Magisterarbeit, 2010
119 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Zur Situation von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland
1.1. Sprachgebrauch und Spracherhalt
1.2. Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem
1.3. Zur Rolle und Situation der vorschulischen Bildungsinstitutionen
2. Mehrsprachigkeit als Forschungsgegenstand
2.1. Zur Rolle der Erstsprache
2.2. Mehrsprachigkeit: Hürde oder erstrebenswertes Ziel?
2.3. Mehrsprachigkeit und damit zusammenhängende Begriffe
2.3.1. Versuch einer Definition des Begriffs Mehrsprachigkeit
2.3.2. Anthropogene Einflussfaktoren
2.3.3. Soziogene Einflussfaktoren
2.3.4. Semilingualismus
2.3.5. Sprachmischungen: Code-Mixing und Code-Switching
2.4. Exkurs: Entwicklung der Sichtweise auf Mehrsprachigkeit den letzten Jahrzehnten
2.5. Aktuelle Diskussionen: Streitfall Mehrsprachigkeit
3. Sprachförderung unter besonderer Berücksichtigung der Erstsprache und der Elternbildung- Das Rucksack-Projekt
3.1. Sprachliche Situation bei Eintritt in den Kindergarten
3.2. Das Rucksack-Projekt
3.2.1. Ursprung
3.2.2. Konzept
3.2.3. Zielsetzung
3.3. Vergleich zweier Ansätze: Rucksack-Projekt und Denkendorfer-Modell
3.4. Das Stadtteilmütter-Projekt in Augsburg
3.4.1.Ausgangslage
3.4.2.Entstehung und Entwicklung
3.5. Ausblick auf das Forschungsvorhaben
4. Empirischer Teil: Qualitative Untersuchung
4.1. Forschungsfragen
4.2. Forschungsmethodik
4.2.1. Vorstudie mit Fragebögen
4.2.1.1. Fragebogen-Studie unter Erzieherinnen
4.2.1.2. Fragebogen-Studie unter Stadtteilmütter
4.2.2. Haupterhebung mit Leitfaden-Interviews
4.2.2.1. Das episodische Interview
4.2.2.2. Interviewpartner
4.2.2.3. Durchführung
4.2.2.4. Transkription
4.2.2.5. Auswertung
4.3. Darstellung der Ergebnisse
4.3.1. Ergebnisse der Vorstudien
4.3.1.1. Stadtteilmütter
4.3.1.2. Erzieherinnen
4.3.2. Ergebnisse der Interviews
4.3.2.1. Erzieherinnen
4.4.2.2. Stadtteilmütter
4.4.2.3. Mütter
4.4. Analyse und Diskussion der Ergebnisse
5. Ausblick
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Stadtteilmütter-Projekts" in Augsburg als Sprachförderungsmaßnahme im Elementarbereich. Ziel ist es, die sprachlichen und sozialen Auswirkungen dieses Ansatzes auf die beteiligten Akteure (Mütter, Kinder, Erzieherinnen) zu erforschen und dabei die Rolle der Erstsprache als Fundament des Zweitspracherwerbs kritisch zu beleuchten.
Die Bedeutung der Erstsprache
Mehr als jeder fünfte Heranwachsende in Deutschland stammt aus einer Familie mit Migrationshintergrund. Neueinwanderungen kommen stetig hinzu. Diese demografischen Entwicklungen haben zur Folge, dass immer mehr Kinder in einem realen mehrsprachigen Kontext aufwachsen (vgl. Winter-Heider 2009:13). Die Situation von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem deutet jedoch auf alarmierende Verhältnisse hin. Die hohe Quote der Überweisungen an die Sonderschule, der enorme Anteil der Kinder an Hauptschulen sowie die Tatsache, dass viele Jugendliche ihre Schullaufbahn ohne jeglichen qualifizierenden Abschluss beenden, belegen, dass die erhoffte Angleichung der schulischen Bildung für viele, meist sogar bereits hier geborenen Migrantenkinder, sich nicht vollzogen hat.
Erklärungen für das Scheitern dieser Kinder werden insbesondere auf ihre defizitären Sprachkenntnisse in der deutschen Sprache zurückgeführt, die in starker Konkurrenz zur Erstsprache der Kinder steht (vgl. Jampert 2002:9). Daraus resultiert, dass die vermeintlich sonst wertvolle und erwünschte Mehrsprachigkeit als Defizit und Bedrohung für ihre gesamte Entwicklung angesehen wird, obwohl mittlerweile in der Fachwelt allgemein akzeptiert gilt, dass Mehrsprachigkeit keine negativen Konsequenzen für ihren Besitzer hat, sondern ihm bezüglich seiner kognitiven Entwicklung sogar Vorteile einbringen kann (vgl. Winter-Heider 2009:15).
1. Zur Situation von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die bildungspolitische und soziale Lage von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und thematisiert die häufige Korrelation zwischen Migrationsstatus und geringeren Bildungschancen.
2. Mehrsprachigkeit als Forschungsgegenstand: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Mehrsprachigkeitsforschung, zentrale Begriffe sowie die kontroversen Debatten um Sprachmischung und Code-Switching erörtert.
3. Sprachförderung unter besonderer Berücksichtigung der Erstsprache und der Elternbildung- Das Rucksack-Projekt: Das Kapitel stellt das Rucksack-Projekt und das Stadtteilmütter-Projekt als praxisnahe Ansätze zur Förderung der Erstsprache und Einbindung der Eltern vor.
4. Empirischer Teil: Qualitative Untersuchung: Dieser Teil dokumentiert das methodische Vorgehen der Studie mittels Fragebögen und Interviews sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse aus der Arbeit mit Erzieherinnen, Stadtteilmüttern und Müttern.
5. Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung der elterlichen Einbindung für den Erfolg von Sprachförderung zusammen und benennt Implikationen für die zukünftige Gestaltung von Bildungsangeboten.
Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Migrationshintergrund, Sprachförderung, Rucksack-Projekt, Stadtteilmütter-Projekt, Elementarbereich, Elternbildung, Sprachkompetenz, Bildungsbiografie, qualitative Untersuchung, Erzieherinnen, Integration, Zweitspracherwerb, bildungspolitische Benachteiligung.
Die Magisterarbeit untersucht die Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich, wobei der Fokus auf der Einbindung der Erstsprache und der Rolle der Eltern liegt.
Die Themen umfassen die Situation von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem, die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und verschiedene Sprachförderungskonzepte wie das Rucksack-Projekt.
Ziel ist es, die Auswirkungen des Augsburger Stadtteilmütter-Projekts auf die sprachliche und soziale Entwicklung der beteiligten Kinder und deren Familien sowie die Zusammenarbeit mit den Kindergärten zu untersuchen.
Die Autorin wählte einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus einer Fragebogen-Studie sowie episodischen Leitfaden-Interviews mit Erzieherinnen, Stadtteilmüttern und teilnehmenden Müttern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Mehrsprachigkeitsforschung und einen umfangreichen empirischen Teil, der die Projektergebnisse detailliert darstellt und analysiert.
Wichtige Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Migrationshintergrund, Rucksack-Projekt, Stadtteilmütter-Projekt und Elternbildung.
Die befragten Erzieherinnen bewerten die Tätigkeit der Stadtteilmütter mehrheitlich als sehr hilfreich, notwendig und als wertvolle Brücke zur Elternschaft.
Die Mütter berichten, dass sie durch das Projekt sensibler für ihre Rolle in der Sprachvermittlung geworden sind und sich bewusster Zeit für die sprachliche Interaktion mit ihren Kindern nehmen.
Als problematisch werden die unregelmäßige Teilnahme einiger Mütter, die teils divergierenden Erwartungen und die fehlende langfristige finanzielle oder zertifizierte Anerkennung der Stadtteilmütter thematisiert.
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