Fachbuch, 2011
31 Seiten
1 Einleitende Vorbemerkungen
1.1 Anmerkungen zur Perikopenauswahl
1.2 Abgrenzung der Perikope
2 Textkritische Analyse
2.1 Textkritischer Befund
2.2 Textkritik zum Versschluss von Mt 5,30
2.3 Ergebnis: Textgrundlage
3 Synchrone Literarkritik
3.1 Kontext der Perikope
3.1.1 Makrokontext der Bergpredigt
3.1.2 Inhaltlicher Aufbau des Beginns der Bergpredigt
3.1.3 Stellung der Perikope innerhalb der Bergpredigt
3.1.4 Abgrenzung und Mikrokontext
3.2 Intertextualität
3.3 Semantische Einzelanalysen
3.3.1 Die Ehe brechen
3.3.2 Lüstern ansehen
3.4 Gliederung der Perikope
4 Form- und Gattungskritik
5 Motiv- und Traditionskritik
5.1 Ehebruch im Alten Testament
5.2 Die Bedeutung von Herz im Alten Testament
5.3 Körperliche Unversehrtheit versus Sündenlosigkeit
5.4 Das Auge als Fenster zur Welt – und zum Bösen
6 Überlieferungs- und Redaktionskritik
6.1 Quellen des Matthäusevangeliums
6.2 Vorlagen und Redaktion der Bergpredigt
6.3 Traditions- und Redaktionskritik von Mt 5,21-48
6.4 Quellenlage der Perikope über den Ehebruch
6.5 Zusammenfassung
7 Einzelauslegung
7.1 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist
7.2 Du sollst nicht die Ehe brechen
7.3 Ich aber sage euch
7.4 Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht
7.4.1 ... eine Frau
7.4.2 ... auch nur lüstern ansieht
7.4.3 ... im Herzen Ehebruch begangen
7.5 Das Auge, die Hand und die Hölle
7.5.1 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt
7.5.2 ... wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt
7.5.3 ... dann reiß es aus / hau sie ab und wirf es / sie weg!
7.5.4 Denn es ist besser für dich
7.6 Fazit: Wider den laschen Umgang mit dem sechsten Gebot
8 Theologische Kritik
8.1 Die Frage nach der Grundintention der Gesetzesdeutungen
8.2 Es geht nicht mehr nur um Sex
8.3 Bruch der eigenen Ehe?
9 Historische Rückfrage
10 Wirkungsgeschichte
10.1 Exzessive Sexualfeindlichkeit
10.2 Tugendethische Ansätze
10.3 Skandalon-Sprüche
11 Zusammenfassung
Haltung annehmen! – Versuch eines homiletischen Ertrags
Diese wissenschaftliche Untersuchung hat zum Ziel, die methodischen Schritte der bibelwissenschaftlichen Exegese am Beispiel von Mt 5,27-30 exemplarisch vorzuführen, um ein tieferes und präziseres Textverständnis zu ermöglichen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Jesus durch die Radikalisierung des 6. Gebots eine neue ethische Grundhaltung einfordert, die über ein rein formal-juristisches Gesetzesverständnis hinausgeht.
3.1.2 Inhaltlicher Aufbau des Beginns der Bergpredigt
Die Beobachtungen an der Gliederung von Mt lassen den Schluss zu, dass an dieser Stelle Programmatisches folgen wird: Die Lehre Jesu beginnt mit den Seligpreisungen, die wohl zu den dichtesten Textabschnitten des Neuen Testaments zu zählen sind, die abschließenden Bildworte vom „Salz der Erde“ (5,13) und „Licht der Welt“ (5,14) sind so etwas wie ihr Höhepunkt.
Ein (scheinbarer) inhaltlicher Einschnitt folgt dann in V. 17: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ Der Vers stellt eine Pointe dar, aber keinen Wendepunkt: Das vorschnelle Urteil, die Seligpreisungen und die daran anschließenden Vergleiche würden eine Loslösung oder gar Abwendung vom mosaischen Gesetz bedeuten, wird fast schroff zurückgewiesen und das Gegenteil wird bekräftigt: Die Verkündigung Jesu bedeutet nicht einmal die kleinste Abweichung davon, sondern es wird eine Erfüllung der Intention nach angekündigt. Die kommenden Abschnitte der Bergpredigt konkretisieren dies an Themen, die man grob den Bereichen Ethik (Kap. 5 und 7) und Spiritualität (Kap. 6 und 7) zuordnen könnte.
1 Einleitende Vorbemerkungen: Einführung in die Zielsetzung der methodischen Arbeit und die Begründung der Perikopenauswahl.
2 Textkritische Analyse: Untersuchung der griechischen Textgrundlage und Sicherung des zu bearbeitenden Textabschnitts.
3 Synchrone Literarkritik: Einbettung der Perikope in den Makrokontext der Bergpredigt sowie detaillierte Wort- und Strukturanalysen.
4 Form- und Gattungskritik: Einordnung des Textes in seine literarische Form als Teil einer Spruchsammlung innerhalb der Bergpredigt.
5 Motiv- und Traditionskritik: Untersuchung alttestamentlicher Bezüge wie Ehebruch und der Rolle des „Herzens“ in der jüdischen Anthropologie.
6 Überlieferungs- und Redaktionskritik: Analyse der Quellenlage und der redaktionellen Gestaltung des Textes durch den Evangelisten Matthäus.
7 Einzelauslegung: Detaillierte Exegese der einzelnen Verse zur Offenlegung der ethischen Radikalisierung Jesu.
8 Theologische Kritik: Reflexion über die Grundintention der Gesetzesdeutung und die Bedeutung der Herz-Orientierung.
9 Historische Rückfrage: Kritische Auseinandersetzung mit der Historizität der Überlieferung im Hinblick auf Jesu Verhältnis zu Frauen.
10 Wirkungsgeschichte: Darstellung der Auslegungsgeschichte von exzessiver Sexualfeindlichkeit bis hin zu tugendethischen Ansätzen.
11 Zusammenfassung: Synthese der exegetischen Ergebnisse und Versuch einer homiletischen Übertragung in die heutige Zeit.
Bergpredigt, Matthäusevangelium, Ehebruch, Sechstes Gebot, Exegese, Bibelauslegung, Tora, Herz, Ethik, Radikalisierung, Treue, Gesetzeserfüllung, Sünde, Religion, Moral
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der Perikope Mt 5,27-30, um die methodische Arbeitsweise der neutestamentlichen Exegese zu demonstrieren und die ethische Lehre Jesu zum 6. Gebot zu untersuchen.
Zentrale Themen sind die Auslegung von Ehebruch, die Bedeutung der Herz-Gesinnung im Kontext des Gesetzes, die Rolle der Bergpredigt und die Radikalisierung ethischer Forderungen durch Jesus.
Das Ziel ist es, durch die Anwendung exegetischer Methoden zu zeigen, dass Jesus das Gesetz nicht aufhebt, sondern durch eine radikale ethische Grundhaltung „erfüllt“.
Es kommen die gängigen Methoden der historisch-kritischen Bibelforschung zur Anwendung, darunter Textkritik, synchrone Literarkritik, Gattungskritik, Traditionskritik sowie Überlieferungs- und Redaktionskritik.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Analyse des griechischen Textes, die Kontextualisierung in der Bergpredigt, die Untersuchung der Begriffe „Ehebruch“ und „Lüsternheit“ sowie die Auseinandersetzung mit der Wirkungsgeschichte der Texte.
Wichtige Begriffe sind Bergpredigt, Ehebruch, Tora, Gesetzeserfüllung, Herz-Anthropologie, Exegese und ethische Radikalisierung.
Der Autor versteht dies als Verlagerung des Tatbestands vom rein äußeren Handeln hin zu einer inneren Haltung, die jede Form von Treuebruch und Instrumentalisierung anderer Menschen ausschließt.
Diese drastischen Illustrationen dienen als rhetorische Mittel, um die absolute Vorrangstellung der Gottesbeziehung und der ethischen Integrität gegenüber allen anderen, auch als lebenswichtig empfundenen, Aspekten des irdischen Lebens zu unterstreichen.
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