Bachelorarbeit, 2023
96 Seiten, Note: 1,3
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist es zu analysieren, ob bewegungsaktivierendes Lernen mit digitalen Medien in einer Sprachheilschule realisierbar ist. Die zentrale Forschungsfrage lautet daher: "Bewegungsaktivierendes Lernen mit digitalen Medien?"
2.2 Bewegung aus neurobiologischer Sicht
Die Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und den Neurowissenschaften unterstreichen die fundamentale Bedeutung von Bewegung und sinnlicher Wahrnehmung für die Entwicklung von kognitiven Funktionen, emotionalen Zuständen und Verhaltensweisen (vgl. Brägger et al., 2020, S. 14). Parallel dazu wird ein Defizit an körperlicher Bewegung als signifikanter Risikofaktor für die Gesundheit und kognitive Leistungsfähigkeit betrachtet, da angemessene Bewegung essen- ziell für die neurologische Entwicklung des Gehirns ist (vgl. Pühse, 1999, S. 82).
Der neurologische Ursprung dieser Entwicklung liegt in der bemerkenswerten Anzahl von Ner- venzellen bei Neugeborenen, die bei der Geburt laut Professor W. Hollmann bereits etwa 200 Mil- liarden beträgt (vgl. Illi & Zahner, 1999, S. 84). Trotz dieser hohen Anzahl sind diese Nervenzellen zu Beginn noch gering miteinander vernetzt. Innerhalb eines kurzen Zeitraums von ein bis zwei Monaten beginnen jedoch vermehrt Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu entstehen (vgl. Rittelmeyer, 2002, S. 142; in: Hildebrandt-Stramann, 2009, S. 6). Hierbei gilt es zu betonen, dass diese Nervenzellen nur dann erhalten bleiben, wenn sie miteinander vernetzt sind (vgl. Müller & Dinter, 2020, S. 16).
Die initiierte Vernetzung von Nervenzellen durch körperliche Bewegung stellt somit einen zentralen Mechanismus zur Aufrechterhaltung der neuronalen Integrität dar (vgl. Pühse, 1999, S. 84). Innerhalb eines kurzen Zeitraums von ein bis zwei Monaten beginnen sich jedoch immer mehr Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu bilden (vgl. Rittelmeyer, 2002, S. 142; in: Hildebrandt-Stramann, 2009, S. 6). Die Nervenzellen reifen im Hippocampus und werden bei Bedarf aktiviert. Werden die Nervenzellen erneut benötigt und aktiviert, können sie sich vernetzen und Synapsen bilden. Sie werden also in ein bestehendes Netzwerk integriert. Alles, was den Geist und den Körper fordert, fördert die Bildung der Zellen im Gehirn (vgl. Bodingbauer, 2016, S. 7).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Bewegung in ihren verschiedenen Ausprägungen eine vielfältige positive Wirkung auf die Entwicklung des menschlichen und vor allem des kindlichen Gehirns hat (vgl. Dickreiter, 1999, S. 85).
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des bewegungsaktivierenden Lernens ein, beleuchtet die wachsende Besorgnis über einen sitzenden Lebensstil im Bildungskontext und skizziert den Aufbau der Bachelorarbeit.
II. Theoretischer Teil: Hier werden grundlegende Begriffe wie Lernen und Bewegung definiert, die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel aus neurobiologischer Sicht dargelegt und das Konzept der „Bewegten Schule“ sowie die Einsatzmöglichkeiten des digitalen Mediums Hopspots vorgestellt.
III. Praktische Umsetzung im Unterricht: Dieses Kapitel beschreibt die detaillierte Planung und den tatsächlichen Ablauf einer Deutschunterrichtsstunde an einer Sprachheilschule, in der Hopspots für die Wortschatzarbeit zum Thema Weihnachten eingesetzt wurden.
IV. Empirische Untersuchung: In diesem Teil wird die quantitative Beobachtungsmethode zur Evaluation der Unterrichtsstunde mit Hopspots erläutert, die Datenerhebung und -auswertung dargestellt und die Ergebnisse bezüglich Bewegung, Sprache, Sozialverhalten und Motivation der Schüler analysiert.
V. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen auf.
VI. Anhang: Hier finden sich ergänzende Materialien wie die Einwilligungserklärung zur Videoaufzeichnung, Transkripte, eine Strukturskizze und Beobachtungsbögen.
Bewegungsaktivierendes Lernen, digitale Medien, Deutschunterricht, Sprachheilschule, Bewegte Schule, Hopspots, Neurobiologie, Bewegungsmangel, kognitives Lernen, emotionales Lernen, sensomotorisches Lernen, soziales Lernen, Sprachförderung, Motivation, quantitative Beobachtung, Inklusion.
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeit des bewegungsaktivierenden Lernens mit digitalen Medien und analysiert dessen Einsatzpotenzial im Deutschunterricht an einer Sprachheilschule.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Verbindung von Bewegung und Lernen, die Auswirkungen von Bewegungsmangel, das Konzept der "Bewegten Schule" und die Integration digitaler Medien wie Hopspots in den Unterricht.
Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob bewegungsaktivierendes Lernen mit digitalen Medien möglich ist. Die Forschungsfrage lautet: "Bewegungsaktivierendes Lernen mit digitalen Medien?"
Die Arbeit verwendet eine quantitative Beobachtungsmethode, bei der spezifische Datenpunkte zu Bewegung, Sprache, sozialem Verhalten und Motivation im Zusammenhang mit der Nutzung von Hopspots im Unterricht erfasst und ausgewertet werden.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zu Lernen und Bewegung, das Konzept der "Bewegten Schule", die Einsatzmöglichkeiten von Hopspots, die praktische Umsetzung einer Unterrichtsstunde und eine empirische Untersuchung der Effekte.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Bewegungsaktivierendes Lernen, digitale Medien, Deutschunterricht, Sprachheilschule, Bewegte Schule, Hopspots, Neurobiologie, Bewegungsmangel, kognitives Lernen und Motivation.
Der Vergleich "Sitzen ist das neue Rauchen" (Apfel, 2018) soll eindringlich auf die wachsende Besorgnis hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen eines übermäßig sitzenden Lebensstils aufmerksam machen und dessen negative Folgen betonen.
Hopspots sind ein innovatives Lehrmittel, das Lernen und körperliche Aktivität verbindet, entwickelt an der Aarhus School of Architecture. Die Entwicklung umfasste Prototypen, eine iPad-App und verschiedene Spiele, inspiriert von Balanciermappen und der Idee, Technologie mit physischem Raum zu verbinden.
Laut der Arbeit bieten Hopspots eine einfache Bedienung, fördern Konzentration und Bewegung, können in verschiedenen Fächern eingesetzt werden und ermöglichen eine abwechslungsreiche und motivierende Gestaltung des Unterrichts, insbesondere in Kleingruppen oder Förderstunden.
Zu den Nachteilen zählen der hohe Anschaffungspreis, eingeschränkte Mobilität in Schulen ohne Aufzüge, die Abhängigkeit von iPads, der Verwaltungsaufwand für Profile und Nutzerkonten sowie der hohe Zeitaufwand für Lehrkräfte bei der Planung und Anpassung des Unterrichts.
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