Masterarbeit, 2025
77 Seiten, Note: 1,2
Diese Masterarbeit untersucht die vielfältigen Schnittstellen zwischen Kunst und Mode mit dem primären Ziel zu klären, inwiefern Mode als eigenständige Kunstform anerkannt werden kann und welche Voraussetzungen sie dafür erfüllen muss. Sie beleuchtet die historische und konzeptuelle Entwicklung beider Disziplinen und deren gegenseitige Beeinflussung.
3.1. Kleid oder Bild. Kreative Liaison oder Kollaboration von Kunst und Mode.
Kunst als direkte Inspiration ist offensichtlich in den Kreationen von Yves Saint Laurent, dem Modeschöpfer, der die Branche auf Olymp erhoben hat. 1965 hat Saint Laurent eine Modekollektion entwickelt, die auf den Werken von modernen Künstlern basierte, darunter Serge Poliakoff, Kasimir Malewitsch und vor allem Piet Mondrian, dem Vertreter von De Stijl. In den sechs nach Mondrian designten Cocktailkleidern wurde die Übersetzung der Bilder von Mondrian erreicht. Diese wurden zum Aushängeschild der Kollektion und bekamen den Spitznamen „Mondrian Collection".
YSL sind die berühmtesten Initialen der Modewelt. Die Kleider waren aufwendig hergestellt. Das gestalterische Grundelement sind die Farbblöcke in Primärfarben (hier Ultramarin statt der Primärfarbe Cyan und Rot statt Magenta), die in die Kleider reingeschneidert und reingenäht und nicht einfach gefärbt wurden. Geometrie und teilweise Symmetrie bestimmen das Design der Meisterstücke. Um sicherzugehen, dass die Designs richtig eingehalten werden, hat Laurent die Erstellung selbst beaufsichtigt. Das Gewicht der Kleider (ursprünglich aus Wolle gefertigt) ließ sie ab Schulter steif und unbeweglich hängen. Das verstärkte die Wirkung der Kleider als Kunststücke. Die Kleider betraten die Modebühne genau zum richtigen Zeitpunkt und lösten einen Hype aus, prägten mit ihren schlichten, geometrischen Mustern den Modestil der 60er Jahre. Die Kleider wirken schon fast wie die Leinwände von Mondrian und Kopf und Beine ragen heraus wie damals bei einem Sandwichmann aus der Werbetafel (vgl. Smith/Kubler, 2013, S. 24).
Kapitel 1. Einleitung und Zusammenfassung: Dieses Kapitel führt in die Forschungsfrage ein, ob Mode als Kunstform anerkannt werden kann, und beleuchtet die historische Entwicklung von Kleidung als Bedeckung und individuellen Ausdruck.
Kapitel 2. Mode: Begriffsabgrenzung, Funktionen. Mode und Kunst allgemein.: Hier werden die Begriffe Mode und Kleidung voneinander abgegrenzt, ihre Funktionen als nonverbale Kommunikationsmittel analysiert und ihre gesellschaftliche Rolle beleuchtet.
Kapitel 3. Kunst auf dem Laufsteg.: Das Kapitel untersucht die Schnittstellen zwischen Kunst und Mode anhand von Beispielen bekannter Modedesigner, die sich von Kunst inspirieren lassen oder Kunst in ihre Kreationen integrieren.
Kapitel 4. Wenn Mode zum wichtigsten Sujet des Bildes wird: Es wird analysiert, wie Mode in der bildenden Kunst als zentrales Motiv dient und dabei symbolische sowie soziale Bedeutungen in Werken wie Gemälden von Klimt und van Eyck offenbart.
Kapitel 5. Mode plus Kunst mehr als eine Symbiose: Ein Individuum: Dieses Kapitel betrachtet, wie Künstler wie Joseph Beuys und Erwin Wurm Modeelemente in ihre Kunstwerke integrieren und damit die Grenzen der reinen Funktionalität von Mode überschreiten.
Kapitel 6. Quo vadis?: Es diskutiert die wachsende Akzeptanz von Mode in Museen und Galerien und plädiert für eine gleichberechtigte Anerkennung von Modekunstwerken im Kunstsystem.
Kapitel 7. Die oberflächlichen Hüllen seiner selbst: Hier wird die Jugendmode als wichtiges Kommunikationsmedium und Ausdruck der Identität erforscht, wobei die Rolle von Subkulturen und die Entfunktionalisierung von Kleidung hervorgehoben werden.
Kapitel 8. Mode im Kunstunterricht.: Das Kapitel stellt ein schulisches Projekt namens "Mode aus Müll" vor, das Schülerinnen und Schülern ermöglicht, sich kreativ und nachhaltig mit Mode und Design auseinanderzusetzen.
Kapitel 9. Fazit.: Zusammenfassend argumentiert das Fazit, dass Mode eine eigenständige Kunstform ist, die den Zeitgeist widerspiegelt, und plädiert für ihre vollständige Anerkennung in der Kunstgeschichte.
Mode als Kunstform, Kunst und Mode, Modedesign, Kleidung, Jugendmode, Identität, Kreativität, Nachhaltigkeit, Performancekunst, Haute Couture, Surrealismus, Joseph Beuys, Yves Saint Laurent, Elsa Schiaparelli, Modeskulptur
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und inwiefern Mode als eigenständige Kunstform anerkannt werden kann, indem sie die Schnittstellen und Wechselwirkungen zwischen Mode und Kunst beleuchtet.
Zentrale Themenfelder sind die Begriffsabgrenzung von Mode und Kunst, die Kollaboration zwischen Designern und Künstlern, die Darstellung von Mode in der bildenden Kunst, die Bedeutung der Jugendmode und die Integration von Mode in den Kunstunterricht.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage „Inwiefern kann Mode als eine Kunstform anerkannt werden?" und „Welche Voraussetzungen muss die Mode erfüllen, um als eine Kunstform angesehen zu werden?" zu beantworten.
Die Arbeit verfolgt eine multidisziplinäre Analyse, die Fallbeispiele aus der Modegeschichte und Kunst, theoretische Abgrenzungen und die praktische Anwendung im Kunstunterricht umfasst.
Im Hauptteil werden spezifische Beispiele von Modedesignern und Künstlern, historische Kontexte der Mode in der bildenden Kunst, sowie die Rolle von Jugendmode und ein Schulprojekt zur Mode thematisiert.
Schlüsselwörter wie Mode als Kunstform, Modedesign, Jugendmode, Kreativität, Nachhaltigkeit, Haute Couture und Performancekunst charakterisieren die Arbeit.
Die "Mondrian Collection" von Yves Saint Laurent aus dem Jahr 1965 ist ein ikonisches Beispiel für die direkte Inspiration von Mode durch Kunst, indem sie die Farbblöcke und geometrischen Muster Piet Mondrians in tragbare Cocktailkleider übersetzt und so die Kunstwerke selbst zum Kleidungsstück werden lässt.
Im Schulprojekt "Mode aus Müll" setzen sich die Schülerinnen und Schüler praktisch mit der Definition von Müll und Nachhaltigkeit auseinander, indem sie weggeworfene Materialien sortieren, wiederverwenden und ihnen ein "zweites Leben" in Form von Modekreationen geben.
Elsa Schiaparelli wird als "Die Rebellin" bezeichnet, weil ihre Mode unkonventionell war, sie bewusst den traditionellen Vorstellungen von Schönheit und der Rolle der Frau widersprach und sich von surrealistischen Künstlern wie Salvador Dalí inspirieren ließ, um einzigartige und oft provokante Kunstzitate in ihre Designs zu integrieren.
Das Projekt ist durch Ansätze von Pestalozzi, die Ganzheitlichkeit (Hirn, Herz, Hand) und die Förderung intrinsischer Motivation betonen, geprägt. Es ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten durch interdisziplinäres, erfahrungsorientiertes Lernen einzubringen.
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