Forschungsarbeit, 2010
21 Seiten
Die vorliegende Arbeit erforscht die Semantik sprachlicher Kategorien und präsentiert eine evolutionär-semantische Kategorisierungstheorie namens „Vorstellungsmuster“. Die Arbeit analysiert verschiedene Ansätze, darunter die Merkmalsemantik und die Prototypensemantik, um deren Stärken und Schwächen aufzuzeigen und die Notwendigkeit eines neuen Ansatzes zu begründen.
Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Kategorisierungen in der menschlichen Kognition und stellt die beiden etablierten Ansätze der Merkmalsemantik und der Prototypensemantik vor. Sie gibt einen Überblick über deren Argumentationsstrukturen und zeigt deren Grenzen auf.
Dieser Abschnitt befasst sich mit der fundamentalen Bedeutung von Kategorisierungen für das Überleben und die erfolgreiche Lebensstrategie des Menschen in einer komplexen Welt.
Dieser Abschnitt beschreibt die grundlegenden Annahmen der Merkmalsemantik, die auf einer strukturellen Analyse der Bedeutung von Wörtern basiert. Die Dekompositionstheorie der Merkmalsemantik zerlegt die Wortbedeutung in semantisch diskrete Einheiten, sogenannte Seme. Der Abschnitt beleuchtet die Prinzipien der Minimalpaarbildung und die Unterscheidung zwischen Marker und Distinguisher.
Dieser Abschnitt stellt die Prototypensemantik als eine kognitive Erweiterung der Merkmalsemantik vor. Die Prototypensemantik greift auf psychologische Untersuchungen von Eleanor Rosch zurück, die auf drei Ebenen der sprachlichen Kategorisierung verweisen: subordinate level, basic level und superordinate level. Der Abschnitt erläutert die Basisebene als psychologisch fundamentalste Ebene, die anhand von vier Eigenschaften charakterisiert wird.
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen der sprachlichen Kategorien, der Semantik, der Merkmalsemantik, der Prototypensemantik, der evolutionären Semantik, der Kategorisierungstheorie, der Vorstellungsmuster, der menschlichen Kognition und den kognitiven Fähigkeiten.
Die Merkmalsemantik zerlegt Wortbedeutungen in kleinste diskrete Einheiten (Seme). Die Prototypensemantik hingegen basiert auf kognitiven Kategorien, bei denen Vertreter einer Kategorie unterschiedlich typisch (Prototypen) sein können.
Der Ansatz der „Vorstellungsmuster“ sieht Kategorisierung als überlebenswichtige Strategie, um die Umwelt schnell zu erfassen und richtig zu beurteilen.
Rosch unterscheidet die untergeordnete Ebene (subordinate), die Basisebene (basic level) und die übergeordnete Ebene (superordinate). Die Basisebene gilt dabei als psychologisch fundamental.
Es handelt sich um eine neue Herangehensweise, die über die bloße Erweiterung der Prototypentheorie hinausgeht und Antworten auf semantische Fragen liefert, die bisherige Theorien nicht hinreichend klären konnten.
In einer komplexen und pluralistischen Welt ermöglicht Kategorisierung dem Menschen, soziale Strukturen und die physische Umwelt effizient zu organisieren und zu begreifen.
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