Diplomarbeit, 2009
77 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Familie
2.2 Vaterschaft – Vaterrolle
3. Die unterschiedlichen Rollen der Väter in den Familien
3.1 Drei Säulen der Familienrollen und Geschlechterbeziehungen
3.2 Geschlechtsrollenspezifische Grundlagen
3.3 Vaterbilder- und Vaterrollen
3.4 Typologie männlicher Rollenvorstellungen
4. Moderne Väter und engagierte Vaterschaft
4.1 Die „modernen“ Väter
4.2 Männer als engagierte Väter
5. Hindernisse engagierter Vaterschaft
5.1 Traditionelle Geschlechterbilder und -rollen und damit einhergehende Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft
5.1.1 Der Einfluss traditioneller Geschlechterrollen
5.1.2 Der Einfluss der Mütter
5.2 Berufliche Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft
5.2.1 Der Einfluss der Erwerbstätigkeit des Mannes
5.2.2 Die vorherrschende „Anwesenheitskultur“ und die Angst vor dem „Karriereknick“
5.2.3 Wünsche der Väter an die Arbeitgeber und Lösungsansätze
5.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen und damit einhergehende Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft
5.3.1 Der Einfluss der Geschlechterpolitik
5.3.2 Der Einfluss des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes
5.3.3 Der Einfluss der Kindertagesbetreuung
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle des Vaters in der modernen Familie und den damit verbundenen Spagat zwischen Kind und Karriere. Ziel ist es, das Männer- und Rollenbild des „modernen“ Vaters zu definieren, Faktoren väterlicher Partizipation zu beleuchten und Hindernisse zu identifizieren, die einer aktiven Vaterschaft in Deutschland entgegenstehen.
Die „modernen“ Väter
Im Kapitel 3.4 wurde bereits kurz, nach Volz und Zulehner, der moderne Mann und welche Ansichten er vertritt, vorgestellt. Die Literatur befasst sich schon seit den achtziger Jahren mit den „neuen“ Vätern und Fthenakis (Fthenakis 1985) stellte bereits im Jahr 1985 einen Wandel in den Einstellungen und im Erziehungsverhalten der Väter fest (Mühling, Rost 2007: 12-13). Grundsätzlich übernahm die Mutter, vor allem in Familien mit traditioneller Rollenverteilung, die Hauptverantwortung für die Betreuung und Erziehung der Kinder (Fthenakis 1985: 152). In den westlichen Industriestaaten war es lange Zeit nicht üblich, dass der Vater sich aktiv an der Pflege seiner kleinen Kinder beteiligte (ebenda: 152).
Im Laufe der Zeit änderten sich jedoch diese Einstellungen und die 1982 herausgegebene englische Nachuntersuchung brachte ein ganz anderes Bild der väterlichen Beteiligung hervor: „89 % englischer Väter wechselten die Windeln ihrer Babies, 78 % standen wegen der Kinder während der Nacht auf und sogar 95 % waren bereit, die Versorgung des Kindes und der Mutter nach der Geburt – zumindest vorübergehend – zu übernehmen“ (ebenda: 152-153; Werneck 1998: 54). Zudem bestätigten Studien aus anderen Ländern, wie beispielsweise aus Schweden, Australien und den USA, diese Ergebnisse der wachsenden, aktiveren Beteiligung des Vaters (ebenda). „Diese in weiterer Folge zumeist als neue Väter bezeichneten Männer“, damit werden die befragten Männer der englischen, schwedischen, australischen u. a. Studien gemeint, „zeichnen sich demgemäß in erster Linie dadurch aus, dass sie sich aktiv um ihre Kinder kümmern und partnerschaftlich Hausarbeit und Kindererziehung mit ihren Partnerinnen teilen.“ (Werneck 1998: 54)
In der bereits im Abschnitt 3.4 erwähnten Studie „Männer in Bewegung“ (Volz, Zulehner 2009) zählen sich 19 % der Männer zu dem modernen Typ Mann (vgl. Abbildung 4). Sie versuchen, anders als die traditionell eingestellten Väter, eine Balance zwischen ihrer Erwerbstätigkeit und dem Familienleben herzustellen. Noch immer ist es in Deutschland so, dass die Mehrzahl der Väter die Familienernährer und die Mütter hauptsächlich für die Kinderbetreuung und -erziehung verantwortlich sind.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Wandels vom traditionellen Ernährermodell hin zum „modernen“ Vater und Formulierung der Forschungsfrage.
2. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Begriffe Familie, Vaterschaft und Vaterrolle als Grundlage für die soziologische Untersuchung.
3. Die unterschiedlichen Rollen der Väter in den Familien: Analyse der verschiedenen Vaterfunktionen sowie Typologisierung männlicher Rollenvorstellungen nach aktuellen Studien.
4. Moderne Väter und engagierte Vaterschaft: Untersuchung, wer moderne Väter sind und wie sie ihre aktive Vaterschaft im Alltag gestalten.
5. Hindernisse engagierter Vaterschaft: Detaillierte Analyse von gesellschaftlichen Rollenbildern, betrieblichen Anwesenheitskulturen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eine aktive Vaterschaft erschweren.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über den Stand der Väterforschung und Forderungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter.
Moderne Väter, Engagierte Vaterschaft, Vaterrolle, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit, Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Anwesenheitskultur, Elternzeit, Elterngeld, Väterforschung, Männlichkeit, Rollenverteilung, Familienpolitik, Gleichstellung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der veränderten Rolle von Vätern in der modernen deutschen Gesellschaft und den Herausforderungen, die diese Männer bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleben.
Die Arbeit analysiert traditionelle vs. moderne Rollenbilder, die Bedeutung der Erwerbstätigkeit, den Einfluss von Müttern auf das Väterengagement sowie betriebliche und gesetzliche Hinderungsgründe.
Es soll geklärt werden, wie aktive Vaterschaft aussieht, welche Hindernisse einer gelebten aktiven Beteiligung der Väter entgegenstehen und welche Faktoren diese fördern können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene soziologische Studien und Untersuchungen zur Vaterschaft in Deutschland auswertet.
Im Hauptteil werden nach der begrifflichen Klärung die Rollenbilder von Vätern, die Lebenswirklichkeit „moderner“ Väter sowie spezifische Hinderungsgründe wie die „Anwesenheitskultur“ in Betrieben und traditionelle Geschlechterrollen erarbeitet.
Zu den Kernbegriffen zählen Moderne Väter, Engagierte Vaterschaft, Vaterrolle, Vereinbarkeit, Anwesenheitskultur und Familienpolitik.
Sie gilt als Hindernis, da betriebliche Leistung oft noch immer mit physischer Präsenz am Arbeitsplatz gleichgesetzt wird, was für Väter, die Elternzeit oder Teilzeit beanspruchen, den gefürchteten „Karriereknick“ bedeuten kann.
Mütter fungieren oft als „Weichensteller“; ihr Verhalten und ihre Einstellungen beeinflussen maßgeblich, ob Väter in die Familienarbeit einbezogen werden oder ob die Mutter die Letztverantwortung behält und den Vater in die Assistenzrolle drängt.
Die Akzeptanz des Elterngeldes ist gestiegen, jedoch nutzen viele Väter es nur für einen kurzen Zeitraum (oft die zwei „Vätermonate“), wobei ökonomische Faktoren weiterhin das primäre Kriterium für die Aufgabenteilung bleiben.
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