Bachelorarbeit, 2010
70 Seiten, Note: 1.5
1.Sterben und Tod
1.1 Der Tod und seine Definition
1.2 Sterben und seine Definition
1.2 Die Geschichte des Todes
1.2.1 Der gezähmte Tod vs. der verwilderte Tod
1.3 Veränderter Umgang mit dem Tod in der Moderne
1.4 Hospiz und Palliative Care
1.4.1 Selbstverständnis der Palliative Care
1.4.2 Würde der Sterbenden
1.5 Soziale Arbeit in der Palliative Care
1.6 Fazit
2. Geistige Behinderung
2.1 Bezeichnung der Schweregrade geistiger Behinderung
2.2 Besonderheiten der Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung
2.2.1 Folgen der Einschränkungen im kognitiven Bereich
2.2.2 Angst bei Menschen mit geistiger Behinderung
2.2.3 Menschen mit geistiger Behinderung und kritische Lebensereignisse und altersnormierte Krisen
2.3 Psychosoziale Entwicklung nach Erikson bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
2. 4 Menschen mit geistiger Behinderung im Alter
2.4.1 Prozess des Altwerdens bei Menschen mit geistiger Behinderung
2.4.3 Periodeneffekte
2.5 Fazit
3.Sterben und Tod von Menschen mit geistiger Behinderung im stationären Kontext
3.1 Organisation
3.1.1 Stationärer Bereich
3.2 Professionelle Unterstützung anhand eines interdisziplinären Teams
3.2.1 Unterschiedliche Lebensphasen des sterbenden Menschen und der Fachpersonen
3.3 Sterben und strukturelle Bedingungen
3.4 Eingeschränktes Informationsangebot
3.4.1 Todesverständnis von Menschen mit geistiger Behinderung in der Fremdeinschätzung
3.4.2 Todesverständnis bei Menschen mit geistiger Behinderung in der Selbsteinschätzung
3.5 Fallbeispiele
3.5.1 Fallbeispiel zu Irreversibilität
3.5.2 Fallbeispiel zu Nonfunktionalität
3.5.3 Fallbeispiel zu Universalität
3.6 Kommunikation in der Begleitung von sterbenden Menschen mit geistiger Behinderung
3.7 Sterbeprozess von Menschen mit geistiger Behinderung
3.8 Körperlicher Prozess am Lebensende
3.9 Fazit
4. Sozialpädagogik und Begleitung von sterbenden Menschen mit geistiger Behinderung
4.1 Sterbebegleitung als sozialpädagogisches Handlungsfeld
4.1.1 Orientierung an der Kategorie „Subjekt“
4.1.2 Orientierung an der Kategorie „Ort“
4.1.3 Orientierung an der Kategorie „Pädagogischer Bezug“
4.2 Positionierung und Aufgabenstellung
4.3 Theoretische Ansätze und Arbeitsformen
4.4 Adressatenbezogene Handlungsebene
4.4.1 Hilfsprozessplanung nach Hiltrud von Spiegel
4.4.2 Biografiearbeit
4.4.3 Kreative Verfahren
4.4.4 Raumgestaltung
4.4.5 Angehörigenarbeit
4.4.6 Rituale
4.5 Organisationsbezogene Handlungsebene
4.6 Gesellschaftspolitische Handlungsebene
4.7 Psychohygiene im sozialpädagogischen Alltag
4.8 Fazit
5. Schlussfolgerung
5.1 Überprüfung der Fragestellung
5.2 Weitere Anmerkungen
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit geistiger Behinderung in stationären Einrichtungen am Ende ihres Lebens angemessen begleitet werden können, wobei die Rolle der Sozialpädagogik als zentrales Element zur Gestaltung einer würdevollen Sterbekultur identifiziert wird.
3.6 Kommunikation in der Begleitung von sterbenden Menschen mit geistiger Behinderung
Franke macht auf die Besonderheiten der Kommunikation bei der Begleitung kranker und sterbender Menschen mit einer geistigen Behinderung aufmerksam. Wenn Menschen mit geistiger Behinderung Worte wie „Schmerz“, „Angst“ „Sterben“ und „Tod“ benutzen, verbinden sie damit nicht automatisch dessen Wortinhalt. Die gesamte Breite und Tiefe einer Wortbedeutung kann anders in Verbindung gebracht werden, als angenommen wird. So kann es dazu kommen, dass bei der Verwendung gleicher Worte ein eingeschränkter Wortinhalt verstanden und gemeint wird. Franke betont, dass die einfache Wiederholung bereits gehörter Worte als Verständigungsprüfung nicht ausreicht. Besonders bei wichtigen Gesprächen muss immer überprüft werden, was der Mensch mit geistiger Behinderung tatsächlich verstanden hat. Dabei ist es hilfreich, alles zu wiederholen und erklären zu lassen, was soeben erzählt wurde. Ein weiteres Instrument sind Bildmaterialien. So kann beispielsweise erklärt werden, was bei einer Operation im Wesentlichen gemacht wird. Mit Bildern kann die Kommunikation unterstützt werden und der Unterschied vor und nach der Operation wird verdeutlicht (vgl. Franke, 2010, S. 337).
Oft kann, aufgrund der Schwere der Behinderung, sprachlich ein Mensch kaum bis gar nicht erreicht und von einer lautsprachlichen Verständigung kann nicht ausgegangen werden. Laut Franke sollten begleitende Personen die Haltung haben, dass auch ein Mensch mit geistiger Behinderung Veränderungen der Gesundheit spürt, selbst wenn dafür keine Worte oder Ausdrucksmöglichkeiten gefunden werden können. Franke (2010) hält zusätzlich fest: „Die Wahrnehmung und Äusserung von Krankheiten, zusätzliche Beeinträchtigungen und Schmerzen bei Menschen mit geistiger Behinderung sind so individuell, wie die Menschen und hängen von der Schwere der geistigen Behinderung ab. Die Äusserungen haben nicht unbedingt eine lautsprachliche Form, sondern werden häufig über das Verhalten und hier vor allem über die Verhaltensänderungen sichtbar“ (S. 337). Franke konnte bei einer sterbenden Frau mit Brustkrebs keine Äusserung bezüglich der Schmerzen beobachten. Zudem waren keine Veränderungen in ihrem Verhalten erkennbar. Bis zu ihrem Tod machte sie keine verbalen Schmerzäusserung (vgl. Franke, 2010, S. 337).
1.Sterben und Tod: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Sterbens und Todes, die historische Entwicklung des Sterbens sowie die Konzepte von Palliative Care und die Rolle der Sozialen Arbeit.
2. Geistige Behinderung: Hier werden die Merkmale, Entwicklungsbesonderheiten und die Lebenssituation alternder Menschen mit geistiger Behinderung sowie die Bedeutung von Diagnosen und Periodeneffekten dargestellt.
3.Sterben und Tod von Menschen mit geistiger Behinderung im stationären Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifischen Herausforderungen, das Informationsangebot, das Todesverständnis und den Sterbeprozess innerhalb stationärer Einrichtungen.
4. Sozialpädagogik und Begleitung von sterbenden Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel diskutiert das sozialpädagogische Handlungsfeld, die Methoden wie Hilfsprozessplanung und Biografiearbeit sowie die Notwendigkeit von Psychohygiene für Fachkräfte.
5. Schlussfolgerung: Hier werden die Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und die zentralen Anforderungen an eine würdevolle Sterbebegleitung für Menschen mit geistiger Behinderung reflektiert.
Sterbebegleitung, geistige Behinderung, stationärer Kontext, Sozialpädagogik, Palliative Care, Sterbeprozess, Biografiearbeit, Hilfsprozessplanung, Lebensqualität, Hospizbewegung, Psychohygiene, Todesverständnis.
Die Arbeit befasst sich mit der Sterbebegleitung von Menschen mit geistiger Behinderung in stationären Einrichtungen und untersucht, wie diesen Menschen ein würdevolles Sterben ermöglicht werden kann.
Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Umgang mit Tod, die Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung, spezifische Herausforderungen im stationären Kontext sowie die Rolle der Sozialpädagogik in der Sterbebegleitung.
Die Autorin geht der Frage nach, was im Sterbeprozess von Menschen mit geistiger Behinderung in stationären Einrichtungen beachtet werden muss und welche Handlungsperspektiven die Sozialpädagogik hierfür bieten kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung theoretischer Konzepte, um den sozialpädagogischen Handlungsbedarf theoretisch zu begründen und praxisorientierte Ansätze abzuleiten.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des Sterbens, die Besonderheiten der Zielgruppe, die organisatorischen Rahmenbedingungen in Wohnheimen und konkrete sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten (wie Biografiearbeit und Hilfsprozessplanung) diskutiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sterbebegleitung, geistige Behinderung, Palliative Care, Sozialpädagogik, stationärer Kontext und Biografiearbeit charakterisiert.
Biografiearbeit hilft dabei, das gelebte Leben wertzuschätzen, Bedürfnisse besser zu verstehen und Sicherheit sowie Geborgenheit durch die Beibehaltung bekannter Gewohnheiten zu vermitteln.
Da die Begleitung sterbender Menschen eine hohe emotionale Belastung darstellt, ist aktive Psychohygiene notwendig, um die eigene Arbeitsfähigkeit zu erhalten, Überforderung zu vermeiden und die notwendige professionelle Distanz zu wahren.
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