Bachelorarbeit, 2010
48 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
1. Sekundärliteratur
2. Quellen
a) spätantike lateinische Quellen
b) byzantinische Quellen
c) orientalische Quellen
3. Das Römische Reich in der Krise?
4. Die sasanidisch-römischen Beziehungen
II. Schabuhrs Agogai und die Gefangennahme Valerians
1. Die erste Agoge
2. Die zweite Agoge
3. Valerians Werdegang
4. Die Datierung der dritten Agoge
5. Die dritte Agoge
6. Valerians Schicksal nach Edessa
III. Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die historischen Hintergründe und Umstände der Gefangennahme des römischen Kaisers Valerian durch den Sasanidenkönig Schabuhr I. im Jahr 260 n. Chr. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu analysieren, Widersprüche in der antiken Quellenlage zu identifizieren und eine präzise zeitliche Einordnung dieses Ereignisses vorzunehmen.
3. Das Römische Reich in der Krise?
Das Römische Reich befand sich im dritten Jahrhundert an fast allen Grenzen in der Defensive, denn sowohl in Mitteleuropa als auch im Osten wuchsen neue starke Gegner heran. An Rhein und Donau sorgten Franken, Alamannen, Vandalen und Goten zunehmend für Probleme; im Osten entstand das Sasanidenreich, das sich möglicherweise von Anfang an zur Nachfolge des ehemaligen Weltreichs der Achaimeniden bekannte und somit in direkte Konkurrenz zu Rom trat.19
Quellen wie der Panegyricus des Jahres 297 haben dazu beigetragen, dass die Geschichtsforschung lange von einer alles umfassenden Reichskrise im dritten Jahrhundert ausging: „Damals war der Staat (…) fast an allen Gliedern verstümmelt; damals hatte der Parther sich allzu hoch erhoben und der Palmyrener sich auf gleiche Stufe gestellt; ganz Ägypten und die syrischen Provinzen waren abgefallen, verloren Raetien, Noricum und die pannonischen Provinzen verwüstet; sogar Italien, Herrin der Völker, war in den Trauer um den Untergang sehr vieler eigener Städte.“20
I. Einleitung: Überblick über die verwendete Forschungsliteratur, die problematische Quellenlage sowie eine historiographische Einordnung der Reichskrise des dritten Jahrhunderts und der römisch-persischen Beziehungen.
II. Schabuhrs Agogai und die Gefangennahme Valerians: Detaillierte Analyse der drei Feldzüge Schabuhrs, des Lebensweges Valerians, der Datierungsproblematik der Ereignisse um 260 n. Chr. sowie der verschiedenen Überlieferungen zum Schicksal des gefangenen Kaisers.
III. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Folgen der Gefangennahme für das Kaisertum, die Regierungszeit des Gallienus sowie die Stabilisierung des Reiches unter Diokletian.
Valerian, Schabuhr I., Sasanidenreich, Römische Reichskrise, Soldatenkaiser, Agoge, Gefangennahme, Edessa, Gallienus, Quellenkritik, Datierung, Militärgeschichte, Persien, Spätantike, Geschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Rekonstruktion der Gefangennahme des römischen Kaisers Valerian durch den Sasanidenkönig Schabuhr I. im Jahr 260 n. Chr.
Die zentralen Themen sind die sogenannte Reichskrise des dritten Jahrhunderts, die sasanidisch-römische Außenpolitik, die militärischen Feldzüge Schabuhrs und das Schicksal Valerians in persischer Gefangenschaft.
Die Arbeit untersucht, unter welchen Umständen Valerian in Gefangenschaft geriet, wie diese Ereignisse historisch datiert werden können und wie die Quellenlage die Bewertung dieser historischen Zäsur beeinflusst.
Der Autor nutzt eine quellenkritische Methode, bei der verschiedene spätantike, byzantinische und orientalische Texte (wie die ŠKZ) gegenübergestellt und im Kontext der modernen Forschungsliteratur bewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei Agogai Schabuhrs, den Werdegang Valerians, die Problematik der Datierung sowie eine detaillierte Betrachtung des Schicksals des Kaisers nach der Schlacht bei Edessa.
Neben Valerian und Schabuhr I. sind Begriffe wie Sasanidenreich, Soldatenkaiser, Edessa, Quellenkritik und die Krise des dritten Jahrhunderts prägend für die Arbeit.
Der Autor stellt Gallienus als einen Herrscher dar, der trotz der Herausforderungen durch die Gefangennahme seines Vaters, interne Usurpationen und äußere Bedrohungen seine Herrschaft festigen konnte und politische Reformen einleitete, die den Weg für Diokletian bereiteten.
Die ŠKZ wird als eine der wichtigsten, wenn auch tendenziösen Quellen betrachtet, die trotz ihrer propagandistischen Ausrichtung unersetzliche historische Details über die Feldzüge und die Behandlung römischer Gefangener liefert.
Der Autor hinterfragt dieses Bild kritisch und deutet es als christliches Wunschdenken bzw. als romanhaftes Element späterer Geschichtsschreiber, hält jedoch fest, dass eine öffentliche Demütigung des Kaisers historisch plausibel erscheint.
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