frau in der DDR der 60er Jahre
III. Zur Funktion von Frauenzeitschriften in der DDR
IV. Die Sibylle 1960 – 1969
IV. 1. Daten, Fakten & Hintergründe
IV. 2. Mode & Fotografie
IV. 3. Darstellungen im Feuilleton
IV. 3. 1. Die Frau im Beruf
IV. 3. 2. Die Frau in der Familie
IV. 3. 3. Körperkult
IV. 4. Sonstige Themenbereiche im Überblick
V. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie das Frauenbild der DDR in den 1960er Jahren in der Zeitschrift "Sibylle" konstruiert und vermittelt wurde, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen staatlicher sozialistischer Ideologie und der alltäglichen Lebensrealität der Leserinnen liegt.
IV. 2. Mode & Fotografie
Die Intention der Redaktion war es, vor allem der berufstätigen Frau zu helfen, einen eigenen Stil zu finden, der ihrer Persönlichkeit und Lebenseinstellung gerecht wurde. „Ich wollte was Zeitgemäßes machen, was den Frauen entgegenkam, die unter diesen ökonomisch komplizierten und argen Verhältnissen leben und arbeiten mussten. Also konnte ich keine Cocktailkleider zeigen, sondern eine vernünftige Mode, die Berufstätigkeit in den Vordergrund stellte. Schön sollte sie sein, aber hauptsächlich vernünftig. Das war mein Credo.“32, so Dorothea Melis. Es war der redliche Versuch, im Kontext der Zeit neu zu beginnen, sich von alten Klischees zu lösen und die Mode entsprechend den gesellschaftlichen Bedingungen und den angestrebten Idealen von Schönheit und Klugheit erfassbar darzustellen. Transportiert werden sollte dies mit Hilfe der Fotografie.
Gestaltet wurden demnach Fotostrecken, auf denen die Mannequins nicht wie Püppchen in theatralischer Pose herumstehen, sondern sich wie normale Frauen gebärden.33 Professionelle Fotomodelle gab es in der DDR damals auch noch nicht. Zu sehen sind „richtige“ Frauen, meist junge Studentinnen der Hochschule in Weißensee, was dem gewünschten Image der jungen Frau „von nebenan“ sehr entgegenkam. Nicht mondän und damenhaft, sondern natürlich, klug, kritisch und anspruchsvoll sollten die Frauen wirken. Erotisches Flair wurde auf das Zarteste beschränkt. Die Frau war Freundin und Gefährtin, mädchenhaft bis ins Alter.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rolle von Frauenzeitschriften als Medium für weibliche Identität und ihre Funktion als Spiegel gesellschaftlicher Realitäten und Idealbilder.
II. Die Stellung der Frau in der DDR der 60er Jahre: Dieses Kapitel analysiert das sozialistische Frauenbild, das stark an Erwerbstätigkeit und ökonomische Unabhängigkeit geknüpft war, sowie die daraus resultierende Doppelbelastung der Frauen.
III. Zur Funktion von Frauenzeitschriften in der DDR: Hier wird die Rolle der Presse als Propagandamittel der SED dargelegt, das unter politischer Kontrolle stand und darauf abzielte, sozialistische Verhaltensweisen zu formen.
IV. Die Sibylle 1960 – 1969: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die Entwicklung des Magazins "Sibylle", seine redaktionellen Hintergründe, die Bedeutung von Modefotografie und die spezifischen Darstellungen von Frauen in unterschiedlichen Lebensbereichen.
V. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert, dass die "Sibylle" ein pauschalisiertes, leistungsorientiertes Frauenbild vermittelte, das jedoch innerhalb der gegebenen ideologischen Doktrin Freiräume für eine moderne Ästhetik und positive Identifikation bot.
DDR, Sibylle, Frauenzeitschrift, Frauenbild, Emanzipation, Sozialismus, Berufstätigkeit, Mode, Fotografie, Körperkult, Geschlechterrolle, Alltagskultur, SED, Ideologie, 1960er Jahre.
Die Arbeit analysiert die Darstellung des Frauenbildes in der DDR-Zeitschrift "Sibylle" während der Jahre 1960 bis 1969 vor dem Hintergrund des sozialistischen Systems.
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Frau im Beruf, in der Familie sowie dem Körperkult und wie diese Bereiche durch die staatlich gelenkte Presse beeinflusst wurden.
Die Arbeit fragt, inwieweit das in der "Sibylle" vermittelte Frauenbild den offiziellen Propagandavorgaben entsprach und in welchem Maße es gleichzeitig die tatsächliche Lebensrealität der DDR-Frauen widerspiegelte.
Die Arbeit basiert auf einer inhaltsanalytischen Untersuchung von 40 Ausgaben der Zeitschrift "Sibylle", ergänzt durch historische Kontextualisierung und Literaturanalyse zur DDR-Frauenpolitik.
Der Hauptteil analysiert die redaktionelle Intention, die Rolle von Mode und Fotografie als visuelles Mittel sowie die spezifische Berichterstattung zu den Themenkomplexen "Frau im Beruf", "Frau in der Familie" und "Körperkult".
Wichtige Begriffe sind DDR-Frauenbild, sozialistische Identität, Doppelbelastung, Emanzipation von oben und die Rolle der Mode als kulturelles Sprachrohr in einem restriktiven System.
Die Redaktion unterlag der ständigen Kontrolle durch das ZK der SED, was unter anderem dazu führte, dass gesellschaftskritische Themen, alleinerziehende Mütter oder "unangepasste" Lebensentwürfe in der Zeitschrift kaum vorkamen.
Obwohl die "Sibylle" ebenfalls unter politischer Kontrolle stand, zeichnete sie sich durch ein ästhetisch höheres Niveau und eine modernere Bildsprache aus, die über reine politische Indoktrination hinausging.
Nein, die "Sibylle" war keine explizite Oppositionspublikation. Sie nahm sich jedoch künstlerische Freiräume und versuchte, der Frau durch Mode und kulturelle Themen ein Stück Individualität innerhalb des sozialistischen Alltags zu ermöglichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

