Lizentiatsarbeit, 2010
193 Seiten, Note: 6.00
1. Einleitung
1.1 Relevanz und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Leistung in der Gruppe
2.1.1 Einleitung und Relevanz
2.1.2 Definition ‚Gruppe’
2.1.3 Potentielle versus tatsächliche Gruppenleistung
2.1.4 Prozessverluste und Prozessgewinne
2.1.5 Einfluss des Aufgabentyps
2.1.6 Einfluss der Gruppenstruktur
2.1.7 Einfluss der Diversität
2.2 Diversität
2.2.1 Einleitung und Relevanz
2.2.2 Definition ‚Diversität’
2.2.3 Übersicht Forschungsstand
2.2.4 Relevante Theorien in Bezug auf die Gruppendiversität
2.2.4.1 Ähnlichkeits-Attraktions-Paradigma von Byrne (1971)
2.2.4.2 Theorie der Sozialen Identität von Tajfel und Turner (1986) - Theorie der Sozialen Kategorisierung (Tajfel, 1981; Turner et al., 1987)
2.2.4.3 Theorie der Selbstkategorisierung von Turner (Turner et al., 1987)
2.2.5 Haupttraditionen der Diversitätsforschung
2.2.5.1 Erste Perspektive: Social Categorization Perspective
2.2.5.2 Zweite Perspektive: Information/Decision-making Perspective
2.2.6 Das Categorization-Elaboration Model (CEM)
2.2.7 Faultlines
2.3 Zufriedenheit in der Gruppe
2.3.1 Einleitung und Relevanz
2.3.2 Definition ‚Zufriedenheit’
2.3.3 Empirische Befunde
2.4 Fragestellung und Hypothesen
3. Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Design
3.3 Ablauf des Experimentes
3.4 Manipulation der Faultline-Stärke
3.5 Messinstrumente und Variablen
3.5.1 Persönlichkeitsfragebogen NEO-FFI-30
3.5.2 Fragebogen zur Erfassung aktueller Motivation (FAM)
3.5.3 Gruppenleistung: ‚Gestrandet in der Wüste’ - Aufgabe
3.5.4 Fragebogen zu Konstrukten der Diversitätsforschung
3.5.5 Manipulationscheck Faultline
3.5.6 Zufriedenheit
3.5.7 Berliner Intelligenzstruktur-Test (BIS)
3.5.8 Elaboration von Informationen
3.5.9 Demographische Angaben und weitere Variablen
3.6 Statistische Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Vorgängige Analysen
4.1.1 Überprüfung der Manipulation
4.1.2 Berechnung des ‚within-group agreement’ (rwg) Indexes
4.2 Hypothesenprüfung
4.2.1 Hypothese 1: Einfluss der Faultline-Stärke auf die subjektiv wahrgenommene Diversität
4.2.2 Hypothese 2a: Einfluss der Faultline-Stärke auf die Gruppenleistung
4.2.3 Hypothese 2b: Mediatorhypothese (Elaboration)
4.2.4 Hypothese 2c: Moderatorhypothese (subjektiv wahrgenommene Diversität)
4.2.5 Hypothese 3a: Einfluss der Faultline-Stärke auf die Zufriedenheit
4.2.6 Hypothese 3b: Mediatorhypothese (Elaboration)
4.2.7 Hypothese 3c: Moderatorhypothese (subjektiv wahrgenommene Diversität)
4.3 Weitere Auswertungen
4.3.1 Qualitative und quantitative Auswertung der wahrgenommenen Unterschiede
4.3.2 Kontrollvariable: Wissen über das Überleben in der Wüste
4.3.3 Kontrollvariable: Kennen der Gruppenmitglieder
4.3.4 Kontrollvariable: Filmen der Gruppenaufgabe
5. Diskussion
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.1.1 Diskussion der Manipulation der Faultline-Bedingung
5.1.2 Diskussion der Hypothesenprüfung
5.1.3 Diskussion weiterer Auswertungen
5.2 Stärken und Schwächen der Arbeit
5.2.1 Stärken
5.2.2 Schwächen
5.3 Weitere Implikationen für die Forschung
5.4 Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss von Diversität auf die Gruppenleistung und die Zufriedenheit innerhalb einer Laborstudie zu untersuchen, wobei das Faultline-Konzept, die Elaboration von Informationen sowie die subjektiv wahrgenommene Diversität zentrale Analysefaktoren darstellen.
2.2.7 Faultlines
Da im Rahmen dieser Lizenziatsarbeit der Fokus unter anderem auch auf der sogenannten Faultline liegt, werden dieses Konstrukt und dessen Verwendung an dieser Stelle erläutert. Zudem wird abschliessend aufgezeigt, welche Beziehung zwischen einem bereits erläuterten Konstrukt der Diversitätsforschung und der Faultline besteht.
Die Diversitätsforschung legte ihr Hauptaugenmerk bis anhin insbesondere auf einzelne Merkmale. Die Forschung zeigt jedoch beispielsweise, dass die Korrelation zwischen verschiedenen Diversitäts-Dimensionen die Wahrscheinlichkeit sozialer Kategorisierungsprozesse beeinflussen kann (van Knippenberg & Schippers, 2007). Dafür eignet sich das Konstrukt ‚Faultline’ von Lau und Murnighan (1998). Es beschreibt die Struktur beziehungsweise die konkrete Verteilung der Diversität innerhalb einer Gruppe. Es handelt sich um einen multidimensionalen Ansatz, welcher die Kombination von Diversitäts-Merkmalen berücksichtigt. Einen weiteren Vorteil gegenüber einzelnen Diversitäts-Dimensionen stellt die höhere Varianzaufklärung dar (Lau & Murnighan, 2005). Nach Lau und Murnighan (1998, S. 328) wird das Konstrukt folgendermassen definiert: “Group faultlines are hypothetical dividing lines that may split a group into subgroups based on one or more attributes.” Die Stärke einer Faultline ist von drei Faktoren abhängig: (1) von der Anzahl Dimensionen, (2) deren Gruppierung und (3) der Anzahl homogener Subgruppen (Lau & Murnighan, 1998). Gemäss ihrem Faultline-Modell resultiert eine starke Faultline, wenn unterschiedliche Diversitäts-Dimensionen so miteinander konvergieren, dass eine klare Aufteilung zwischen Subgruppen stattfindet. Eine Gruppenzusammensetzung, bei der alle Männer alt sind und alle Frauen jung, führt eher zu einer Subkategorisierung als eine Zusammensetzung, bei der das Geschlecht und das Alter nicht miteinander in Beziehung stehen. Je stärker eine Faultline ist, desto eher entstehen Subkategorisierungsprozesse, welche dann das Funktionieren einer Gruppe beeinträchtigen können (van Knippenberg & Schippers, 2007). Negative Effekte des ‚intergroup-bias’ auf die Gruppenleistung können jedoch durch eine schwache Faultline verhindert werden, indem so genannte ‚cross-categorisation’ zum Zuge kommt, wodurch auch der komparative Fit innerhalb einer Gruppe niedrig ist (van Knippenberg & Schippers, 2007).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Diversitätsforschung ein, definiert das Ziel der Untersuchung und skizziert den systematischen Aufbau der Arbeit.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Gruppenleistung, Diversität sowie Zufriedenheit und führt zentrale Modelle wie das Categorization-Elaboration Model (CEM) und das Faultline-Konzept ein.
3. Methode: Hier werden die Stichprobe, das experimentelle Design, der Ablauf des Laborexperiments sowie die eingesetzten Messinstrumente und statistischen Analysemethoden detailliert dargelegt.
4. Ergebnisse: In diesem Abschnitt werden die statistische Überprüfung der experimentellen Manipulation sowie die anschließende Hypothesenprüfung anhand der erhobenen Daten präsentiert.
5. Diskussion: Das letzte Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext der theoretischen Modelle, reflektiert Stärken und Schwächen der Untersuchung und leitet Implikationen für die zukünftige Forschung ab.
Diversität, Gruppenleistung, Zufriedenheit, Faultline-Stärke, Categorization-Elaboration Model, CEM, Elaboration, soziale Kategorisierung, Intergruppenverhalten, subjektive Wahrnehmung, Laborexperiment, Informationsverarbeitung, soziale Identität, Gruppenstruktur, Teamarbeit.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Diversität innerhalb von Gruppen auf deren Leistung und die Zufriedenheit der Gruppenmitglieder unter besonderer Berücksichtigung des Faultline-Konzepts.
Die Schwerpunkte liegen auf den Diversitäts-Dimensionen in Gruppen, den zugrunde liegenden sozialen Kategorisierungsprozessen und dem Einfluss der Informationsverarbeitung (Elaboration).
Ziel ist die experimentelle Untersuchung, wie unterschiedliche Stärken von "Faultlines" – also hypothetischen Bruchlinien in Gruppen – die Gruppenleistung und Zufriedenheit beeinflussen, moderiert durch die subjektiv wahrgenommene Diversität.
Die Autorin führt ein laborbasiertes Gruppenexperiment durch, in dem 172 Versuchspersonen in 4er-Gruppen eine komplexe Entscheidungsaufgabe ("Stranded in the Desert") bearbeiten, während Interaktionsprozesse per Video kodiert und individuelle Daten mittels Fragebögen erhoben werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung und eine präzise statistische Auswertung der Hypothesen.
Die wesentlichen Schlagworte sind Diversität, Gruppenleistung, Faultline, Categorization-Elaboration Model (CEM) und soziale Identität.
Die Manipulation erfolgte experimentell durch eine spezifische Kombination aus Geschlecht, erfundener Persönlichkeitsrückmeldung und einer darauf abgestimmten Sitzordnung im Versuchsraum.
Die Videoaufzeichnungen dienten dazu, die Elaboration von Informationen mittels des Instruments zur Kodierung von Diskussionen (IKD) objektiv zu messen, da dies als zentraler Prozess für den positiven Effekt von Diversität auf die Gruppenleistung gilt.
Die Ergebnisse konnten die postulierten Hypothesen größtenteils nicht bestätigen; die Autorin betont daher die hohe Komplexität der Diversitätseffekte und die Notwendigkeit, zukünftig verstärkt Interaktionseffekte und Mediatoren wie "diversity beliefs" in die Forschung einzubeziehen.
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