Diplomarbeit, 2010
170 Seiten, Note: Sehr Gut
I. EINLEITUNG
1.Ausgangslage und Problemsituation
2.Aktueller Forschungsstand
3.Zielsetzung und Forschungsfrage der Arbeit
4.Aufbau der Arbeit
II.EINORDNUNG DER BEGRIFFLICHKEITEN
5.Das Persönliche Budget
6.Rehabilitation
7.Selbstbestimmung
8.Partizipation
III.GRUNDLAGEN - ECKPUNKTE DES PERSÖNLICHEN BUDGETS
9.Das Persönliche Budget - eine neue Leistungsform
10.Sozialrechtliche Grundlagen
11.Zielsetzung und Zweck des Persönlichen Budgets
12.Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe
13.Konzeptionelle Grundlagen - von fremdbestimmter Fürsorge zur Selbstbestimmung
1.1.Die Stellung des Leistungsberechtigten beim Sachleistungsbezug
1.2.Die Stellung des Leistungsberechtigten beim Persönlichen Budget
14.Die Partizipationsbereiche: Bildung und Arbeit im Modell der Budgetbemessung
1.3.Bildung und Arbeit
1.4.Bildung
1.5.Arbeit
1.6.Modell zur Bemessung Persönlicher Budgets
1.7.Das Persönliche Budget im Kontext von Bildung und Arbeit
1.8.Das Persönliche Budget im Kontext der Bildung
1.9.Das Persönliche Budget im Kontext der Arbeit
IV.KONZEPTION UND UMSETZUNG EUROPÄISCHER MODELLE
15.Internationale Modelle
1.1.Das Personengebundene Budget in den Niederlanden
1.2.Erfahrungen/ Stärken und Schwächen
1.3.Das Persönliche Budget in Schweden
1.4.Erfahrungen/ Stärken und Schwächen
1.5.Direct Payments in Großbritannien
1.6.Erfahrungen/ Stärken und Schwächen
16.Deutsche Modelle
1.7.Das Persönliche Budget in Deutschland
1.8.Erfahrungen/ Stärken und Schwächen
1.9.Die Pflegegeldergänzungsleistung für Persönliche Assistenz in Wien
1.10.Erfahrungen/ Stärken und Schwächen
17.Vergleich internationaler und deutscher Modelle
V.EMPIRISCHER TEIL
18.Forschungsmethode
1.1.Datenerhebung mittels ExpertInneninterview
1.2.Entwicklung des Leitfadens
1.3.Datenauswertung mittels Qualitativer Inhaltsanalyse
1.4.Ablaufmodell der Inhaltsanalyse nach Mayring
1.5.Bestimmung des Ausgangsmaterials
1.6.Richtung der Analyse
1.7.Theoriegeleitete Fragestellung
1.8.Bestimmung der Analysetechnik und Festlegung des konkreten Materials
1.9.Definition der Analyseeinheiten
1.10.Analyseschritte mittels Kategoriensystem
19.Darstellung der Untersuchungsergebnisse
1.11.Hauptkategorie 1 „Persönliches Budget“
1.12.Unterkategorie 1 „Definition“
1.13.Unterkategorie 2 „Kenntnisse“
1.14.Unterkategorie 3 „Schwierigkeiten und Herausforderungen“
1.15.Unterkategorie 4 „Einstellungen“
1.16.Unterkategorie 5 „Zukunftsperspektiven“
1.17.Hauptkategorie 2 „Pflegegeldergänzungsleistung für Persönliche Assistenz“
1.18.Unterkategorie 1 „Definition“
1.19.Unterkategorie 2 „Kenntnisse“
1.20.Unterkategorie 3 „Erfahrungen“
1.21.Hauptkategorie 3 „Internationale Modelle“
1.22.Hauptkategorie 4 „Selbstbestimmungs- und Partizipationsmöglichkeiten mittels des Persönlichen Budgets“
1.23.Hauptkategorie 5 „Auswirkungen des Persönlichen Budgets“
1.24.Unterkategorie 1 „Chancen“
1.25.Unterkategorie 2 „Risiken“
1.26.Unterkategorie 3 „Verbesserungsvorschläge“
1.27.Hauptkategorie 6 „Auswirkungen der Pflegegeldergänzungsleistung für Persönliche Assistenz“
1.28.Unterkategorie 1 „Chancen“
1.29.Unterkategorie 2 „Risiken“
1.30.Unterkategorie 3 „Verbesserungsvorschläge“
20.Diskussionen und Interpretation der Ergebnisse
1.31.Hauptkategorie „Persönliches Budget“
1.32.Hauptkategorie „Pflegegeldergänzungsleistung für Persönliche Assistenz“
1.33.Hauptkategorie „Internationale Modelle“
1.34.Hauptkategorie „Selbstbestimmungs- und Partizipationsmöglichkeiten mittels des Persönlichen Budgets“
1.35.Hauptkategorie „Auswirkungen des Persönlichen Budgets“
1.36.Hauptkategorie „Auswirkungen der Pflegegeldergänzungsleistung für Persönliche Assistenz“
1.37.Abschließende Interpretation hinsichtlich der Forschungsfragen
VI.Abschliessende Bemerkungen
21.Resümee
22.Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Persönliche Budget als Steuerungsinstrument Menschen mit Behinderung dabei unterstützt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und ihre Partizipation am gesellschaftlichen Leben zu erhöhen. Im Zentrum steht die Analyse der Perspektiven von ExpertInnen aus Einrichtungen der Behindertenhilfe in Österreich, wobei ein Vergleich mit internationalen und deutschen Modellen gezogen wird.
1. Ausgangslage und Problemsituation
Zu den Errungenschaften der Gesellschaft zählt es, allen Menschen Möglichkeiten einer selbstbestimmten Lebensführung zuteilwerden zu lassen. Jedoch kommt die Option das Leben individuell zu gestalten, nicht jedem Individuum gleichermaßen zu. Menschen mit Behinderung gehören zu jener Personengruppe, denen nicht alle Türen offen stehen. Die Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten für Selbstbestimmung und Selbstständigkeit sind für viele dieser Menschen beschränkt, da sie in ihren Ressourcen und Zugangschancen auf Grund der Behinderung benachteiligt sind (vgl. Wacker/ Wansing/ Schäfers 2005, S. 19). Hinzu kommen Umweltfaktoren wie soziale Einstellungen und fremdbestimmte Strukturen im Rehabilitationssystem die eine Realisierung einer selbstbestimmten Lebensführung in zunehmendem Maße erschwert (vgl. ebd.). Spezifisch sind davon Menschen betroffen, die ihr Leben in stationären Einrichtungen verbringen (vgl. ebd.). Ihre Entscheidungsspielräume zur Verwirklichung eines individuellen Lebensstils können infolge des „rund-um-versorgenden Hilfesystems“ (Wansing 2005, S. 136), das u.a. Bevormundung und Fremdbestimmung impliziert, nicht entwickelt werden.
Nach dem Vorbild des politischen Engagements der amerikanischen „Independent-Living-Bewegung“ fordern gegenwärtig immer mehr „Selbstbestimmt-Leben-Bewegungen“ im Kontext der Behindertenhilfe eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und gleichberechtigte Partizipation am Leben in der Gesellschaft ein (vgl. Frevert 2006, S. 92; Sigot/ Kocnik 2007, S. [1]). In Österreich zeichnet sich vermehrt bei den „Beratungs- und Dienstleistungszentren von Menschen mit Behinderung“ ab, dass eine eigenständige Lebensführung eine essenzielle und unerlässliche Forderung für diese Menschen darstellt. Diese Postulate könnten darauf hindeuten, dass Selbstbestimmung und Partizipation im Kontext Behinderung sowie aus behinderten-politischer Perspektive keiner Selbstverständlichkeit entspricht, welche aber für viele Menschen mit Beeinträchtigung eine Notwendigkeit darstellt.
I. EINLEITUNG: Dieses Kapitel legt die Problematik der Fremdbestimmung in der Behindertenhilfe dar und führt das Persönliche Budget als Weg zu mehr Selbstbestimmung ein.
II.EINORDNUNG DER BEGRIFFLICHKEITEN: Hier werden zentrale Begriffe wie Persönliches Budget, Rehabilitation, Selbstbestimmung und Partizipation definiert und in den Kontext der Arbeit gesetzt.
III.GRUNDLAGEN - ECKPUNKTE DES PERSÖNLICHEN BUDGETS: Dieses Kapitel erläutert die sozialrechtlichen Grundlagen, den Paradigmenwechsel durch das Persönliche Budget sowie dessen Umsetzung in den Bereichen Bildung und Arbeit.
IV.KONZEPTION UND UMSETZUNG EUROPÄISCHER MODELLE: Die internationale und deutsche Praxis des Persönlichen Budgets wird analysiert, um Stärken und Schwächen der verschiedenen Ansätze aufzuzeigen.
V.EMPIRISCHER TEIL: Der methodische Teil beschreibt die qualitative Inhaltsanalyse von ExpertInneninterviews und präsentiert sowie diskutiert die Ergebnisse zur Umsetzung in Österreich.
VI.Abschliessende Bemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfragen sowie ein Ausblick auf notwendige zukünftige Entwicklungen.
Persönliches Budget, Behindertenhilfe, Selbstbestimmung, Partizipation, Rehabilitation, Lebensgestaltung, Assistenz, Inklusion, Paradigmenwechsel, Teilhabe, ExpertInneninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Österreich, Sozialrecht, Budgetbemessung.
Die Arbeit untersucht das Modell des „Persönlichen Budgets“ als Instrument zur Förderung der Selbstbestimmung und Partizipation von Menschen mit Behinderung, insbesondere im Kontext der österreichischen Behindertenhilfe.
Die Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen der Selbstbestimmung, die Analyse von internationalen und deutschen Modellen sowie die empirische Auswertung von ExpertInneninterviews zur Situation in Österreich.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern ermöglicht das Persönliche Budget aus Sicht der ExpertInnen von Einrichtungen der Behindertenhilfe in Österreich Selbstbestimmung und Partizipation von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft?
Die Autorin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz. Die empirischen Daten wurden durch leitfadengestützte ExpertInneninterviews erhoben und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Begriffe und Konzepte sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Expertenbefragungen dargestellt und interpretiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Persönliches Budget, Behindertenhilfe, Selbstbestimmung, Partizipation und Lebensgestaltung charakterisieren.
Internationale Modelle dienen als Referenzrahmen, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen die Umsetzung von Selbstbestimmung durch finanzielle Leistungsformen beeinflussen können.
Die ExpertInnen sehen in den aktuellen Modellen (wie der PGE für PA) erste positive Ansätze, betonen jedoch, dass noch ein weiter Weg vor der flächendeckenden gesetzlichen Verankerung und einer bedarfsgerechten Ausgestaltung liegt.
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