Bachelorarbeit, 2009
46 Seiten, Note: 1.0
Einleitung
1. Zum Begriff Jazz-Rock, Rock-Jazz, Electric-Jazz und Fusion Music
2. Überblick über die Rock-Szene in den sechziger Jahren
2.1 Überblick über die Jazz-Szene in den sechziger Jahren
3. Merkmale des Jazz-Rock
4. Jazz-Rock in England
4.1 Die Canterbury-Szene
4.2 Alternative europäische Jazz-Rock Entwicklungen
4.3 Jazz-Rock in den USA
4.4 Miles Davis und die Folgen
5. Analytischer Teil
5.1 Analyse von Blood, Sugar, Sweat & Tears' - Spinning Wheel - Blood, Sugar, Sweat & Tears (1969)
5.2 Analyse von Miles Davis' Pharaoh's Dance - Bitches Brew (1970)
6. Kommerzialisierung von Jazz-Rock, die Ideologie und Marktmechanismen
7. Schlussfolgerung
Diese Bachelor-Arbeit untersucht das Phänomen, die verschiedenen Strömungen sowie das „Endprodukt“ Jazz-Rock und geht der Frage nach, inwieweit die Entstehung dieses Genres ein natürlicher musikalischer Entwicklungsprozess war oder ob primär die Musikindustrie durch gezielte Vermarktungsstrategien Einfluss ausübte.
1. Zum Begriff Jazz-Rock, Rock-Jazz, Electric-Jazz und Fusion Music
Die Integration von Jazz und Rock wurde lange erwartet, in den sechziger Jahren oft verkündet und doch nie zufriedenstellend erreicht. Erst durch Miles Davis' Doppelalbum Bitches Brew wurde der Jazz-Rock im Jahre 1970 auf breiter Ebene bekannt. Doch es gab Vorläufer, wie in jeder musikalischen Entwicklung, von denen erst im folgenden Kapitel die Rede sein wird. Zunächst wird geklärt, wie es eigentlich zu der Begriffsbezeichnung Jazz-Rock, bzw. Fusion Music gekommen ist.
Die Verbindung von Jazz und Rock hat im Laufe der Zeit viele Bezeichnungen gehabt, wie z.B Jazz-Rock, Rock-Jazz, Electric-Jazz, Fusion Music oder sogar Crossover. Wie Halbschwefel andeutet, sind all diese Begriffe „[...] von Journalisten oder den Marketing-Abteilungen von Plattenfirmen geprägt [worden].“ Die Gemeinsamkeit all dieser Begriffe liegt in den musikalischen Merkmalen der Musik die sie bezeichnen, wie z.B. kurze Motive, auf denen die Stücke aufgebaut werden, längere Instrumentalimprovisationen, ein größtenteils binärer durchgehender Rhythmus und die Elektrifizierung und Elektronisierung des Instrumentariums.
Zwei Schlüsseldaten seien in Bezug auf den Jazz-Rock zu nennen. Zum einen das Jahr 1968, in dem Blood, Sweat & Tears ihr erstes Albums veröffentlicht und dadurch den Jazz-Rock populär gemacht haben. Zum anderen das Jahr 1970, wo Miles Davis' Album Bitches Brew erschienen ist und damit eine tatsächliche Verschmelzung von Jazz und Rock stattgefunden hat. Dabei hat man damals, angesichts der abgrenzenden Haltung und der begrifflichen Chronologie, terminologisch zwischen Jazz-Rock - als einem von Jazz geprägtem Rock - und Rock-Jazz - als einem von Rock geprägten Jazz - getrennt.
Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der Fragestellung und kurze Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
1. Zum Begriff Jazz-Rock, Rock-Jazz, Electric-Jazz und Fusion Music: Erörterung der unterschiedlichen Bezeichnungen für das Genre und deren Entstehungskontext.
2. Überblick über die Rock-Szene in den sechziger Jahren: Darstellung des sozialen und musikalischen Umfelds der Rockmusik in den 1960er Jahren.
2.1 Überblick über die Jazz-Szene in den sechziger Jahren: Analyse der radikalen Umbrüche im Jazz, insbesondere durch den Free Jazz.
3. Merkmale des Jazz-Rock: Beschreibung der musikalischen Charakteristika, inklusive Instrumentierung und rhythmischer Gestaltung.
4. Jazz-Rock in England: Untersuchung der englischen Entwicklung, insbesondere der Rolle von Blues-basierten Gruppen.
4.1 Die Canterbury-Szene: Vorstellung der frühen, stilbildenden englischen Jazz-Rock-Entwicklungen.
4.2 Alternative europäische Jazz-Rock Entwicklungen: Überblick über weitere europäische Formationen und Ansätze.
4.3 Jazz-Rock in den USA: Analyse der US-amerikanischen Szene, die sich durch höhere Virtuosität und Individualität auszeichnete.
4.4 Miles Davis und die Folgen: Untersuchung von Miles Davis als Schlüsselfigur für die Popularität und Kommerzialisierung des Jazz-Rock.
5. Analytischer Teil: Zusammenfassung der musikalischen Faktoren im Jazz-Rock als Vorbereitung auf die Werk-Analysen.
5.1 Analyse von Blood, Sugar, Sweat & Tears' - Spinning Wheel - Blood, Sugar, Sweat & Tears (1969): Musiktheoretische Analyse des Stücks hinsichtlich Struktur und Kommerz-Faktor.
5.2 Analyse von Miles Davis' Pharaoh's Dance - Bitches Brew (1970): Untersuchung der innovativen Montage-Technik und des improvisatorischen Aufbaus.
6. Kommerzialisierung von Jazz-Rock, die Ideologie und Marktmechanismen: Untersuchung des Einflusses von Plattenfirmen und Marketingstrategien auf das Genre.
7. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Rolle von Industrie und Musikern.
Jazz-Rock, Fusion Music, Miles Davis, Musikindustrie, Kommerzialisierung, Canterbury-Szene, Improvisation, Elektronische Instrumente, Rockmusik, Jazz, Blood Sweat & Tears, Bitches Brew, Marktmechanismen, Stilistik, Free Jazz
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, den verschiedenen Strömungen und der Entwicklung des Jazz-Rock als Musikgenre sowie der Rolle der Musikindustrie bei dessen Kommerzialisierung.
Zentral sind der Einfluss der Rockmusik auf den Jazz, die Elektrifizierung der Instrumente, regionale Unterschiede zwischen Europa und den USA sowie die ökonomischen Hintergründe der Musikbranche in den 1960er und 1970er Jahren.
Die Arbeit untersucht, ob die Entwicklung des Jazz-Rock ein natürlicher künstlerischer Prozess war oder ob maßgeblich wirtschaftliche Interessen und Vermarktungsstrategien der Musikindustrie das „Endprodukt“ geformt haben.
Es werden musikwissenschaftliche Analysen von Notenbeispielen und Werkstrukturen (z.B. bei Miles Davis und Blood, Sweat & Tears) mit sozio-ökonomischen Analysen der Musikbranche und der Rolle von Medien und Labels verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Szene-Entwicklungen, eine Beschreibung technischer und musikalischer Merkmale sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Musikstücke und der ökonomischen Mechanismen der großen Plattenfirmen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Jazz-Rock, Fusion Music, Kommerzialisierung, Musikindustrie, Miles Davis, Canterbury-Szene und stilistische Innovationen.
Die Canterbury-Szene gilt als eine der frühesten und intellektuellsten Ausprägungen des Jazz-Rock in England, die sich bereits ab 1963 entwickelte und durch experimentelle, oft kollektive Improvisationen sowie psychedelische Klänge geprägt war.
Miles Davis wird als Schlüsselfigur identifiziert, die den Jazz-Rock massentauglich machte. Während er als musikalischer Innovator gewürdigt wird, thematisiert die Arbeit auch kritisch die zunehmende Kommerzialisierung seines Schaffens nach dem Erfolg von "Bitches Brew".
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